GENTS OF COLOGNE

Store Check

Autor: Markus Oess

Die Zahl Drei gilt von alters her als heilige Zahl. In vielen Kulturen werden Jahres- und Lebenszyklus als Dreiheit aufgefasst, nicht nur im katholischen Glauben. Drei ist auch die Anzahl der Läden, die Pia Diefenthal und Thomas Rüttgers in der Domstadt Köln betreiben: GENTS OF COLOGNE, DIEFENTHAL 1905 (Hüte und Kappen) und der PIKE STORE COLOGNE, ein Flagship-Store der Marke PIKE BROTHERS. Jetzt ist GENTS OF COLOGNE umgezogen.

„Die Nähe zum DIEFENTHAL-1905-Hutladen, der drei Häuser weiter Ende September letzten Jahres eröffnet hat – hier findet ‚Mann‘ ein erweitertes Sortiment an Kappen und Hüten. Falls er im GENTS nicht fündig wird, kann er einfach rübergehen und dort schauen. Außerdem ist die Nähe zum dritten Laden, dem PIKE STORE COLOGNE, praktisch, da sich die Läden im Sortiment ergänzen und vom Stil her die gleiche Zielgruppe ansprechen. Zudem gibt es in der Kettengasse mehr Laufkundschaft als in der Mainzer Straße in der Kölner Südstadt, wo wir in den letzten drei Jahren der einzige Laden waren. Da sind unsere Stammkunden extra hingekommen, neue Kunden verliefen sich nur selten dorthin.“  Für Thomas Rüttgers gibt es eine Reihe von Gründen, weshalb er mit GENTS OF COLOGNE vor wenigen Wochen umgezogen ist.

GENTS steht für Zeitloses, nachhaltige Mode, Workwear der 1930er- bis 1960er-Jahre im qualitativen Anspruch ihres ursprünglichen Verwendungszwecks – und für Shoppen in einer entspannten Atmosphäre. Die Liebe zur Mode und die Möglichkeit, mehr Männern den Genuss einer richtigen Kleidung zu verschaffen, brachte Pia und Thomas dazu, GENTS zu eröffnen. Wie die anderen auch hat Thomas GENTS selbst eingerichtet und sich dabei an den Stil der angebotenen Ware angelehnt. Einflüsse aus dem Amerika der 1920er- bis 1960er-Jahre finden sich in der Theke, der Bar, dem Sofa und der Deko wieder, die aus dem alten Laden in die Kettengasse mit rübergezogen sind. „Hier haben wir auch die Lichtverhältnisse deutlich verbessert und eine ganz besondere Kulisse geschaffen: Am Kopf des Ladens hängt ein hinterleuchtetes Bild – eine Originalfotografie einer DIEFENTHAL-Produktionsstätte in der Kölner Scheidtweiler Straße aus den 1950er-Jahren. Auf die Hutproduktion unserer Familie schauen wir mit Stolz zurück und führen sie – mit den Marken DIEFENTHAL & SOHN und DIEFENTHAL & TOCHTER – heute in unserem Stil weiter“, betont Thomas. Da das meiste schon vorhanden gewesen sei, habe der Umzug selbst nicht sonderlich viel Geld gekostet.

Gegen die Konkurrenz will Thomas durch die gezielte Zusammenstellung des Sortiments und die fachliche und kompetente Beratung bestehen: „Wir bieten Qualität zum Tragen. Zielgruppe sind alle Männer mit einem Anspruch an Qualität und Nachhaltigkeit.“ Und kommt mehr Lauf- oder Stammkundschaft? Thomas lächelt: „Die Laufkundschaft WIRD zur Stammkundschaft.“ Denn der Service sieht schon ein wenig anders aus als in herkömmlichen Stores, sagt Thomas: „’nen Kaffee oder ein Bier gibts bei uns immer. Ebenso unsere Ware: Da wir nur Labels anbieten, die ihre Ware auf Lager haben, haben wir immer die Möglichkeit nachzubestellen. Weil wir alle unsere Produkte vor dem Einkauf selbst testen, tragen und kombinieren, ist bei uns der Einkauf kein stundenlanges Größen-Probieren: Der Kunde nennt uns seine Wunschpassform und bekommt beim ersten Griff die richtige Hose oder das richtige Hemd.“

Noch ein wichtiges Thema bei GENTS: Die Ware ist aus Naturfasern. Pia und Thomas achten darauf, dass sie zu fairen Löhnen ordentlich verarbeitet ist. „Das heißt keine Ware aus Fernost, sondern aus kleinen Betrieben mit Direktkontakt. Das ermöglicht uns einen weiteren Pluspunkt für unsere Kunden (speziell bei Hosen und Accessoires): Wir können individuelle Wünsche erfüllen, wie die perfekte Beinlänge oder die Stoffwahl.
Ein Label hat uns sogar ein ganz besonderes Angebot gemacht: Gemeinsam entwickeln wir eine Jeans für GENTS. Mit eigener Passform und Stoff“, berichtet Thomas.

Thomas verkauft mit den Produkten Geschichten. Das komme gut an, sagt er. Zum Beispiel das Pendleton – der Klassiker unter den Karohemden aus den USA. Das Teil wurde nach den Beach Boys benannt, weil sie in den Anfängen ausschließlich Flanellhemden dieser Marke trugen. „Und so haben wir einige Teile, die eine spannende Geschichte zu erzählen haben, etwa durch bekannte Filme oder Schauspieler. Daher ist unsere Ware oft mehr als einfach nur ein Hemd oder eine Hose.“  Store Manager Alex hat im Store eine Ecke, in der er – wenn die Zeit es zulässt – Sattlerarbeiten macht, ein Handwerk, das er in Australien von Cowboys gelernt hat. Unter dem Label ROSENTHAL ZIMMERMANN fertigt er seit sechs Jahren aus vegetabil gegerbtem Leder Einzelstücke, die er vor Ort ohne Chemie färbt: Portemonnaies und Etuis, Taschen, Gürtel und Schlüsselbänder. Alex fertigt auch gerne Auftragsarbeiten an wie Hundehalsbänder oder neue Ledergriffe für lieb gewonnene alte Stücke.

  • Diefentahl darf in der Filiale nicht fehlen.
  • Bloß keine Sauereien!
  • Originalfotografie einer DIEFENTHAL-Produktionsstätte in der Kölner Scheidtweiler Straße aus den 1950er-Jahren
  • Qualität zum Tragen
  • Der richtige Mix macht's.
  • Kleine Schmuckstücke zum Entdecken
  • Alle Produkte werden vor dem Einkauf selbst getestet.
  • „Bei uns der Einkauf kein stundenlanges Größen-Probieren."
  • Kaffee oder ein Bier gibt es immer, auf Wunsch auch harte Getränke.
  • Die Kasse ist Deko ...
  • .. und nicht funktionstüchtig.
  • Keine Ware aus Fernost, sondern aus kleinen Betrieben mit Direktkontakt
  • Die Denim darf natürlich nicht fehlen.
  • Die Einrichtung des Ladens hat Thomas Rüttgers selbst geplant.
  • Nachtleben
  • Gesamtschau

Einen Online-Shop gibt es nicht. Dafür nutzt GENTS die sozialen Medien intensiv zur Werbung. Neben der Hausmarke DIEFENTHAL & SOHN werden die Marken INDIGOFERA, Merz b. Schwanen, 3sixteen, Eat Dust, DOUBLE HAMMER, EDWIN, FILSON, TELLASON, HESTRA und andere verkauft. Brands, die nicht an jeder Ecke feilgeboten werden. Die Preise starten bei 39 Euro für ein T-Shirt, gehen über Jeans ab 150 Euro bis hin zu Jacken ab 260 Euro. Freunde, Bekannte und Stammkunden geben Tipps für neue oder unbekannte Marken. Thomas ist sich auch nicht zu schade zu fragen, wenn er an Leuten gute Looks oder Accessoires sieht. „Wenn wir etwas entdecken, was wir selber gerne tragen, dann setzen wir uns auch mit den Labels in Verbindung. Wir gehen auch klassisch zu Messen, zur SELVEDGE RUN, zur SEEK und zur PREMIUM. Allerdings sind uns Marken, die nicht zu den Messen kommen und damit echte Geheimtipps bleiben, aber am liebsten. Die Suche nach solchen Brands ist sehr aufwendig, lohnt sich aber für eine besondere Auswahl, die wir damit unseren Kunden bieten können. So werden wir demnächst sieben neue Marken führen, die wir entweder exklusiv haben (zwei deutschlandweit und eine europaweit) oder mit zwei, maximal drei weiteren Händlern. Wir selber lieben es, in Läden echte Besonderheiten zu finden, das möchten wir auch unseren Kunden ermöglichen.“

Am Standort Kettengasse sieht sich Thomas in bester Gesellschaft: kleine, inhabergeführte Läden mit einem Angebot passend zu seinem, vom Tattoo-Shop über einen Barbershop bis hin zu einem weiteren Herrenladen und natürlich unserem Hutladen DIEFENTHAL 1905. „Schon in der Südstadt haben wir den GENTS-Geburtstag jedes Jahr gefeiert. Diese Tradition werden wir in der Kettengasse auf jeden Fall fortführen.“

GENTS OF COLOGNE
Verkaufsfläche:
 55 Quadratmeter
Adresse: Kettengasse 7, 50672 Köln
Öffnungszeiten: Mo.–Fr. 11–19 Uhr,
Sa. 10–18 Uhr
Mitarbeiter: ein Store Manager und ein weiterer Mitarbeiter, der einmal die Woche kommt
Internet: www.gents-of-cologne.de
www.facebook.de/gentsofcologne