„Fashion Goes Digital“

LECTRA

@pixabay

Kaum ein anderer Begriff muss für Gutes und Schlechtes in der Branche herhalten als die Digitalisierung. Für die einen eröffnet sie ungeahnte Chancen und ist das Tor zu einer neuen rosa Welt, für die anderen der direkte Weg zur Hölle. Irgendwo dazwischen verortet LECTRA die Zukunft der Fashionbranche und stellt einen Begriff ins Zentrum allen Tuns: vernetzt.

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Daniel Harari, CEO LECTRA (©LECTRA)

Ein Grashalm wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht, sagt ein chinesisches Sprichwort. Ziehen muss man am digitalen Transformationsprozess sowieso nicht, er kommt mit Wucht und Geschwindigkeit. Die französische Technologie-Firma LECTRA hat zu dem Kongress „Fashion Goes Digital“ auf den Produktionsstandart in Bordeaux eingeladen, um mit den Kunden über die fundamentalen Veränderungen der Branche zu diskutieren – und natürlich die eigene Strategie und neue Produkte vorzustellen. LECTRA-Chef Daniel Harari ist ein Verfechter der Industrie 4.0 und überzeugt, dass dadurch die Produktionsprozesse so weit vorangetrieben werden, dass neue Geschäftsmodelle entstehen und eine kundenindividuelle Massenproduktion zum Standard-Angebot wird. Harari will mit seinen Angeboten die Design- und Produktentwicklungsteams, Fabriken und Zulieferer sowie Verbraucher in Echtzeit miteinander vernetzen. Die neue Strategie von LECTRA sei durchdrungen von den Prinzipien der Industrie 4.0 und begleite die Kunden in das digitale Zeitalter, sagte der Firmenchef auf dem Kongress.

Die technologischen Entwicklungen beschleunigen sich und werden die Zukunft der Branche nachhaltig verändern. Als Treiber der Entwicklung nannte Nathalie Brunel, Vice-President Sales, Fashion & Apparel, Big Data, 3-D, Augmented beziehungsweise Virtual Reality, die vernetzte Welt sowie das Internet der Dinge, künstliche Intelligenz und kollaborative Lösungen. Die LECTRA-Managerin spricht von vier Megatrends, die auf den Konsumenten einwirken werden: Millennials, die erwachsen werden; die Digitalisierung, die immer schneller Raum greift; China, das zur dominierenden Weltmacht aufsteigt, und die Industrie 4.0, die das Tor zu einer völlig neuen Produktionsweise öffnet.

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Ohne Industrie 4.0 lassen sich die künftigen Herausforderungen auch in der Fashionwelt kaum meistern. Zu marktfähigen Preisen schnell und zeitgenau zu liefern, wird weiterhin ein kritischer Erfolgsfaktor bleiben, sogar an Bedeutung gewinnen. Denn der Trend zur Customization hält an und die Verbraucher zwingen die Produzenten damit zu einer vernetzten Herangehensweise der Produzenten. Auch das Thema Nachhaltigkeit sei ein weiterer Verbrauchertrend. Stichwort Ressourceneinsparungen, faire Arbeitsbedingungen und Umweltschutz. Der Fachkräftemangel macht sich schon heute in einigen Branchen schmerzhaft bemerkbar. Gleichzeitig steigt durch die Globalisierung der Wettbewerbsdruck und damit die Notwendigkeit zur Innovation.

Vernetzte Cutter sind die Zukunft (@LECTRA)

Um die LECTRA-Kunden durch diese Klippen in die Zukunft mit den passenden Produkten und Lösungen zu begleiten, habe das Management ein neues Strategiepapier entwickelt. Ausgestattet mit einer jahrzehntealten Expertise im Bereich Elektronik und der Verbindung der Bausteine Maschinenbau, Software, Service und Datenmanagement, sei LECTRA Partner von Handel, Brands und Produzenten gleichermaßen. Die Franzosen haben daher ihr Budget für Forschung und Entwicklung für die Zeit von 2017 bis 2019 (89 Millionen Euro) gegenüber 2014 bis 2016 (66,2 Millionen Euro) um 50 Prozent erhöht. In diesem Jahr soll nach einer Pilotphase mit dem Rollout der Innovationen begonnen werden. Es geht um vernetzte, ressourcenschonende, noch leistungsfähigere Cutter- und Product-Life-Management-Systeme, die mit künstlicher Intelligenz arbeiten und die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zum Verbraucher miteinander verbinden.