OLYMP setzt in der Herbst/Winter-Saison auf eine hybride Garderobe zwischen Business und Casual. Unter dem Titel „The Autumn Edit“ stehen moderne Essentials, weiterentwickelte Key Pieces und ein klarer Fokus auf das Hemd im Zentrum der Kollektion. Wir haben Heiko Ihben, CBO, CPO & CHRO der OLYMP Bezner KG, dazu befragt. Der Manager im FASHION-TODAY-Gespräch über Sortiments-Schwerpunkte, Materialimpulse, Layering, Farbkompetenz und die Erwartungen an die anstehende Order.
FASHION TODAY: Heiko, die neue Kollektion steht unter dem Titel „The Autumn Edit“. Was ist die zentrale Idee hinter dieser Herbst/Winter-Story?
Heiko Ihben: „Der Leitgedanke von ‚The Autumn Edit‘ ist eine klare Fokussierung auf moderne Essentials. Weiterentwickelte Key Pieces geben Orientierung und ermöglichen mit wenigen Teilen zahlreiche alltagstaugliche Looks. Inhaltlich prägen drei Themen die Story: ein erweitertes Smart-Business-Shirt-Angebot inklusive zusätzlicher Passform, Overshirts im Set-Gedanken sowie Strick mit innovativem Bouclé-Garn. Das Ergebnis ist eine hybride Garderobe, die Business und Casual selbstverständlich verbindet.“
OLYMP positioniert sich weiter zwischen Business und Casual. Wo siehst du aktuell den klaren Schwerpunkt im Sortiment?
„Der Schwerpunkt bleibt eindeutig beim Hemd. Es ist unser Kernprodukt und der Gradmesser unserer Markenkompetenz. Gleichzeitig reagieren wir konsequent auf veränderte Tragegewohnheiten: Business ist individueller geworden, die Grenze zu Casual verschwimmt. Genau deshalb setzen wir auf Smart Business als Brücke – mit zeitgemäßen Qualitäten und Silhouetten – und ergänzen den Look strategisch über Strick, Jersey und Overshirts bis hin zu Hosen und Outerwear. Ziel ist es, mehr Lösungskompetenz zu zeigen: komplette, moderne Looks aus einer Hand.“
Hemden gewinnen wieder an Bedeutung, werden aber anders getragen. Welche Rolle spielt das Hemd heute im Gesamtlook?
„Das Hemd bleibt ein zentraler Baustein moderner Looks, weil es dem Outfit schnell Struktur und eine klare, stilvolle Anmutung gibt. Gleichzeitig wird es heute neu interpretiert und freier kombiniert – unter Strick, zu Jersey, offen über dem T-Shirt oder als Layer unter dem Overshirt, das sich als zeitgemäße Alternative zum Sakko etabliert hat. Für uns ist entscheidend: Wir denken den Look vom Hemd aus. So entsteht eine moderne Silhouette, die Haltung zeigt und sich selbstverständlich in unterschiedliche Trageanlässe übersetzen lässt.“
Layering ist ein zentrales Thema. Warum passt dieses Prinzip aus deiner Sicht besonders gut zur aktuellen Lebensrealität der Kunden?
„Layering ist die logische Antwort auf einen Alltag, der hybrider und weniger planbar geworden ist. Der Lagenlook schafft Flexibilität und ermöglicht es, Outfits situativ anzupassen, ohne den Stil zu verändern. Modern wird der Lagenlook über Proportionen, unterschiedliche Längen und Materialkontraste. Das wirkt zeitgemäß, bringt Tiefe in den Look und bleibt dennoch leicht und selbstverständlich tragbar.“
Mit Smart Business, Japanese Knitted und Coordinates setzt ihr auf hybride Produkte. Welche dieser Konzepte sind für die kommende Order besonders relevant?
„Für die Order sind alle drei Konzepte hochrelevant – bei einem klaren Fokus auf Traffic und Abverkaufs-Dynamik. Smart Business bildet die Klammer, weil es die Brücke zwischen Business und Casual besonders nachvollziehbar macht. Japanese Knitted setzt den Materialimpuls, Coordinates sorgen für hohe Kombinierbarkeit und eine schlüssige Outfit-Logik. Zusammen steht diese Hybridität für tragbare Modernität und hohen Komfort – und damit für starke Flächenwirkung.“
Farben wie Black Cherry, Dark Chocolat oder Winter Whites prägen die Saison. Wie wichtig ist Farbkompetenz aktuell im Verkaufsgespräch?
„Farbe ist der erste Impuls einer Kollektion und entscheidend für die Wahrnehmung am POS. Sie wirkt im Zusammenspiel mit Materialien, Strukturen und Silhouetten und macht saisonale Unterschiede schnell erkennbar. Gute Farbkompetenz hilft dabei, Orientierung zu schaffen, und ist damit ein zentraler Hebel für Inszenierung und Abverkauf.“
Wolle ist der wichtigste Materialimpuls. Warum setzt OLYMP in dieser Saison so klar auf natürliche Wertigkeit?
„Wolle ist im Herbst und Winter ein zentraler Impuls, weil sie wärmende Eigenschaften, Komfort und hohe Wertigkeit verbindet. Gleichzeitig ist es uns wichtig, Verantwortung messbar zu machen: Transparenz, Rückverfolgbarkeit und klare Kennzeichnung sind heute ein Qualitätsmerkmal. Ein aktueller Transparenzreport der globalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN ordnet OLYMP hier international in der Spitzengruppe ein, insbesondere bei Transparenz und Produktkennzeichnung.“
Casual-Qualitäten wie Cord, Flanell und Strick stehen für Cosiness und Ruhe. Wie stark verschiebt sich das Geschäft weiter in diese Richtung?
„Komfort bleibt ein prägendes Kaufmotiv und wird sich weiter durchsetzen. Das zeigt sich vor allem über Materialien wie Cord, Flanell und Strick sowie über entspanntere, aber klare Silhouetten. Für uns ist wichtig, dass Cosiness nicht beliebig wirkt, sondern in einem modernen, sauberen Look übersetzt wird.“
The Autumn Edit
OLYMP SIGNATURE betont Handwerk, Herkunft und Premium. Welche Funktion hat die Linie im Gesamtportfolio?
„OLYMP SIGNATURE erweitert unser Portfolio gezielt ins Premiumsegment und stärkt damit die Gesamtwahrnehmung der Marke. Die Linie steht für besondere Materialqualität und handwerkliche Detailtiefe – von aufwendigen Verarbeitungen bis zur Einzelgrößengradierung. Damit schaffen wir einen Tragekomfort, der sich nahezu wie maßgeschneidert anfühlt. Mit ‚Gateway to Premium‘ schaffen wir zudem einen attraktiven Zugang in diese Produktwelt.“
Mit Outerwear erweitert OLYMP das Sortiment weiter. Welche Erwartungen knüpft ihr an diese Kategorie?
„Outerwear ist für uns in erster Linie eine sinnvolle Sortimentsergänzung und ein weiterer logischer Layer. Sie rundet die Looks ab und stärkt die Outfit-Kompetenz auf der Fläche – immer im Zusammenspiel mit Hemd, Strick, Jersey und Overshirt. Wir entwickeln die Kategorie bewusst kontrolliert, sodass sie markenkonform wächst und den Handel bei der Komplettierung unterstützt.“
Mit Blick auf die anstehende Order: Wo siehst du aktuell die größten Chancen für den Handel mit OLYMP?
„Die größten Potenziale sehen wir in einer vertieften Zusammenarbeit jenseits des klassischen Business-Hemdes. Wir haben eindrücklich bewiesen, dass OLYMP neben Hemden auch Strick, Jersey, Overshirts und Outerwear kompetent beherrscht. Entscheidend ist jetzt die Sichtbarkeit auf der Fläche, indem wir arrondierende Produkte sichtbar machen, bestehende Stammflächen intelligent aufbrechen und zusätzliche Flächen entlang klarer Outfit-Logiken aktiv inszenieren. Gerade in unserem aktuellen Jubiläumsjahr ‚75 Jahre OLYMP‘ kommt dabei ein weiterer Hebel hinzu: Mit unserem neuen, einheitlichen Branding schaffen wir eine konsistente Markenpräsenz am POS. Das ermöglicht eine hybride Darstellung – vom Hemd bis zu den ergänzenden Kategorien und in einer durchgängigen Bildsprache. Auf diese Weise werden Outfit-Welten für den Kunden schneller verständlich. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist unser Markenbotschafter Matthew McConaughey. Er sorgt für Aufmerksamkeit und bringt uns ins Gespräch. Überzeugt wird am Ende jedoch über Produkt, Flächenpräsenz und die Art des Markenauftritts. Genau deshalb koppeln wir die Markenarbeit konsequent an Visual-Merchandising-Konzepte, Schulungen und proaktive Unterstützung vor Ort. Ziel ist es, unsere Handelspartner nicht nur mit Ware zu versorgen, sondern deren Abverkauf spürbar zu stärken.“
Wie beurteilst du die Geschäftsentwicklung zuletzt – und mit welchem Anspruch blickst du auf das kommende Geschäftsjahr?
„Die gesamtwirtschaftliche Lage ist alles andere als entspannt. Infolge der zunehmenden Konsolidierung im Fachhandel und eines anhaltend schwachen Konsumklimas konnten wir unsere Markenstärke zuletzt nicht in vollem Umfang entfalten. Gleichzeitig haben wir notwendige Maßnahmen ergriffen, um das vorhandene Potenzial bestmöglich zu nutzen und unsere Markenstärke konsequenter dort zu verankern, wo sie wirkt: in verkaufsstarken Flächenbildern und klaren Outfit-Welten. Unser Anspruch ist klar: Relevanz und Orientierung schaffen, über das Produkt und am POS. Unser Brand Ambassador Matthew McConaughey ist dabei ein wichtiger Verstärker, weil er Reichweite, Aufmerksamkeit und Gesprächsanlässe liefert. Entscheidend ist jedoch, diese Aufmerksamkeit gemeinsam mit dem Handel in Abverkauf zu übersetzen. Deshalb investieren wir gezielt in Exzellenz der Präsentation, Trainings und aktivierende POS-Formate sowie eine regelmäßige, proaktive Betreuung vor Ort. Unsere Handelspartner können somit auch weiterhin mehr denn je auf Markenattraktivität, hohe Produktkompetenz und solides Umsatzpotenzial von OLYMP setzen.“
Modern Essentials

OLYMP SIGNATURE setzt den Akzent stärker auf Premium, Handwerk und Materialtiefe. Auch hier bleibt „The Autumn Edit“ Leitgedanke, allerdings mit Fokus auf Herkunft, Verarbeitung und exklusive Details. Business-Hemden aus reiner Schurwolle, fein strukturierte Qualitäten und reduzierte Prints prägen den formellen Teil der Kollektion. Im Casual-Bereich stehen Overshirts aus Cashmere-Wollmischungen sowie Baumwoll-Cashmere-Hemden für Zurückhaltung und Ruhe. Strick aus Lambswool ergänzt das Angebot um Layering-Optionen. Mit „Gateway to Premium“ erfolgt der Einstieg ins gehobene Segment.











