Nachgefragt
Trotz globaler Krisen und wachsender Zukunftssorgen der Verbraucher zeigt der deutsche Onlinehandel im ersten Quartal 2026 ein stabiles Wachstum von 3,6 Prozent auf 20,4 Milliarden Euro, wie die aktuelle bevh-Verbraucherbefragung zeigt. Der Markt führt damit seinen gedämpften Erholungstrend fort, obwohl der Krieg im Nahen Osten und die Energiekrise die Konsumlaune belasten. Besonders stark legten Online-Supermärkte (+12,3 Prozent) und -Apotheken (+10,1 Prozent) zu, während der Modehandel mit 3,6 Prozent bei Bekleidung und 3,7 Prozent bei Schuhen stabil blieb. Online-Apotheken verzeichneten mit Medikamenten ein Wachstum von 9,8 Prozent und entwickeln sich zunehmend zu Infrastruktur eines digitalen Gesundheitswesens. Auch Freizeitartikel (+6,2 Prozent) und Baumarktprodukte (+5,0 Prozent) zeigten ungewöhnlich frühes Wachstum.
„Die geplante Mehrwertsteuererhöhung könnte das fragile Wachstum gefährden. Energiepreise, unfaire Konkurrenz aus Drittstaaten und Abhängigkeiten von US-Tech-Konzernen belasten die Branche bereits stark. Statt Steuererhöhungen braucht es Bürokratieabbau und weniger Subventionen“, mahnt Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh.
Die Umsätze auf Online-Marktplätzen stiegen um 5,2 Prozent, während asiatische Plattformen wie Temu, Shein und AliExpress ihren Marktanteil auf 4,9 Prozent ausbauten. Die Studie basiert auf einer Befragung von 40.000 Verbrauchern durch die BEYONDATA GmbH. Die Daten zeigen, dass stationäre Händler mit Online-Angeboten (+3,9 Prozent) besser abschnitten als reine Onlineshops (+0,6 Prozent).


