Autorin: Yvonne Heinen-Foudeh
Ob sich „Textile Factory 7.0“ letztendlich als weltweit übertragbares Modell etablieren wird, bleibt abzuwarten. Dennoch gibt es derzeit nur wenige Initiativen in der Textilbranche, die versuchen, Klimaneutralität, Kreislaufwirtschaft, den Wandel der Arbeitswelt, regionale Wirtschaftsentwicklung und fortschrittliche Fertigungstechnologien in einem einzigen integrierten Rahmen zu vereinen.
In dieser Hinsicht ähnelt das F&E+A-Projekt (Anwendung) den Innovationsökosystemen in der Automobil- und Halbleiterbranche, in denen Zulieferer und Hersteller bei der eigentlichen Technologieentwicklung eng zusammenarbeiten.
T7 braucht die Wissenschaft ebenso wie die Industrie
Auch erste industrielle Beteiligungen an T7 sind bereits real. Dies stellt allen voran das Unternehmen trigema mit seinem Engagement bereits unter Beweis: Wirtschaftliche Fertigung am Standort Deutschland ist machbar. Doch wie bei jedem entscheidenden Aspekt für erfolgreiche, anwendungsorientierte Forschung gibt es auch hier definitiv noch Luft nach oben.
Viele gute Gründe gibt es für Systemanbieter, Textilunternehmen, Bekleidungsmarken und die politischen Entscheidungsträger weit über die Bundesrepublik hinaus, die Fortschritte der Textilfabrik 7.0 in Mönchengladbach aufmerksam zu verfolgen. Die entscheidende Frage wird sein, ob die eingebetteten Technologien unter industriellen Bedingungen wirtschaftlich betrieben werden können. Und ob sie dann die Chance erhalten, dies unter Beweis zu stellen.
