Hotspots für die Menswear in der Hauptstadt

PREMIUM GROUP

Outdoor ist eines der beherrschenden Themen auf den diesjährigen Wintermessen der PREMIUM GROUP. (Bild: PREMIUM GROUP)

Autor: Markus Oess

Die Berliner Messeveranstalter der PREMIUM GROUP haben mit der PREMIUM, der SEEK und der BRIGHT gleich drei Plattformen im Portfolio, die unterschiedliche Genres der Menswear bedienen. Beherrschendes Thema H/W 2017/18 ist Outdoor. Die mittlerweile siebte #FASHIONTEC-Konferenz ergänzt das Angebot um die Digitalisierung der Mode. Ein Überblick.

Jäger und Sammler? Aber ja, ist der Mann immer noch! Aber er ist dort angekommen, wo die Frau seit Generationen schon unterwegs ist: Auch er kann und darf Styles und Preisniveaus so mixen, wie es eben gefällt. Also geht er nun auf die Jagd in die Stores, die ihm die beste Auswahl aus allen relevanten Modebereichen bieten. Mit seiner Beute kann er experimentieren, testen und sein eigenes modisches Statement setzen. Die neue Generation Mann will Qualität, ohne auf Diversität und Individualität zu verzichten.

Klar ist auch: Der Mann darf weiter sammeln. Allerdings nicht gerade schlechte Erfahrungen auf der Fläche. Das stellt die Einkäufer vor die Herausforderung, die ganze Vielfalt der Contemporary Menswear zu bieten. Diesen Ansatz zieht die PREMIUM GROUP mit der Erweiterung des eigenen Messeportfolios in der jüngeren Vergangenheit heran und bündelt das Know-how auf den Messen PREMIUM, SEEK und BRIGHT mit inzwischen aus mehr als 1.200 Herrenmarken auf insgesamt circa 15.000 Quadratmeter Fläche. Insgesamt bespielt die Gruppe rund 45.000 Quadratmeter mit etwa 1.600 Brands, davon 80 Prozent aus dem Ausland.

Die PREMIUM für hochwertige modern-progressive Herrenmode, die SEEK mit Urban Contemporary Menswear und die BRIGHT mit Fokus auf Streetwear und Boardsport präsentieren, was im Herrensegment State of the Art ist“, brachte es Anita Tillmann, der Kopf der PREMIUM GROUP, vor wenigen Monaten auf eine Formel: eines der umfassendsten und modernsten Portfolios für Contemporary Menswear. Mit 20 bis 30 Prozent neuen Labels in jeder Saison sowie der kontinuierlichen Integration innovativer Konzepte böte jede der Plattformen den visionären Blick auf den Markt, ohne dabei den Fokus für die Business-Belange der Branche aus den Augen zu verlieren. Innerhalb der einzelnen Modesegmente würde auf allen drei Messen jede Saison die Selektion geprüft, die Auswahl verfeinert und neu geordnet, so der eigene Anspruch.

Outdoor auf allen Plattformen

Der Megatrend Athleisure, den die PREMIUM bereits im Sommer 2015 als neues Segment adaptiert hat, nimmt zum Herbst/Winter 2017/18 weiter Fahrt auf. „Performance und Funktion stehen auf der Agenda zahlreicher Brands, die ihren Ursprung in Outdoor-Sportarten haben“, teilen die Beriner Messeveranstalter mit. Healthy Living als Gesamtlebenskonzept entwickele das Bedürfnis nach Outdoor-Aktivitäten. Sportarten wie Hiking, Skifahren, Segeln, Golf, Radfahren, aber auch Camping, Kanufahren, Jagen und Angeln würden neu entdeckt und dazu bedürfe es robuster und funktionaler Kleidung. „Outdoor-Mode gilt derzeit als Ausdruck eines neuen urbanen Lifestyles. Hiking Boots, High-Performance-Parkas und multifunktionale Backpacks gehören längst zum Trend auf der Straße, bei dem funktionale Einzelteile in den Gesamtlook integriert und mit Easy to Wear kombiniert werden“, führt eine Sprecherin dazu aus. Während die Funktion nach wie vor im Vordergrund stehe, erfahre das Outdoor-Segment diese Saison ein starkes Refining: Der Endverbraucher suche Produkte, die funktional und modisch zugleich sind, die in der Natur genauso funktionieren wie auf der Straße. „Der Anspruch an das Produkt ist es, die neuesten Smart Textiles und Hightech-Materialien mit modernen Schnitten und hohem ästhetischen Anspruch zu verbinden. So bahnt sich die funktionale Outdoor zunehmend den Weg von der Bergspitze auf die Straßen der Metropolen und in die Fashion-Stores – und stellt damit einen unverzichtbaren Impulsgeber für die modischen Handelssortimente dar.

Entsprechend hoch ist der Anspruch an Qualität und Funktion. Herkunft, Geschichte, Design und Style entscheiden über die Differenzierung und Profilierung der Marken. Im Premiumbereich werden die Styles feiner und körperbetonter. Individuelle Details, Applikationen, neue Texturen und modische Silhouetten werten die Outfits auf. Die SEEK-Brands setzen den Outdoor-Style im SEEK-typischen cleanen Scandi-Look geradlinig um. Auch klassische Workwear-Marken sind darunter. Durch die Adaption funktionaler Arbeitskleidung an aktuelle Style-Strömungen kreieren sie neue lifestyleorientierte Produkte und Linien. Die Brands der BRIGHT mit Wurzeln im Adventure- und Boardsport-Bereich fokussieren sich besonders auf die originäre Funktion der Materialien, während Outdoor-Gadgets und -Equipment im State-of-the-Art-Design von Hardware-Anbietern das Portfolio ergänzen. „Im Zuge der neuesten Entwicklungen im Bereich Smart Textiles und Hightech-Materialien sowie in Anbetracht des steigenden Bedürfnisses der Endverbraucher nach ganzheitlichen und nachhaltigen Lifestyle-Konzepten wird das Thema aktuell komplett neu definiert. Wir sammeln die Einflüsse und Strömungen aus der ganzen Welt, um diese zu bündeln und als Trendthema zielgruppengerecht auf unseren Plattformen als erlebbares Konzept abzubilden“, so Anita Tillmann.

 

PREMIUM: Spezialisten wie Bogner, Peuterey, G-Lab, Sportalm, Dolomiti und Luis Trenker bringen Ski- und Hikingthemen. Auch immer mehr junge Brands wie Live Out There aus Kanada, Moose Knuckles aus den USA und das New Yorker Label Orobos kombinieren Outdoor Gear und Streetwear. Zu Heritage und Handwerk bekennt sich das Traditionslabel Woods, das bereits seit 1885 Jacken für arktische Temperaturen fertigt. Im Schuh- und Accessoires-Bereich folgen Labels wie Moon Boot dem Trend.

SEEK: Hochwertige Rainwear wird aufgrund der wachsenden Mobilität in den Städten stark nachgefragt. Skandinavien und Kanada sind Heimat vieler spezialisierter Brands, die mit Lightweight- und Performance-Produkten den Markt revolutionieren, jedoch gleichzeitig auf klare Linien und minimalistisches Design setzen. Das dänische Label Rains, Norwegian Rain aus Oslo, Elka, das seinen Ursprung im Tiefseefischen hat, sowie Krakatau aus Russland stehen für Outdoor Styles auf der SEEK. Mit Wurzeln in der Workwear zeigen Caterpillar und Iron and Resin ihre Fashion-Kollektionen. Dazu kommen Impulse vom Motorradsport mit dem US-Label Deus Ex Machina und Eat Dust aus Belgien.

BRIGHT: Boardsport wie Skaten, Snowboarden oder Wellenreiten wird großgeschrieben. Hier bietet der Outdoor-Trend funktionale Mode und Gadgets sowie Ausrüstungen wie Zelte, multifunktionale Taschenmesser, Field Notes, Karabiner und Camping-Zubehör.