Etwas Konsequenz geht halt nicht.

Editorial

Markus Oess, ©FT

Zur Juli-Ausgabe von FASHION TODAY MEN

Das Pronomen etwas bezeichnet laut Duden „ein nicht näher Bestimmtes, eine [gewisse] Sache, ein Ding, Wesen oder Ähnliches, eine nicht näher bestimmte Sache, die bedeutsam erscheint, einen nicht näher bestimmten Anteil oder schließlich ein bisschen, ein wenig“.  Jedenfalls eine Sache, die nicht klar umrissen ist. Etwas fair geht nicht. „GOTS oder gar nicht“, sagt der Philipp Scheffbuch. Der ehemalige Wirtschaftsjournalist betreibt ‚schlechtmensch’, einen Laden für öko-faire Mode nur wenige Gehminuten vom Stuttgarter Hauptbahnhof entfernt. Und das tut er mit aller Konsequenz, denn bevor er Geschäfte mit Kompromissen macht, verzichtet er lieber auf Umsatz. Acht Monate gab es im Laden keine einzige Männerjeans zu kaufen, einfach weil es auf dem Markt lange keine Denims mit GOTS-Zertifizierung gab. Die Kunden kamen dennoch und sie kommen wieder, weil sie sich mit dem kantigen Profil von Scheffbuch identifizieren können.
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Genauso konsequent geht Claus Burchard vor. Auch bei ihm kommt der Begriff etwas nicht vor. Radikal verkürzt, lässt sich das Konzept von Policke Hamburg auf eine einfache Formel bringen: Personal + NOS= Umsatz. Mit einem NOS-Anteil von 80 Prozent hat Burchard sein Modell perfektioniert. 46 Top-Verkäufer arbeiten auf einer Fläche von 600 Quadratmetern. Burchard erwartet Leistung und er bekommt sie, auch weil er seine Leute gut bezahlt. Das Haus macht sich überdies den Aldi-Bonus zunutze. Bei Dauerniedrigpreisen von durchweg 30 Prozent unter der UVP wissen die Kunden, sie kaufen zu einem sehr ordentlichen Preis-/Leistungsverhältnis und danken es ihm mit Vertrauen und Loyalität.
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Burchards Geschäftsmodell dürfte kaum als Traumansatz der Industrie betrachtet werden, denn hier spielen Markenaufbau und Flächenpräsenz im klassischen Sinne keine Rolle. Und dennoch kommen sie alle, wenn der Hamburger Kaufmann ruft. Erfolg zieht eben an. Aber auch auf Industrieseite vollziehen einige prominente Marken einen Wandel, der sanft zwar, aber mit allem Nachdruck vollzogen wird. pierre cardin hat die Kollektionen in den zurückliegenden Saisons komplett auf links gedreht und ihnen einen Schick gegeben, der sich nicht mehr auf die gute alte pierre-cardin-Jeans reduzieren lässt, wie Ahlers-Vorstand Götz-Borchert und Marken-Chef Karl-Friedrich Schielmann im Interview betonen. Nun wollen die Herforder die PS auch auf die Straße bringen. Erfolg haben sie, denn ein Wachstum von 4,2 Prozent im ersten Halbjahr 2017 den Trend ist aus der aktuellen Marktposition der Ahlers-Marke bemerkenswert, dies zumal sich alle Warengruppen nach vorn entwickeln.
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Auch in Nagold wird kontinuierlich am Markenaufbau gearbeitet. Digel hat ein klares Profil am Markt. „Wir stehen für Passform, Preis/Leistung, Baukasten und eine gut funktionierende Logistik. Modisch haben wir eine stilsichere Handschrift und sind damit zu einem verlässlichen Partner im Handel geworden“, sagt Vorstand Jochen Digel im Gespräch mit FT. Jetzt gehe es darum, Digel die nötige Modernität mitzugeben, um beim Endverbraucher als Marke wahrgenommen zu werden. Ein Weg, den auch die anderen drei der ‚Fanta Vier’, CRÉATION GROSS, BENVENUTO und ROY ROBSON, gerade beschreiten.
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Mode ohne Schau geht genauso wenig in Berlin zur Fashion Week. Die Messe-Betreiber tun alles, um dem Handel eine gute Plattform zu bieten (siehe auch den Kommentar von Maximilian Fuchs). Nur unternehmen wirklich alle Händler alles, diese Plattform auch anzunehmen und zu nutzen? „Messe ist Händlerpflicht“, sagt Sütegro-Chef Peter Bierhake. Auch längst nicht alle Lieferanten zeigen sich in Berlin. Im Einzelfall gibt es dafür nachvollziehbare Gründe, aber eben nur im Einzelfall. Etwas Messe funktioniert nicht!
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Wie wir in der Redaktion die Saison Frühjahr/Sommer 2018 sehen, haben wir für Sie in unserer aktuellen Shooting-Strecke ‚Jump into the Urban Jungle‘ abgelichtet: Klassische Looks schaffen in Kombination mit lässigen sowie funktionalen Items spannende Stilbrüche oder finden durch den Einsatz von Materialien wie Jersey direkt gänzliche Neuinterpretation. Lassen Sie sich inspirieren!

Bleibt mir noch, auf unseren neuen interaktiven ‚Orderguide‘ hinzuweisen, den Sie sich einfach ausdrucken, besser noch auf Ihre mobiles Device herunterladen, können. Ein Klick und Sie haben Markenprofil, Kollektion und Kontaktdaten ausgesuchter Lieferanten auf ihrem Handy oder Tablet. Zum Download >>

Ihnen jedenfalls eine erfolgreiche Order

Ihr Markus Oess