Happy New Year Ihnen und Ihren Liebsten. Möge 2026 ein gutes Jahr für uns werden! Das hatte ich auch schon im Januar 2025 geschrieben und leider hat es sich nur bedingt bewahrheitet. Während privat vieles gut gelaufen ist, lässt sich das für die zurückliegenden zwölf Monate für die Branche nur bedingt so sagen. Ganz zu schweigen von der aktuellen geopolitischen Weltlage und der wirtschaftlichen Schieflage in Deutschland und dem schmerzlichen Rechtsruck im Land.
Ich habe dieser Tage einen Begriff kennengelernt, den ich sehr einprägsam finde: Faktenresilienz. Gemeint ist damit die Unfähigkeit, einmal gefasste Überzeugungen einem wirklichen Realitätscheck zu unterziehen und sie über Bord zu werfen, wenn sie den Check nicht bestehen. Sie sehen, auch positiv besetzte Begriffe kehren sich plötzlich ins Gegenteil, wenn sie in einen neuen Bezug gestellt werden. Bedeutet der Faktencheck nun, offen die Krise als solche zu benennen und mit negativen Erwartungen die vor uns liegenden Wochen anzugehen, oder bedeutet es, die rosa Brille aufzuziehen und die Realität komplett auszublenden? Es ist kompliziert, wieder mal. Wir haben uns diesmal bewusst entschieden, zum Saisonauftakt nach Kollektionen und Mode zu fragen. Wir haben mit Wolfgang Müller von hajo gesprochen, mit Heiko Ihben von OLYMP, mit Marco Lanowy von ALBERTO. Louis Bezner von MAERZ Muenchen erklärt, wie es mit dem Premium-Stricker weitergehen wird. Marco Sänger spricht über die nächsten Schritte in der Weiterentwicklung von ROY ROBSON. Frank Brüggemann von camel active erläutert, warum er in der Markenführung gegensteuern musste und was dabei herausgekommen ist. Die HOLY-Marken STRELLSON und JOOP! kommen ebenfalls zu Wort.
Kurzum, diesmal sollte es in dieser Ausgabe in erster Linie um Mode und Kollektionen gehen. Um das also, worum es eigentlich bei der Order zuallererst geht. Tatsache jedenfalls ist auch, dass auf der Pitti Uomo in Florenz die Stimmung (wieder mal) besser war als erwartet und die tatsächliche Order in den Showrooms (wieder mal) für eine Korrektur der allgemeinen Einschätzung sorgen dürfte. Wird wohl doch nichts mit der Faktenresilienz. Das ist gut so. Das heißt aber nicht, dass wir die Zuversicht verlieren sollten. Vielen Unternehmen geht es gut, viele Firmen haben ausreichend Kraft, die Zukunft zu gestalten. Und viele Unternehmen, die in der Vergangenheit totgesagt wurden, werden auch heute immer noch totgesagt. Natürlich haben sich zahlreiche Namen leider aus dem Markt verabschiedet, genauer gesagt verabschieden müssen. Bei Weitem aber nicht alle unverschuldet. Darin liegt auch Hoffnung. Nicht jede Insolvenz ist dem Markt geschuldet, sondern der Gier und die lässt sich von den allermeisten doch gut im Zaum halten.
Ihnen einen erfolgreichen Jahresstart und eine gute Order!
Ihr
Markus Oess


