FASHION TODAY digital. Es fühlt sich sehr gut an.

Editorial

Dieter Scholz

Seit wenigen Wochen ist Fashion Today mit einem monatlichen Online-Magazin für die Menswear im Netz. Für nicht wenige in der Branche sind digitale Medien immer noch ziemlich gewöhnungsbedürftig, aber sie sind nicht mehr aufzuhalten.

Bei meinen vielen Kontaktbesuchen musste ich deshalb feststellen, dass es vielfach noch an nachhaltigem Bewusstsein für die umweltfreundlichen digitalen Plattformen mangelt und sich eine erstaunlich große Zahl der Leser bei Optik und Nutzerfreundlichkeit doch an Printmedien orientiert, zumindest die Älteren unter uns, die nicht das Privileg haben, als Digital Natives durchzugehen.

Auf den Berliner Messen habe ich wieder einmal die Feststellung machen müssen, dass die Flut von gestreuten Werbemitteln aus allen Ecken und Bereichen nicht dem entspricht, was Verlage und ihre Redaktionen über Nachhaltigkeit und umweltschützende Produktionen eigentlich wissen sollten.

Tonnenweise landeten Magazine und Broschüren auf den Gängen und Treppen und wurden nach der Messe die Überhänge von nicht verteilten Fachtiteln und Zeitungen in die dafür bereitstehenden Container entsorgt.

Sind die Verlage wirklich noch so gedankenlos, um nicht zu erkennen, welche Umweltbelastung und Energieverschwendung die Herstellung dieser Medien Woche für Woche und Monat für Monat in der ganzen Welt darstellt?

Aber erreicht Print tatsächlich so viele Leser, wie die Druckauflage glauben macht? Schwer zu sagen, auf den Messen ist die Präsenz gewaltig, aber wer liest schon bei der Arbeit? Und später? Die Tage, an denen Prospekte in Tüten geschleppt wurden, sind gezählt. Heute, mit der digitalen Variante, ist das effektiver und nachvollziehbarer, wenn man die Klickraten, die User und die Verweildauer gegenüberstellt. Gut so, das fühlt sich besser an.

Voraussetzung für guten Traffic aber ist die redaktionelle Leistung und Aktualität in der Berichterstattung und da haben wir, nach Meinung vieler Branchenkenner, eine neue Tür aufgestoßen. Unsere Devise lautet: einfach, übersichtlich, lesefreundlich. Fünf Rubriken, fünfmal Medienpower und fünfmal mehr Spannung. Ich muss aber auch zugeben, dass es für mich, nach 26 Jahren Printgeschichte, auch nicht so einfach war, mit dieser Herausforderung klarzukommen. Aber ich habe sehr schnell die großen Vorteile erkennen dürfen und bin bestens motiviert, meinem Kollegen Markus Oess, der jetzt die Verantwortung für das Magazin übernommen hat und diese Plattform in die Zukunft führen wird, weiterhin beratend zur Seite zu stehen. Und wer weiß, was noch kommen wird? Denn wer aufmerksam die Medienlandschaft – egal ob Print oder Digital – beobachtet, wird zwangsläufig feststellen, dass Fachpresse nicht mehr im Fokus der Marken steht und dass es hier für Branchenkenner der Modepresse viel Luft nach oben gibt.

Das meint
Ihr
Dieter Scholz