DUH fordert Transformationsfonds gegen Fast-Fashion-Müll

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Abfallvermeidung

Ein rechtlicher Vermerk im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) bestätigt: Textilhersteller müssen Maßnahmen zur Abfallvermeidung finanzieren, um die Textilwende in Deutschland voranzutreiben. „55 Prozent mehr Kleidungsabfall als vor zehn Jahren zeigen das Ausmaß der Fast-Fashion-Krise“, sagt Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH. „Bundesumweltminister Schneider muss jetzt handeln.“ Die DUH verlangt von Schneider die Einrichtung eines Transformationsfonds, der mit 20 Prozent der Beiträge aus der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) gefüllt wird. Das Geld soll flächendeckende Angebote für Leihen, Tauschen, Reparatur und Second-Hand fördern. „Zirkuläre Geschäftsmodelle müssen so selbstverständlich werden wie Bikesharing“, sagt Metz. „Nur so verlieren fossile Fast-Fashion-Modelle ihren Wettbewerbsvorteil.“

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Konkret fordert die DUH fünf Schritte: verbindliche Umweltziele für weniger Abfall und hochwertiges Recycling, finanzielle Anreize für langlebige, recyclingfähige Kleidung, Einen Transformationsfonds zur Förderung zirkulärer Modelle, volle Kostenübernahme durch Hersteller – inklusive Online-Marktplätze wie Shein oder Amazon und schließlich transparente Steuerung der Herstellerorganisationen mit Mitspracherecht für Kommunen, Recycler und Umweltverbände.

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„Frankreich zeigt, wie es geht: Klimaschädliche Fast Fashion wird bestraft, nachhaltige Mode belohnt“, sagt Viola Wohlgemuth, Textilexpertin der DUH. „Die EPR-Beiträge müssen sich an der Umweltfreundlichkeit der Produkte orientieren.“ Hintergrund: Die EU-Richtlinie (EU) 2025/1892 verlangt von Deutschland bis Sommer 2027 ein EPR-System. Die Textilindustrie gehört zu den fünf rohstoffintensivsten Branchen Europas – 70 Prozent der Kleidung bestehen aus fossilen Kunstfasern.