Autorin: Angela Cavalca
Die Mailänder Designwoche 2026 endete mit Rekordzahlen und bestätigte erneut ihre Rolle als internationales Zentrum für Kreativität, Innovation und kulturellen Austausch, bei dem die Mode eine zentrale Rolle spielt.
Vom 20. bis 26. April strömten mehr als 800.000 Besucher nach Mailand und auf das Messegelände. Die wirtschaftliche Wirkung der Veranstaltung wird auf rund 255 Millionen Euro geschätzt. Allein der Fuorisalone zog mit über 1.300 Events mehr als 500.000 Gäste an, während der Salone del Mobile insgesamt 316.342 Besucher verzeichnete.
Die enge Verbindung zwischen Mode und Design wird immer deutlicher und Mailand wird in diesen Tagen zum kreativen Labor neuer Ausdrucksformen. Die Nationale Kammer für italienische Mode präsentierte dazu im Rahmen von „Milano Moda Design“ rund 50 Veranstaltungen.
Internationale Modehäuser wie GUCCI, PRADA, LOUIS VUITTON, HERMÈS, VERSACE, Loro Piana, BOTTEGA VENETA, JIL SANDER und MARNI inszenierten immersive Installationen, Wohnkollektionen und Designprojekte, die Stil, Handwerk und Innovation verbinden. Von historischen Palazzi über ehemalige Klöster bis zu den Vierteln Brera, 5VIE und Porta Venezia verwandelte sich die Stadt in eine Bühne für zeitgenössische Ästhetik und neue Wohnkultur.
Der Fuorisalone 2026 stand im Zeichen von Materialkontrasten, Lichtinstallationen und nachhaltigen Konzepten. Kreativ wiederverwertete Materialien, handwerkliche Verarbeitung und natürliche Elemente bestimmten viele Projekte. Zahlreiche italienische und internationale Modemarken nutzten ihre Boutiquen als Ausstellungsräume für neue Projekte und Partnerschaften. Vivienne Westwood präsentierte gemeinsam mit der britischen Tapetenmanufaktur Cole & Son eine Kapselkollektion, die ikonische Drucke und handgezeichnete Motive der Designerin neu interpretiert. ISSEY MIYAKE zeigte mit „The Paper Log: Shell and Core“ eine Installation von Möbelstücken, die aus der Auseinandersetzung mit der komprimierten Rolle aus plissiertem Papier, einem Nebenprodukt des Plissierprozesses der Kleidungsstücke des Modehauses, entstehen. Luisa Beccaria stellte ihr neues Wohnkonzept „Poetic Living“ vor, das die ikonische romantische Eleganz des Hauses und die italienische Wohnkultur verbindet.
Im Rahmen des Kulturprojekts „Archivio Italia“ von VANITY FAIR unter der kreativen Leitung von Sabato De Sarno wurden die Geschichten von Handwerksmeistern, Produkten und Materialien aus zwölf italienischen Handwerksbetrieben erzählt. Die faszinierende Installation wurde in den ehemaligen Umkleideräumen des historischen Cozzi-Schwimmbads in Mailand eingerichtet.
Darüber hinaus beteiligten sich renommierte Modeschulen wie istitutOSecoli, IUAD und Accademia del Lusso mit Sonderprojekten ihrer Studierenden. Die Arbeiten verbanden Mode, Interior Design und Kunst und zeigten eindrucksvoll die kreative Zukunft der italienischen Designszene.












