Musée Yves Saint Laurent

Werkschau

Marokko wurde für Yves Saint Laurent zur zweiten Heimat. Bild: Reginald Gray
Autor: Markus Oess

Er ist eine der bedeutendsten Ikonen der Modewelt, das ist unbestritten. Und er hat diese Stadt geliebt, ihr Licht und ihr Lebensgefühl. Von 1966 bis zu seinem Tod 2008 war Marrakesch für Yves Saint Laurent zur zweiten Heimat geworden, zur Quelle der Inspiration. Nun wurde ihm in der „roten Stadt“ ein ganzes Museum gewidmet.

Marrakesch, die „rote Stadt“ im Südwesten Marokkos, hat Yves Saint Laurent in den 1960er-Jahren für sich entdeckt. Hierhin zog er sich zurück, um Abstand vom hektischen und anstrengenden Modebetrieb der großen Metropolen zu bekommen und Inspirationen zu suchen. Er fühlte sich an seine eigene Kindheit erinnert, der Designer wurde im algerischen Oran geboren. Vor wenigen Wochen nun wurde das Musée Yves Saint Laurent Marrakech eröffnet. Direkt neben dem Jardin Majorelle, jenem Garten, in dem Saint Laurent gemeinsam mit seinem Lebensgefährten und Geschäftspartner Pierre Bergé das Leben im wahren Wortsinn in vollen Zügen genossen hatte.

Jacques Majorelle war ein Maler, der sich 1919 im damals französisch besetzten Teil Marokkos niederließ. 1923 legte er den Garten an. Majorelle schuf ein spezielles Kobaltblau, das er im Garten oft verwendete – das nach ihm benannte Majorelle-Blau. 1980 kauften Saint Laurent und Bergé den Garten. 1997 gründeten die beiden die Stiftung The Majorelle Trust, die sich fortan um den Erhalt der Anlage kümmerte.

15 Millionen Euro hat der Museumsneubau gekostet

Spiel mit den Farben der Sonne. Foto: Nicolas Mathéus

Nach dem Tod seines Lebenspartners Saint Laurent im Jahr 2008 ließ Bergé einen Teil seiner Asche im Jardin Majorelle verstreuen. Heute erinnert eine kleine Gedenkstätte an die gemeinsame Zeit. Bergé war es auch, der die Museen in Marroko und in Paris initiierte.

Kleider des Meisters, inspiriert vom Zauber Marokkos. Bild: musée YVES SAINT LAURENT marrakech

4.000 Quadratmeter umfasst der Bau, mit dem die Fondation Pierre Bergé – Yves Saint Laurent das „Studio KO“ der Architekten Olivier Marty und Karl Fournier beauftragt hatte. Die Architekten selbst arbeiten immer wieder in Marokko und spielen wie der Meister selbst mit der Faszination von Farbe und Licht. So erstrahlt die Fassade aus Granit und Ziegelstein je nach Tageszeit in unterschiedlichen roten, gelben und blauen Tönen. Im Inneren werden rund 100 Stücke des des Saint Laurents gezeigt. Darunter befinden sich auch frühe Designs, die Saint Laurent zu Beginn seiner Karriere entworfen hatte. Die Ausstellung soll aber auch nachzeichnen, wie stark das Leben in Marrakesch die Arbeit des Designers prägte. Zur Eröffnung ist dem Maler Majorelle eine Werkschau gewidmet. Die Eröffnung in Marokko erlebte Bergé nicht mehr. Er starb am 8. September im Alter von 86 Jahren.

  • Wenn der Meister ...
  • ... ruft.
  • Licht, Schatten, Form
  • Ein Tempel voller ...
  • ... Farben und ...
  • ... Licht
  • Muse und Ikone des französischen Kinos, Catherine Deneuve
  • Der Tod im schicken Kleid
  • Im Museum sind ...
  • ... auch viele Skizzen ...
  • ... von Yves Saint Laurent zu sehen.
  • Frühes Sinnbild der Inspiration
  • Im Jardin Majorelle steht das kobaltblaue Haus.
  • Der Schatten erzeugt geometrische Spielvarianten, die sich immer wieder neu zusammensetzen.
  • Das Majorelle-Blau durchzieht der Garten.
  • Eintauchen in eine andere Welt jenseits der glutroten Mauern.
  • Das Zusammenwirken von Kakteen ...
  • riesige Bambuspflanzen ...
  • ... und Wasser sorgt für kühle Frische im heißen Marrakesch.
  • Lebensgefährte Pierre Bergé verstreute einen Teil der Asche von Yves Saint Laurent im Jardin Majorelle.