HUGO BOSS hebt Umsatzprognose an

Hugo Boss Headquarter
©Hugo Boss AG

Der eigene Retail wächst, im Wholesale gehen die Umsätze zurück

Mark Langer sieht sein Unternehmen „auf einem guten Weg, unsere Ziele für 2017 zu erreichen oder in Teilen sogar zu übertreffen“. Der Vorstands-Chef der HUGO BOSS AG findet bei Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres „vor allem die Entwicklung in unserem eigenen Einzelhandel […] überaus erfreulich“. Die Repositionierung von BOSS und HUGO komme gut voran. „Wir haben somit die Voraussetzungen für zukünftiges profitables Wachstum geschaffen.“

Die Metzinger sprechen von einem „soliden Umsatzanstieg“. Gerade der eigene Retail in Großbritannien und China lege zu. Aufwärts gehe es erstmals seit zwei Jahren aber auch in den USA. Das eigene Online-Geschäft habe im abgelaufenen Quartal ebenfalls gewonnen. Dagegen habe der Wholesale „erwartungsgemäß“ nachgegeben. Einiges Geld sei in die Marketingaktivitäten rund um die Marken BOSS und HUGO und in die digitale Transformation des Geschäftsmodells gesteckt worden. Auch hätten negative Währungseffekte dazu geführt, dass das operative Ergebnis knapp unter dem Vorjahresniveau lag.

Vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf hebt HUGO BOSS die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an und rechnet mit einem Anstieg des währungsbereinigten Konzernumsatzes im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Dazu beitragen sollen vor allem die Regionen Europa und Asien/Pazifik. Der eigene Retail soll im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Für den Großhandel soll es unverändert im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich nach unten gehen. Alles in allem rechnet das Management mit einem stabilen EBITDA vor Sondereffekten.

Zu den Zahlen: Der Umsatz in Europa legte im dritten Quartal gegenüber dem Vergleichszeitraum um 4 Prozent auf 474 Millionen Euro zu, in Amerika sanken die Erlöse um 8 Prozent auf 136 Millionen Euro, in Asien/Pazifik um 2 Prozent auf 81 Millionen Euro. Der Anstieg des Segmentergebnisses in der Region Europa (160 Millionen Euro, plus 8 Prozent) ist auf die höheren Umsätze sowie eine stabile Entwicklung der operativen Aufwendungen zurückzuführen. Niedrigere Umsätze im Großhandelsgeschäft sorgten für einen Rückgang des Segmentergebnisses in der Region Amerika (29 Millionen Euro, minus 17 Prozent). Die operativen Aufwendungen lagen auf dem Niveau des Vorjahres. In der Region Asien/Pazifik konnten positive Effekte aus einer geringeren Rabattintensität einen Anstieg der Vertriebs- und Marketingaufwendungen nur teilweise kompensieren. Dies führte zu einem Rückgang des Segmentergebnisses (11 Millionen Euro, minus 11 Prozent).

Nach Vertriebskanal hat der eigene Retail um 3 Prozent auf 410 Millionen Euro zugelegt, der Wholesale verlor in gleicher Größenordnung und kommt nun auf noch 281 Millionen Euro. Die Menswear hat mit 635 Millionen Euro rund zwei Prozent mehr Erlöse in der Kasse gespült, die Womenswear gab hingegen um zwei Prozent nach (76 Millionen Euro). Beim EBIT packten die Metzinger mit 114,9 Millionen Euro rund 5 Prozent drauf. Das EBITDA vor Sondereffekten liegt mit 142,9 Millionen Euro 1 Prozent unter Vorjahr.