Eisbär im kalten Polar (frei nach Grauzone) …?

Editorial

Markus Oess

Ein Eisbär, der ausgehungert auf einer Eisscholle schwimmt, ist ein gern genommener Take für den Klimawandel und die nicht mehr stoppende Erderwärmung. Klischee? Absolut. Dumm nur, dass dieses Klischee leider Realität ist. Die Arktis ist bekanntlich kein Festland, sondern ein Meer. Schmilzt das Eis, war es das mit dem Lebensraum für den Eisbären. Dann ist das Klischee zur Katastrophe geworden. Mit allen Implikationen, wenn die Polarkappen schmelzen, und die ich hier nicht aufzuzählen vermag. Klar, Deutschland hat nur einen Bruchteil Schuld am globalen menschengemachten Klimawandel. Nur, wer soll mit Veränderungen anfangen, wenn nicht die Länder, die auf Kosten der übrigen Welt, des globalen Südens etwa, munter Wohlstand angehäuft haben und gerne die Zeche anderen überlassen würden? Aber bitte keine Eisbären, keine Klischees (sonst wäre es so klar). Etwas Selbstreflexion wäre aber gleichwohl angebracht. Ohne nun die Moralkeule auszupacken, haben wir viele Stellschrauben, die wir zum Besseren drehen können (nicht könnten).

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Wir haben diesmal den Meteorologen Sven Plöger gefragt, der seit mehr als zwei Jahrzehnten herumwettert, wie er sagt, wie er es hält mit der Klamotte in Zeiten des Klimawandels, aber vor allem wollten wir wissen, was er denjenigen erwidert, die lieber übers Wetter als über das Klima reden. Wir haben nachgefragt, wie der normale Mann seine Einkaufsgewohnheiten anpasst (oder auch nicht). Wir schauen auf die Wendejacke als Sinnbild hybrider Bekleidung, die es im Übrigen schon sehr lange gibt. Wir haben Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, interviewt, die gegen die chinesische Ultra-Fast-Fashion-Plattform SHEIN einen juristischen Punktsieg errungen hat, wonach SHEIN nicht mehr nur mit bloßen Greenwashing-Aussagen werben darf.

Wir nehmen Sie mit auf eine Shoppingtour nach Mailand und wir berichten über das Messegeschehen in Frankfurt und Istanbul. Wir haben außerdem den neuen Präsidenten von GermanFashion, Justus Lebek, interviewt und ihn zu Anspruch und Wirklichkeit der Verbandsarbeit befragt. Und zu guter Letzt schauen wir auf die Trends dieser Saison. Mein geschätzter Kollege Winfried Rollmann taucht sehr tief ein in die Modewelt Herbst/Winter 2026 und blickt dabei nicht nur auf das Geschehen in der Fortezza da Basso, sondern bezieht auch die Pariser Modewoche mit ein. Und zum Abschluss haben wir wie immer auch wieder den guten Plattentipp. Hören Sie mal rein!

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Ihr

Markus Oess