Biff! Bang! Pow!

Der normale Mann

Einkaufen, ohne die Ware direkt erfühlen zu können, ist uninteressant." Martin Schneider (©Andreas Grüter)

Autor:  Andreas Grüter

Der Kölner Martin Schneider (37) liebt schnelle Fäuste, altes Blech und bunte Bilder auf der Haut. Ehemals als Maschinenbau-Ingenieur in der Automobilbranche unterwegs, hat der mehrfache deutsche Hochschulmeister vor einigen Jahren mit der Eröffnung des „Guts & Glory“-Boxclubs sein Hobby zum Beruf gemacht. Ein Besuch im Ring.

Wenn ich mit einem Label gute Erfahrungen gemacht habe, bleibe ich treuer Kunde.“

FT: Dein Kleiderschrank …
Martin Schneider: „… ist gar kein Kleiderschrank, sondern besteht aus an die Wand geschraubten Regalböden. Das ist übersichtlich, obwohl mein Sinn für Ordnung mitunter doch sehr zu wünschen übrig lässt.“

Ist Online-Shopping ein Thema für dich?
„Bei Klamotten kommt Online-Shopping für mich überhaupt nicht infrage. Einkaufen, ohne die Ware direkt erfühlen zu können, ist uninteressant. Ich finde es übrigens auch wichtig, beim Shopping gut beraten zu werden. Dafür gebe ich dann auch gern etwas mehr aus. Ganz schlimm: Leute, die den Service im Laden in Anspruch nehmen, nur um dann im Internet zu bestellen und ein paar lumpige Euros zu sparen.“

Hast du ein Anlass-Outfit?
„Selbstverständlich, und zwar einen Anzug von BOSS im zeitlos-modischen Schwarz. Dazu trage ich dann handgefertigte Schuhe von meinem Kumpel Vincent Maria Weiß.“

Du planst einen ausgiebigen Motorrad-Roundtrip mit deiner alten Harley. Was ziehst du an?
„Eine schwere 21-Unzen-Jeans, RED-WING-HARVESTER-Boots, natürlich ein Guts-&-Glory-Shirt, meine Vintage-Schott-Perfecto-Lederjacke aus den 1970ern und die Jeansweste von LEVI‘S, die ich mir vor einiger Zeit gekauft habe. Eine Lederhose wäre hier in puncto Sicherheit wahrscheinlich die klügere Wahl, aber stilistisch sind die Teile einfach eine Katastrophe.“

Dein Must-have im Kleiderschrank?
„Ein Paar extraschwere IRON-HEART-Jeans. Wir haben lange miteinander gerungen, aber mittlerweile habe ich sie ziemlich weich geklopft.“

Kaufst du nach Marken?
„Häufig. Allerdings kommt es mir nicht auf den richtigen Namen, sondern auf die richtige Qualität an. Wenn ich mit einem Label gute Erfahrungen gemacht habe, bleibe ich treuer Kunde.“

Tattoo-Sleeve-Shirts sind …
„… absolut lame und machen für mich auch überhaupt keinen Sinn.“

Masse oder Klasse?
„Definitiv Klasse. Lieber einige handverlesene Stücke als einen Haufen PRIMARK-Schrott, der sich nach zwei Wäschen in seine Bestandteile auflöst und auch sonst keinen Charakter hat.“

Welches Outfit spiegelt deinen Musikgeschmack wider?
„Ich weigere mich ja, mich auf einen Musikstil festlegen zu lassen, aber meine Bandshirts und meine restliche Erscheinung deuten schon an, in welche Richtung die Reise musikalisch geht.“

Ein stilistisches No-Go?
„Auf jeden Fall V-Ausschnitte, die bis zum Bauchnabel reichen. Die gehen überhaupt nicht. Crew Neck und V-Neck sind okay, Douchebag Neck aber niemals!“

Deine modischen Guilty Pleasures?
„Die Joggingbuxe und das Schlabbershirt für zu Hause. Zu meiner Ehrenrettung muss ich allerdings sagen, dass ich mich im Zweifelsfall umziehe, wenn ich mit dem Hund noch eine Runde drehen muss. Man will sich ja nicht unterstellen lassen, die Kontrolle über sein Leben verloren zu haben.“