Der Seebär

Auf ein Kaltgetränk mit …

„Vom Brombachsee bis zur adriatischen Küste rund ums Mittelmeer ist es jedoch ein großer Schritt. Bisher bin ich jedoch absolut seefest und begeistert von meinem neuen Umfeld.“ Jürgen Putzer, Manager Bordkommunikation auf der AIDAstella. ©AIDA

Autor: Andreas Grüter
Jürgen Putzer war Head of Marketing unter anderem bei Création Gross, HILTL und der PANORAMA Fashion Fair, bevor er der Branche im Juli den Rücken kehrte und als Manager Bordkommunikation auf der AIDAstella anheuerte. Was er an Bord vermisst und wie es um sein Marathontraining steht, erzählt der frischgebackene Seebär im Gespräch.

FT: Trinken auf schwankenden Planken. Mit welchem Getränk bleibt man an Bord immer in der Senkrechten?
Jürgen Putzer: „Unsere Gäste haben an Bord unserer Schiffe eine große Auswahl an Bars, Cafés und Restaurants, in denen wir eine kulinarische Vielfalt bieten. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ein besonderes Highlight ist das an Bord aus Seewasser gebraute Bier, welches wir in unserem AIDA Brauhaus servieren, und das wäre dann auch meine Wahl.“

Raus aus der Modewelt und rein ins lustige Matrosenleben. Hatten Sie als Franke schon immer ein Faible für die Seefahrt?
„Wasser hat auf mich schon immer eine große Faszination ausgeübt. Vom Brombachsee bis zur adriatischen Küste rund ums Mittelmeer ist es jedoch ein großer Schritt. Bisher bin ich jedoch absolut seefest und begeistert von meinem neuen Umfeld.“

Als Modeexperte haben Sie ein Auge fürs Detail. Was gilt es, an den Borduniformen Ihrer Meinung nach zu verbessern?
„Ich bin in Bezug auf Passformen und Varianten sehr verwöhnt. An Bord wird auf guten Sitz sehr viel Wert gelegt. Eine Auswahl haben wir jedoch nur bei den Größen, da natürlich für jede Position eine Uniform vorgegeben ist. Unsere Schneiderei an Bord passt dann die Uniformen individuell an.“

Was schätzen Sie am Leben auf dem Meer und was vermissen Sie?
„Die Weite und die Natur hautnah zu erleben, schätze ich sehr. Es gibt nichts Schöneres, als abends auf Deck zu sitzen und den Sternenhimmel zu beobachten. Was vermisse ich? Natürlich meine Familie. Schließlich sind vier Monate nonstop an Bord eine lange Zeit. Und dann kann ich es kaum erwarten, endlich wieder die gute Hersbrucker Stadtwurst zu genießen.“

Sie trainieren auf einen Marathon hin. Wie viele Runden an Deck absolvieren Sie täglich?
„Im Fitnessbereich gibt es Laufbänder mit Blick auf das Meer oder die Häfen, in denen wir liegen, und an Deck kann man sich auf einer Laufbahn rund um das Schiff auspowern. Das macht richtig Spaß. Allerdings habe ich den nächsten Marathon erst einmal verschoben.“

Der Platz in der Kabine ist begrenzt. Was musste mit und was durfte zu Hause bleiben?
„Wie so oft habe ich festgestellt: Ich habe viel zu viel dabei! Kurz vor dem Dienstantritt auf der AIDAstella habe ich mir ein E-Bike gekauft, aber das musste ich leider zurücklassen.“

Das hätte ich mir vor 20 Jahren auch nicht so vorgestellt …
„… dass ich auf Hans Albers‘ Spuren unterwegs bin.“

Das kann ich mir für die Zeit in 20 Jahren ganz gut vorstellen …
„Ein Haus am Meer.“

Mein aktueller Lieblingsort ist …
„… der Bug des Schiffes, um von dort zu beobachten, wie wir den Hafen verlassen oder einfahren.“

Was würde der 18-jährige Jürgen Putzer über den 56-jährigen denken?
„Ganz schön cool, was er alles erlebt und von der Welt sieht.“

Auch auf einer schwimmenden Insel sollte man seine drei Lieblingskleidungsstücke immer dabeihaben. In meinem Kleiderschrank dürfen folgende Utensilien nicht fehlen …
„Genügend Sneakersocken, Käppis gegen die steife Brise und natürlich meine neue Uniform.“

Ihre musikalischen, modischen und literarischen Never-go-Withouts?
„‚Lullaby‘ von The Cure, meine Doc-Martens-Sandalen und ‚Hundert Jahre Einsamkeit‘ von Gabriel García Márquez.“