Bei GUESS? drückt der Heimatmarkt

Victor Herrero (Bild: GUESS?)

Autor: Christoph Wiest

Immerhin: Mit einem Gesamtumsatz von 2,21 Milliarden US-Dollar hat der US-Konzern GUESS? seinen Gesamtumsatz um 1 Prozent leicht steigern können (alle Zahlen wechselkursbereinigt). Allerdings gehen die Entwicklungen im abgelaufenen Geschäftsjahr (28. Januar 2017) des Konzerns schmerzhaft auseinander.

In Amerika ging es im Retail 4,1 Prozent abwärts, inklusive Onlinehandel in den USA und Kanada um 4,5 Prozent (935 Millionen US-Dollar). Der Wholesale hat 2,4 Prozent (141 Millionen US-Dollar) abgegeben. Dafür gab es in Europa mit 792 Millionen US-Dollar einen wahren Umsatzschub von 9,2 Prozent. Asien verzeichnet ein Plus 4,9 Prozent (250 Millionen US-Dollar). Das Lizenzgeschäft hat 12,5 Prozent (90 Millionen US-Dollar) verloren.

Operativ schmierte GUESS? aufgrund der negativen Entwicklung in Amerika regelrecht um 81,3 Prozent auf 3,6 Millionen US-Dollar ab. In den ersten Wochen des laufenden Geschäftsjahres wurde die Umsatzerosion in Amerika gestoppt. In Europa und Asien geht es weiter aufwärts. Da das neue Jahr eine Verkaufswoche mehr hat und CEO Victor Herrero glaubt, die Trendwende in Amerika nachhaltig vollziehen zu können (u. a. sollen 60 Läden geschlossen und bei anderen Stores die Mietverträge nachverhandelt sowie die Profitabilität weiter gesteigert werden), geht das Management von einem Umsatzplus zwischen 2 und 4 Prozent aus. „Wir müssen fokussiert bleiben, Top-Qualität liefern und unseren Kunden das beste Einkaufserlebnis im Markt bieten – digital und stationär“, sagt Herrero. Das Unternehmen arbeite weiterhin langfristig am Markenaufbau und werde entsprechend in Werbung, Marketing, die Prozesse und die digitale Plattform investieren. Während der Gewinn pro Aktie in der vergangenen Berichtsperiode von 0,96 auf 0,27 US-Dollar gefallen ist, soll er nun auf 0,28 bis 0,40 US-Dollar steigen.