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New York

©pixabay

Autor: Thomas Henkelmann

Wenn es um New York, Trends und Shopping geht, fallen einem natürlich sofort die großartigen Menswear-Abteilungen bei Barneys, Bergdorf Goodman oder Saks Fifth Avenue ein, die mit riesiger Auswahl und erstklassigem Service punkten. Sie alle sind genau die richtigen Anlaufpunkte, um rasch einen Überblick zu bekommen. Wer genügend Zeit hat, sollte etwas tiefer in die Independent-Szene des Big Apple eintauchen und die Viertel Soho, West und East Village, Meatpacking District, Chelsea und natürlich noch das hippe und unvergleichliche Brooklyn genauer unter die Lupe nehmen. Denn oft sind es eben gerade die kleineren Stores, die begeistern und lange in guter Erinnerung bleiben. Stores mit faszinierenden Sortimenten, die Saison für Saison mit Engagement, Herzblut und Liebe zum Detail zusammengestellt werden – natürlich fernab des Mainstreams. FASHION TODAY präsentiert eine Auswahl der aktuellen Hotspots.

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BROOKLYN

The KINFOLK Store

The KINFOLK Store: Wie ein Antiquitätenladen mit Twist (Bild: The KINFOLK Store)

Zwischen einem alten Lagerhaus und der Brooklyn Brauerei liegt dieser ausgefallene Store, der nicht ganz zufällig an ein multifunktionales Café beziehungsweise einen Klub im selben Gebäudekomplex gekoppelt wurde. Überwiegend Brands aus Tokio und London führen die Liste des Portfolios an, dazu zählen unter anderem Master-Piece, YMC oder La Paz. Angesagte Klassiker der Männermode, Streetwear und neuerdings Sportbekleidung sind bei KINFOLK neben Schuhen und zahlreichen Accessoires vorzufinden. Doch damit nicht genug. Ein großes Regal direkt im Eingangsbereich beherbergt diverse Raritäten wie beispielsweise Bücher, CDs, Vinyl, Uhren, Sonnenbrillen, Gadgets und sogar originelle Fundstücke vom Flohmarkt. Unangefochtener Blickfang ist jedoch die konvexe Holzkonstruktion, welche als Rückwand fungiert und so die Verkaufsfläche schlicht und ergreifend vom Rest einer Halle abgrenzt. 94 Wythe Ave., Brooklyn, www.kinfolklife.com

CADET

CADET: Zeitgemäße Military-Styles (Bild: CADET)

2011 wurde dieses Brand gegründet, das blitzschnell viel Anerkennung innerhalb der Branche fand. 2014 bezeichnete die New York Times CADET als „Designers of the Williamsburg Look“ und nur ein Jahr später wurde die Kollektion mit dem 1. Preis des „Design Entrepreneurs NYC“ ausgezeichnet. Eine Nominierung für den CFDA/Vogue Fashion Fund können die Gründer Brad Schmidt und Raul Arevalo ebenfalls vorweisen. Funktionale Military Styles und alte Uniformen dienen ihnen jede Saison als unerschöpfliche Inspirationsquelle – mal erscheinen die Entwürfe sehr authentisch, mal in total neuer Interpretation. Darüber hinaus ist „made in Brooklyn“ ein wichtiges Prädikat der Linie. Militärisch angehaucht ist natürlich auch das Interieur des Flagship-Stores in Williamsburg, der immer ausgewählten Accessoires von lokalen Designern eine Plattform bietet. CADET ist mit einem zweiten Store (East Village) sowie neuer Womenswear-Linie weiterhin auf Expansionskurs. 46 North 6th Street, Brooklyn, www.cadetusa.com

rime

rime: Sneaker und Streetwear in Symbiose (Bild: rime)

Sneaker und Streetwear stehen im Fokus dieses Shops, der als besonders progressiv wahrgenommen werden möchte und deshalb gerne mit handverlesenen Teilen unbekannter Designer aus New York, Los Angeles oder Tokio aufwartet. Aber auch renommierte Designerbrands wie zum Beispiel Tom Ford oder Fred Perry bereichern das Sortiment. Susan Boyle gründete rime Ende 2007. Dank ihres Elans werden inzwischen circa 50 Brands unter diesem Dach vereint. Eine ganze Wand widmete sie schließlich ihrer heimlichen Leidenschaft, den Schuhen. CLAE, NIKE, RED WING, SUPRA, adidas – die Liste ist lang. Wie viele andere Jungunternehmer in Brooklyn, so hilft auch Boyle, die Szene vor Ort immer attraktiv zu gestalten, weshalb sie monatlich neue Events im Store anbietet. Kostenlose Breakdance-Kurse, Trunk-Shows, Gespräche mit Künstlern, Ausstellungen standen bereits auf dem Programm. 157 Smith St., Brooklyn, www.rimenyc.com

KAI D. Studio

KAI D. Studio: Höchste Qualitätsansprüche und der Blick fürs Detail (Bild: KAI D. Studio)

Ein Flagship-Store, der wie ein 3-D-Moodboard erscheint. KAI D.’s Visionen offenbaren sich stets in detailversessenen Dekorationen. Im Herzen von Brooklyn, genauer gesagt im Stadtteil Williamsburg, entsteht in Handarbeit eine außergewöhnliche Menswearlinie, die durch höchste Ansprüche an Qualität und Form eine ständig wachsende Fangemeinde vorzuweisen hat. Nur feinste Stoffe aus Italien werden für die meist zeitlosen Styles verwendet, die alles andere als langweilig sind. Raffinierte Detaillösungen, ausgefeilte Schnittführung, bestechende Funktionalität und Langlebigkeit lassen die Kollektionsteile nicht nur aus der Masse hervorstechen, sie stellen alles andere in den Schatten. Man sieht und fühlt den Aufwand, der in jedes einzelne Teil investiert wurde. „Buy less, but better“ – so lautet das Motto des Designers, der davon überzeugt ist, dass sich Qualität immer auszahlt. 230 Grand Street, Brooklyn, www.kaidutility.com

MANHATTAN

A.R.C. Alife Rivington Club

A.R.C. Alife Rivington Club: Heiße Ware in altehrwürdigem Ambiente (Bild: A.R.C. Alife Rivington Club)

Gehören Sie etwa auch zur Gruppe derer, die ihr letztes Geld für exklusive Sneaker hergeben würden? Und insbesondere die Limited Editions gewisser Marken wecken Ihr Interesse? Alife Rivington Club ist in solchen Kreisen ein Muss. Kein Außenschild, kein Schaufenster oder sonst irgendetwas weist auf diesen Store hin. Der Kunde ist ein Connaisseur und weiß, dass er hier klingeln muss, um ins Innere zu gelangen. An Laufkundschaft ist man nicht interessiert. A.R.C. ist so ganz anders als andere Sneaker-Läden. In irritierend gediegener Atmosphäre werden die Geschäfte getätigt. Eine riesige holzverkleidete Wand mit einzeln beleuchteten Fächern reiht die Objekte der Begierde auf. Direkt darüber noch mehr davon – alles hinter Glas und natürlich unter Verschluss. Wo früher einmal edle Brogues, Derbys und Oxfords angeboten wurden, gehen jetzt nur die neuesten und teuersten Modelle begehrter Sportschuhhersteller über die Ladentheke. 158 Rivington Street, NYC, www.rivingtonclub.com

C’H’C’M’

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C’H’C’M’: Junge Menswear verdient ein museales Umfeld. Bild:C’H’C’M’

Geradlinig und auf den Punkt! Dieser Laden im East Village fasziniert spontan durch die extrem minimalistische Einrichtung und seine fast schon sphärische Anmutung. Wände, Fußboden und Decke sind komplett in Weiß gehalten, nur die sehr unterschiedlichen Warenträger aus Holz beziehungsweise Metall und stellenweise unverputztes Mauerwerk sorgen für genügend Kontrast. Genau wie in einem cleanen Showroom steht also in erster Linie die Ware im Rampenlicht. Aufgrund des großzügigen Platzangebots kann jedes einzelne Teil optimal zur Geltung kommen. C’H’C’M’ richtet sich an Männer, die zwar modisch up to date sein, es aber mit ihrer Garderobe nicht übertreiben wollen. Einen Überblick über die exzellente Auswahl an Brands, die den dezenteren Look propagieren, liefert ein flüchtiger Blick ins Portfolio: Arpenteur, James Coward, Handvaerk, niuhans, Druthers, 6876, ERKN, PAA, Several, Wild Bunch, das eigene Label C’H’C’M’ und viele mehr. 2 Bond Street, NYC, www.chcmshop.com

The Lodge

The Lodge: Eine Ode an die vielen unentbehrlichen Accessoires (Bild: The Lodge)

Fast wäre man vorbeigelaufen, wäre da nicht dieses vielversprechende schmale Fenster im Augenwinkel aufgetaucht. Diese Ladenfront im East Village misst nur wenige Meter. Im Inneren: schwer angesagte Accessoires und Pflegeprodukte für Männer. Einerseits offenbart sich dieser Shop als echtes Raumwunder und andererseits als Paradies für Zeitgenossen, die ein Faible für modisches Beiwerk haben. Sofort wird man von der Produktvielfalt und der ästhetischen Präsentation gefangen genommen. Hüte, Baseballkappen, Schals und Tücher, Krawatten, Gürtel, Taschen, Rucksäcke, Düfte – The Lodge lässt keine Wünsche offen. Auch wenn der schmale Raum ganz in monochromem Grau gestrichen wurde, sorgen doch bunte Ethno-Teppiche für Behaglichkeit und verleihen ihm eine unverwechselbare Note. Wood & Faulk, Santa Fe Stoneworks, Throne Watches, Public Supply, BLIND BARBER, Capital Eyewear und Fair Ends – alles made in USA. 220 East 10th Street, NYC, www.lodgegoods.com

Nepenthes New York

Nepenthes NY: Tokio trifft New York. Bild: Nepenthes NY

Nepenthes ist die botanische Bezeichnung für fleischfressende Pflanzen. Männer haben hier jedoch nichts zu befürchten, höchstens, dass sich diese „Pflanze“ zur Keditkartenfalle entpuppt. Dieser High-End-Laden, zwischen Madison Square Garden und Times Square gelegen, bietet alles für echte Modeenthusiasten. Nur ein unscheinbares Schild weist auf diesen Hotspot hin, kein Wunder, denn Understatement wird hier großgeschrieben. Engineered Garments und Needles, beides japanische Kult-Brands, gehören ebenso zur Markenwelt wie Vivienne Westwood, Acne Studios, Woolrich oder Mark McNairy. Schuhe, Taschen, Schmuck usw. befinden sich auf der oberen Etage, die außerdem Raum für Pop-up Shops angesagter Brands bietet. Newcomer erhalten hier immer eine Chance. Fazit: Experimenteller Spirit umgibt das ganze Gefüge, davon zeugt auch die monatlich wechselnde Kunst an den Wänden. 307 West 38th St., NYC, www.nepenthesny.com

SHINOLA

SHINOLA: Das Beste aus Detroiter Manufakturen (Bild: SHINOLA)

Ein beeindruckender Concept Store, der die ganze SHINOLA-Welt in den Mittelpunkt des Interesses rückt. Dazu gehören Produkte aus der eigenen Uhrenmanufaktur sowie der Fahrrad- und Lederwarenfabrik. Alles handgefertigt, alles „made in Detroit“! Limited Editions und Teile, die in Kollaboration mit anderen Designern entstanden sind, gehören zur Brand-DNA und auch sonst sind gleichgesinnte Marken, die zur eigenen Philosophie passen, willkommen. Smith Shop, Detroit Denim und Keramik aus der Heimatstadt sind nur wenige Beispiele hierfür. SHINOLA will durch Qualität und Design überzeugen und die Arbeitsplätze in den USA sichern. Das Ambiente dieses Flagship-Stores wurde stark beeinflusst durch Minimal Art, weshalb klare geometrische Formen, natürliche Materialien und cleanes Finishing vorherrschen. Wendeltreppe und Empore aus Stahl sind neben der Ware echte Eyecatcher im hohen Raum und erinnern stark an den Industrie-Stil des frühen 20. Jahrhunderts. Ein kleines Café lädt zum Verweilen ein. 177 Franklin St., NYC, www.shinola.com

FINE and Dandy

FINE and Dandy: Ein Muss für Gentlemen und Hipster (Bild: FINE and Dandy)

Die Rückkehr des eleganten Gentlemans – dafür steht dieser winzige Shop. Alles begann 2008 mit einem Online-Store, der sich auf den Dandy und zeitgemäße Accessoires spezialisiert hat. Im Dezember 2010 folgten Pop-up Stores bei BLIND BARBER im East Village sowie The National Arts Club und Chelsea Market. Im November 2012 dann der erste Laden im Stadtteil Hell’s Kitchen. Von außen wirkt alles sehr britisch. Innen kommt man aus dem Stauen nicht heraus und wird von der Pracht und Fülle fast erdrückt. Krawatten, Fliegen, Manschettenknöpfe, Einstecktücher, Gürtel, Tücher und Schals, Socken, Customized Shirts – alles, was das Herz begehrt. Matt Fox und Enrique Crame III. sind absolut stilsicher in puncto Männergarderobe und helfen beim Feinschliff mit kompetenter Beratung weiter. Accessoires haben die Power, das Outfit aufzupeppen und ihm eine persönliche Note zu geben. 445 West 49th Street, NYC, www.fineanddandyshop.com