Düsseldorf Fashion Days: Termine, Termine

©LHD/Ingo Lammert

Besuchsprotokoll

Was Orderverlauf und Frequenz angeht, herrscht auf den Düsseldorf Fashion Days Kontinuität. Der Standort bleibt wichtig: Kunden kommen aus der Region, aber auch aus dem nahen Ausland, Osteuropa und dem Nahen Osten. Gerade am Wochenende lässt die Frequenz nochmal etwas nach, in den Showrooms herrscht dennoch eine gediegene Arbeitsatmosphäre – Termingeschäft eben, flanierende Einkäufer gibt es nicht mehr. Erstaunlich, wie sehr sich Kunden an Krieg und Krisen gewöhnt haben: Selbst Händler aus der Ukraine oder dem Nahen Osten decken sich mit Ware ein. Ein Besuchsprotokoll:

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Bei CMVR, der eigens gegründeten Dachgesellschaft von CASA MODA, VENTI und redmond, ist der Umsatz von 60,6 Millionen Euro (2019) auf 95 Millionen Euro (2024) gestiegen. „Umsatz ist wichtig, aber im Vordergrund steht die Rentabilität„, sagt Geschäftsführer Thorsten Möllers. Nun gehe es darum den Umsatz abzusichern und rentierlich zu wachsen. Die Marken seien geschärft worden: CASA MODA geht stärker ins Casual-Segment. Neu sind Hosen im Programm. VENTI positioniert sich formeller und hat eine Erweiterung um Anzüge erhalten. redmond fokussiert sich auf Preis/Leistung.

bugatti startet nach einem erfolgreichen Saisonauftakt auf der Pitti Uomo das US-Geschäft und hat 14 Pop-ups bei Peek & Cloppenburg platziert (onklusive online), darunter fünf auch für die Womenswear – „ein strategisch wichtiger Erfolg„, sagt Marketing-Chefin Verena Demme. Im kommenden Jahr wird die Kommunikation stärker auf B2C ausgerichtet, um die Marke noch bekannter zu machen. Club of Comfort komme laut Geschäftsführer Norbert Bents gut durch die Saison, Italien bleibe ein starker Exportmarkt. Auffällig sei, dass man unter der Woche nun mehr zu tun habe – zugleich sieht Bents einen Wegbruch bestehender Händlerstrukturen infolge des Nachfolgeproblems: „Viele Läden schließen einfach.

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Fynch-Hatton wächst entgegen dem Trend, CEO Christian Kohlhase rechnet mit einem „nennenswerten Plus“ in der laufenden Orderrunde. „Ich blicke sehr zuversichtlich nach vorn, nachdem wir uns strategisch auf Wachstumskurs getrimmt haben“, sagt Kohlhase. WILVORST treibt die Modernisierung voran und macht dies am Produkt, in der Kommunikation und im Auftritt sichtbar. Wichtig sei mehr Emotionalität in Produkt und Marke, sagt Geschäftsführer Stefan Kohlmann – selbst neue Kunden aus dem Nahen Osten und Osteuropa lobten die Qualität der Anzüge.

JOOP!-Chef Thorsten Stiebing sieht die Order „ohne Ausschläge“ laufen, der Showroom werde ähnlich gut frequentiert wie in der Vorsaison. Der Nahe Osten sei gedämpft, Osteuropa laufe sehr gut. DESOTO startet ab der nächsten Orderrunde mit Webhemden eine Produktoffensive erklärt Geschäftsführer Mario Zimmermann, der zudem in dieser Saison ein Merino Jersey-Programm in acht Farben mit Preisen zwischen 89 und 129 Euro aufgelegt und mit Compact Knitted eine neue Qualität eingeführt hat.

BENVENUTO überzeuge angesichts sinkender Realeinkommen der Endkunden mit Preis-Leistung und einer Kalkulation von bis zu 3,5, sagt Brand Director Tristan Bolwin. „Wir werden gut besprochen und spüren ein wachsendes Interesse besonders auch von ehemaligen Kunden“, sagt Bolwin.  CEO Dieter Holzer und CPO Gordon Giers von der Modemarke CLOSED NewCo waren Düsseldorf gereist, um den Orderauftakt am Rhein zu unterstützen. Beide zeigten sich zuversichtlich, weiter Tritt zu fassen, nachdem Händler die Rückkehr zu Verlässlichkeit sowie die Kollektion selbst gelobt hatten.