Zalando forciert Plattformstrategie

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Zalando-Vorstand: Rubin Ritter, Robert Gentz und David Schneider. Bild: ©Zalando

Partner sollen von logistischer Infrastruktur profitieren

Der Berliner Online-Riese Zalando will sein Plattformgeschäft weiter ausbauen und hat diesbezüglich Einiges auf den Weg gebracht. Unter anderem meldeten die Berliner den Launch von Zalando Fulfillment Solutions.

Mit dem neuen Plattform-Service öffne Zalando seine logistische Infrastruktur und Expertise für Partner im Partnerprogramm. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen auf dem Zalando Playday weitere neue Initiativen und Partnerschaften an, „die Kunden ein noch besseres Einkaufserlebnis und einfacheren Zugang zu Produkten ermöglichen“. Dazu zählen die Anbindung von vier Tommy Hilfiger-Geschäften in Berlin und der Online-Plattform schuhe.de.

Zalando Fulfillment Solutions bietet Partnern im Partnerprogramm (Modemarken und Händler binden darüber ihren E-Commerce- sowie Offline-Warenbestand an den Zalando Fashion Store an) an, ab sofort Zalandos logistische Infrastruktur zu nutzen. Zalando übernimmt die Logistik für Partner von Wareneingang bis zur Retoure. Über das europäische Logistiknetzwerk, das bis Ende des Jahres acht Logistikzentren in fünf Ländern umfassen wird, können Partner unter anderem kosteneffizienter versenden und Kunden in zusätzlichen Märkten beliefern.

„Zalando entwickelt kontinuierlich innovative Angebote und Dienstleistungen für die letzte Meile. Darüber hinaus haben wir innerhalb der letzten sechs Jahre ein starkes Logistiknetzwerk aufgebaut und tiefgreifende Expertise gewonnen. Das alles machen wir jetzt für externe Partner zugänglich”, sagt Jan Bartels, VP Logicistics bei Zalando. „Wir bieten nicht nur digitale Dienstleistungen wie Analytics oder Werbung an, sondern ab sofort auch Fulfillment und werden damit zur Geschäftsstrategie für Marken- und Handelspartner”, meint Bartels. Beliefert werden Kunden in Deutschland, den Niederlanden, Spanien, Österreich und Frankreich beliefert. Weitere Märkte sollen folgen. Zum Start sind Beststeller, Elvi, EVITA, Motion Fashion und surf4shoes dabei.

Weekday bald auch im Zalando Fashion Store

Kurz nach der Anbindung der Inditex Marke Oysho im Februar kündigt Zalando außerdem eine weitere Kollaboration mit einem vertikalen Modeanbieter an: Weekday, ein Modelabel der H&M Gruppe, wird in Kürze im Zalando Fashion Store verfügbar sein. Überdies verkauft Nike im Rahmen des Partnerprogramms auch selbst auf der Zalando-Plattform und versendet Bestellungen unter Berücksichtigung der Zalando-Lieferstandards direkt an die Kunden. Das Partnerprogramm zählt bereits mehr als 170 Marken, darunter Bestseller, adidas, Mango, Hallhuber und Superdry.

Warenbestand von Schuhe.de wird an den Shop angebunden

Neu ist auch die Zusammenarbeit mit schuhe.de. Durch die Partnerschaft mit der ANWR Media GmbH, Tochtergesellschaft der ANWR Group, greifen Zalando-Kunden in Deutschland künftig auf das Warensortiment von schuhe.de zu. Aktuell sind dort über 100.000 Modelle von mehr als 850 Marken aus über 1.450 Schuhfachgeschäften verfügbar. In der Pilotphase wird zunächst der Warenbestand einzelner lokaler Händler angebunden. Weitere Geschäfte folgen sukzessive.

Schließlich kündigt Zalando die Anbindung von vier Tommy Hilfiger-Läden in Berlin an. Das ermögliche es Tommy Hilfiger und Zalando, den Kunden in Zukunft Services wie Same-day Delivery direkt vom Geschäft aus anzubieten. Das Pilotprojekt zu Zalando Integrated Commerce läuft seit Juni 2016, als der adidas Local Performance Store in Berlin an den Fashion Store angebunden wurde.