H&M streicht 800 Stellen in Deutschland

©Screenshot www2.hm.com/de

Junge Mütter  und Behinderte 

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Die Nachrichtenplattform und Springer-Tochter Business Insider hat berichtet, dass der schwedische Fast Fashion Konzern in der Corona-Krise in Deutschland 800 Stellen abbauen wolle. Besonders brisant dabei sei, dass Mitarbeiter in Elternzeit, vorwiegend junge Mütter gehen sollen und auch Schwerbehinderte. Erreicht werden soll dies durch ein Freiwilligenprogramm und Abfindungen. H&M hatte laut Plattform via Twitter bestritten, dass „vorrangig“ an Eltern angesprochen werden würden. Nun legte Business Insider nach und veröffentlichte das betreffende Dokument. Auch habe man mit weiteren Betriebsräten und Mitarbeitern gesprochen. „Eltern sind eindeutig Ziel des Abfindungsprogramms – genau wie langzeiterkrankte Mitarbeiter und Schwerbehinderte“, heißt es dort. Auch habe man mit Mitarbeitern und Betriebsräten gesprochen, die diese Vorwürfe bekräftigten. Inzwischen gibt es auch deutliche Kritik für den schwedischen Konzern in den Sozialen Medien.

Gegenüber FT betont eine Sprecherin, angesichts der Covid-19-Pandemie und des veränderten Kund*innenverhaltens habe das Unternehmen notwendige schrittweise Maßnahmen zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit ergriffen. Dabei habe H&M Deutschland schwierige Entscheidungen treffen müssen und stehe derzeit im Dialog mit den zuständigen Mitbestimmungsgremien über den Abbau von 800 Stellen. Das entspricht etwa 5 Prozent aller Stellen in Deutschland. Den Vorwurf, speziell Eltern, Menschen mit Behinderung oder Langzeiterkrankte herauszufiltern, will sie nicht gelten lassen: „Das Freiwilligenprogramm bei H&M Deutschland richtet sich nicht vorranging an Mütter und Väter. Wir freuen uns, auch vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage, die Möglichkeit zu haben, ein Freiwilligenprogramm mit attraktiven Konditionen anbieten zu können. Wir haben mit diesem Programm ein milderes Mittel gewählt um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, erklärt die Sprecherin. Und weiter: „Es richtet sich an alle Kolleg*innen aus unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen, die sich konkret für dieses Programm entscheiden können.“ H&M gehe klar nach geltenden rechtlichen Bestimmungen vor. Sollte die Anzahl der Freiwilligen in diesem Programm nicht ausreichen, werde die Entscheidung über eine Sozialauswahl getroffen. „Wichtig zu betonen ist, dass alle Kolleg*innen in Abwesenheit (Elternzeit, Langzeiterkrankte, etc.) selbstverständlich von betriebsbedingten Kündigungen ausgenommen werden und ausschließlich die Möglichkeit haben, sich für das Freiwilligenprogramm zu entscheiden, sofern sie sich beruflich verändern möchten.“