Spielend in die Zukunft

FASHIONTECH 2020

Michael Stracke, Chief Business Development Officer FASHIONTECH Berlin ©PREMIUM Group
Autor: Maximilian Fuchs

Die FASHIONTECH hat sich zu Europas größter Tech-Konferenz in der Modebranche entwickelt und zieht C-Level-Entscheider aus 38 Ländern nach Berlin. Wir haben mit Michael Stracke, Chief Business Development Officer der FASHIONTECH, über die nächste Veranstaltung (Nummer 11) gesprochen, die vom 14. bis 15. Januar 2020 stattfindet.

FT: Kurz beschrieben: Was sind die Highlights der nächsten FASHIONTECH, worauf können die Besucher sich freuen?
Michael Stracke: „Für mich ist das absolute Highlight, dass die FASHIONTECH Berlin im Januar noch stärker in unsere Tradeshows PREMIUM und SEEK integriert wird. Dadurch können wir den Content besser auf die Zielgruppe abzielen. Auf zwei Stages, in zwei Locations und an zwei Tagen ist für jeden etwas dabei.

Wir haben wieder eine Vielzahl von C-Level Executives von Unternehmen wie TOMMY HILFIGER, MANSUR GAVRIEL, DRYKORN etc. als Speaker gewinnen können, um durch deren Best Cases aus den Bereichen Digitalisierung, Responsible Future und Retail Experience zu erfahren, was man heute tun muss, um auch weiterhin erfolgreich zu sein. Darüber hinaus haben wir spannende Content-Formate von etablierten und überaus erfolgreichen Playern, wie OMR und Spiegel, in unser Programm der FASHIONTECH Berlin integriert.

Ansonsten dürfen sich unsere Besucher darauf freuen, dass wir auch im Januar wieder einen spannenden und innovativen Launch on stage haben. Man darf gespannt sein, was die Telekom, ALPHATAURI und schoeller Textiles bei uns am 14. Januar sowohl auf der Bühne als auch in der Exhibition Area präsentieren werden. Wir sind begeistert, dass wir die Anzahl der Masterclasses um 100 Prozent steigern konnten und diese nun über zwei Tage verteilt stattfinden. Auch die Exhibition Area ist wieder komplett ausverkauft. Beides sollte man neben den Key Speakern auf der Main Stage nicht verpassen, wenn man sich über die neuesten Trends und Technologien informieren und diese auch einmal selbst ausprobieren will. Themen werden hier unter anderem Artifical Intelligence, Customer Retention, Merchandise Management, E-Commerce, Path Analytics, Retail Solutions etc. sein.“

Was sind Ihres Erachtens die drei größten Digitalthemen für 2020?
„Nach wie vor ist Retail Experience ein großes Digitalthema. Digitalisierung kann sehr stark dabei helfen, neue Erfahrungen am PoS zu schaffen. Omnichannel wird immer wichtiger – man sollte in Zukunft alle Kanäle bespielen sowie immer wieder neue Dinge ausprobieren, wie im Bereich E-Sports und Virtual Dresses.

Responsible Future/Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein Thema, bei dem Digitalisierung helfen kann, um Sichtbarkeit zu schaffen, aber auch um neue hochtechnologische, umweltfreundliche Fasern und Materialien zu entwickeln. Die Rolle des Kunden wird sich noch stärker verändern, weg vom einfachen Konsumenten. Die Modeindustrie muss in diesem Thema Sorge tragen und noch stärker zielgruppenspezifisch kommunizieren, in den Dialog treten und das Feedback in zukünftige Entscheidungen einfließen lassen.“

Die Gaming-Industrie gilt als Wachstumsfeld für die Modebranche. Wie bewerten Sie die Entwicklung?
„Als sehr spannend und zukunftsträchtig. Das war auch eins unserer Hauptthemen auf der FASHIONTECH Berlin im Juli 2019. Damals ging es unter anderem um die Partnerschaft von MOSCHINO mit The Sims von Electronic Arts. Außerdem war Kerry Murphy on stage, Founder von THE FABRICANT, welche kurz vor unserem Event ihr erstes Digital Dress für 9.500 US-Dollar versteigert haben. Die Gaming-Szene hat sehr viel Potenzial für die Fashion-Industrie und ist noch viel zu wenig erschlossen – trotz der unglaublichen Summen, die dort heute schon bewegt werden. Nicht umsonst haben gerade viele Sneaker Brands Kooperationen mit der E-Sports-Szene geschlossen. Auch In-Game-Käufe von Fashion Brands, wie beispielsweise das Kaufen von Skins bei Fortnite, bietet vielfältige Business-Möglichkeiten, um eine junge Zielgruppe zu erreichen. Gerade die High-Level Fashion Brands wie MOSCHINO, LOUIS VUITTON, BURBERRY, GUCCI etc. waren in letzter Zeit sehr offen für Kooperationen in diesem Bereich. Das wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen – das Potenzial ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.“