HUGO BOSS sieht erste Zeichen der Besserung  

Gastkommentar

HUGO BOSS kommt bei den Verbrauchern wieder besser an. (Bild: Hugo Boss)
Autor: Alexander Langhorst

Die Neuausrichtung des Metzinger Konzerns scheint langsam zu greifen.

Mit der Vorlage der Halbjahreszahlen liefert der in Metzingen ansässige Modekonzern HUGO BOSS mitten im noch andauernden Umbau einen „Silberstreif“ am Horizont. Insbesondere auf der Ergebnisseite sind die vorgelegten Zahlen durchaus überzeugend und haben auch die Erwartungen übertreffen können. So verbesserte sich das EBIT auf 145,1 (69,1) Millionen Euro und das Halbjahresergebnis auf 105,6 (49,5) Millionen Euro. Dies entspricht einem Ergebnis je HUGO-BOSS -Aktie von 1,53 (0,72) Euro.

Alexander Langhorst ist Analyst bei GSC Research, Düsseldorf (Bild: GSC Research)

Beim Vergleich mit dem Vorjahr sind natürlich die in den ersten sechs Monaten 2016 angefallenen hohen Kosten für die Anpassung des Ladennetzes und anfallende Schließungskosten zu berücksichtigen. Dennoch zeigen die Zahlen, dass die Repositionierung der Marke inzwischen doch erste spürbare Früchte trägt. Die Fokussierung auf die Kernmarke BOSS für gehobene Business- und Freizeitmode und HUGO für jüngere trendbewusste Kunden ist genau richtig und ermöglicht es, im anhaltend kompetitiven Umfeld der Modebranche die Ressourcen zu bündeln. Die insgesamt positive Umsatz- und auch Ergebnisentwicklung belegt auch klar, dass die Strahlkraft der Marke trotz der Schwierigkeiten in der jüngeren Vergangenheit unverändert besteht. Auch ein weiterer Punkt untermauert dies. Die stabile Auftragslage im Handel ist ein Umstand, der angesichts des weiter sehr schwierigen Umfeldes als positives Signal zu werten ist.

Die Finanzziele für 2017 hat das Management bekräftigt, die Verschiebung einzelner Renovierungsmaßnahmen in den eigenen Läden wird jedoch zu einem etwas höher als erwarteten Free Cash Flow führen, der nunmehr bei 250 (bisher 220) Millionen Euro liegen dürfte. Unter dem Strich hält GSC Research für 2017 ein Ergebnis je Aktie von rund 3,50 Euro für erreichbar, dann dürfte auch eine mindestens stabile Dividende von 2,60 Euro gezahlt werden können. Daraus ergibt sich im aktuellen Niedrigzinsumfeld eine durchaus ansehnliche Dividendenrendite von 3,5 Prozent beim Kurs von 72,44 Euro. Auf diesem Niveau sehen wir die HUGO-BOSS-Aktie insbesondere auch nach dem deutlichen Kursanstieg der vergangenen Tage mit einem erwarteten 2017er-Kurs-/Gewinnverhältnis von etwas über 20 als ausreichend bezahlt an.

Eine gewisse Fantasie fürs operative Geschäft wie auch die Aktie könnte sich allerdings ergeben, wenn die im Rahmen des Investorentages vorgestellte mittelfristige Planung realisiert werden kann. So rechnen die Metzinger ab 2018 wieder mit Steigerungen bei Umsatz und EBITDA, ab 2019 und danach will man wieder stärker als der Markt wachsen. Auch wenn hier angesichts des anhaltend schwierigen Umfeldes durchaus noch gewisse Fragezeichen angebracht sind und auch durchaus immer Rückschläge auf Quartalsbasis möglich sind, würde dies einem angestrebten Umsatzzuwachs um 3 bis 4 Prozent entsprechen.