awsum bewegt die Stadt

Store Check

Urbane Mobilität (alle Bilder ©FT)

Autor: Markus Oess

Karl und Klaus Schwitzke haben schon viele Läden entwickelt und realisiert. Allerdings immer für andere. Die beiden Brüder wollten schon immer auf der anderen Seite der Ladentheke stehen. Vor gut einem Jahr haben sie ihr Vorhaben in die Tat umgesetzt. Herausgekommen ist ein bemerkenswerter Concept Store im Düsseldorfer Stadtteil Flingern, der voll auf urbane Mobilität zielt. Vieles dreht sich ums Fahrrad, aber eben nicht nur.

Der Laden ist so etwas wie ein Familienbetrieb. Anja Bergen ist die Lebensgefährtin von Karl Schwitzke. ©FT

Anja Bergen, eigentlich Lehrerin für Niederländisch und Sozialwissenschaften, hat ihren Job an den Nagel gehängt und führt mit großem Elan awsum – things we love, einen Lifestyle-Concept-Store rund um das Thema urbane Mobilität. Und für urbane Mobilität stehen heute Fahrräder, hochwertige Bikes aus der Berliner Manufaktur schindelhauer, die awsum, lautmalerisch für „awesome“, exklusiv in Düsseldorf vertreibt. Dazu kommen mit Elektro-Antrieb ausgestattete Single-Speed-E-Bikes, die das Team direkt in China einkauft und unter der Marke awsum vertreibt. Die Idee, eigene Räder zu vermarkten, entstand in der Zeit, als sich awsum zu einem realen Projekt entwickelte. „Wir haben damit junges Publikum im Auge. Städter, die sich für schicke E-Bikes begeistern und nicht mit dem ganz dicken Geldbeutel ausgestattet sind“, sagt Karl Schwitzke. Die awsum-Räder starten bei einem VK von 1.800 Euro. Karl und seinem Bruder Klaus Schwitzke ist der Handel nicht gerade fremd. Die beiden haben eine Firmengruppe mit zehn Unternehmen und rund 230 Mitarbeitern im In- und Ausland aufgebaut, die dem Handel Dienstleistungen von der strategischen Markenberatung bis hin zum schlüsselfertigen Ausbau von Retail-Flächen anbietet.

„Mein Bruder und ich wollten schon immer einen eigenen Laden aufbauen und selbst ausprobieren, was alles auf der Fläche möglich ist“, sagt Karl Schwitzke. „Wir haben uns von der Grundidee des städtischen Lebens leiten lassen. Das Konzept ist bewusst offen gestaltet, es soll mit der Saison atmen und sich weiterentwickeln können. Urbane Mobilität nimmt zwar das Fahrrad in den Mittelpunkt, aber darum herum gruppieren sich eine Menge Elemente, die sich im Idealfall immer wieder zu einem neuen Bild zusammenfügen“, erklärt Schwitzke weiter und nennt Beispiele: Neben den Bikes ist das natürlich auch Zubehör wie Fahrradschlösser (tex-lock) oder japanische Klingeln (Crane), Beleuchtung (RINDOW), Helme (EGIDE) oder Sättel (BROOKS). Awsum führt aber auch in dem 75 Quadratmeter großen Laden in Düsseldorf-Flingern auf das Radfahren zugeschnittene Mode, wie zum Beispiel die Bike-Pants von ALBERTO oder Mäntel und Jacken von Amity, die speziell für das Fahrradfahren mit Extras wie Rückenfalten, Ärmelverlängerungen und Leuchtstreifen aufgepeppt wurden. Auch Ponchos von The People’s Poncho oder Taschen (CHROME INDUSTRIES und CARRADICE) gehören dazu. Inzwischen hat awsum auch Wohn-Accessoires wie die Lampe Mr. Wattson (PIFFANY) und Speaker von KREAFUNK ins Sortiment genommen. „Alles, was uns Spaß macht und unseren Qualitätsansprüchen gerecht wird“, betont Anja Bergen. Inspirationen sucht das Team auf den vielen Reisen. „Wir gehen mit offenen Augen durchs Leben“, sagt Schwitzke. Anja Bergen nutzt auch intensiv das Internet und surft durch Seiten wie CYCLEFOX.

Der Laden ist so etwas wie ein Familienbetrieb. Bergen ist die Lebensgefährtin von Karl Schwitzke. Im Laden arbeiten noch ein engagierter Mechaniker und zwei radbegeisterte studentische Aushilfen. Zwar gibt es für schnelle Reparaturen eine kleine Werkstattecke, aber für Lager und richtige Werkstatt ist der Laden zu klein, weswegen awsum auf ein Gebäude wenige Fahrradminuten entfernt ausweichen muss.

„Innerhalb eines Jahres haben wir schon mehr als 100 Fahrräder verkauft. Bei schindelhauer zählen wir inzwischen schon zu der Gruppe der größeren Händler“, sagt Anja Bergen. Der Laden ist auch erst ein Jahr geöffnet. Dass awsum nicht nur für urbane Bewegungsfanatiker ein besuchenswerter Ort ist, hat sich herumgesprochen. Es kommen zusehends mehr Kunden und auch die Branche nimmt inzwischen Notiz von den Düsseldorfern. Unter anderem präsentierte sich awsum auf einer Pop-up-Fläche (30 Quadratmeter) im Luxus Department Store breuninger am Kö-Bogen. Die Aktion wird wiederholt und es trudeln weitere Anfragen ins Mailfach der Schwitzkes ein. Mittlerweile bricht der Store allerdings aus den Nähten und der Umzug in das Nachbarhaus Ende Februar steht schon fest. Der Waschsalon dort zieht aus und awsum verdoppelt mit dem neuen Standort seine Verkaufsfläche. „Wir werden mit Cargobikes und Falträdern mit und ohne elektrischen Antrieb das Fahrrad-Angebot erweitern und ein Café einrichten, vielleicht auch Bücher hinzunehmen und das Mode-Angebot ausbauen“, sagt Schwitzke. Zum Start der neuen Fahrradsaison soll der Laden wieder auf der Höhe sein.