Leben ist Bewegung

Sporthandel

Es ist Bewegung im Sportmarkt. Aber Herausforderungen und Spiel sind wesentliche Bestandteile einer jeden Weiterentwicklung. ©pixabay

Autor: Stefan Brunner
Im Sporthandel dreht sich alles um sportliche Bewegung. Der Händler bietet die Produkte, die dafür notwendig sind. Doch wird das in Zukunft noch ausreichen? Seit jeher war der Händler auch schon Treffpunkt für Sport und dessen Aktive. Die Rahmenbedingungen ändern sich im Moment rasant. Der Händler ist sich bewusst, dass er mehr bieten muss als nur das Produkt. Wird im Handel der Zukunft eine Kombination zusammen mit Serviceleistungen das bisherige Modell ablösen?

Während vor der Pandemie der schnelle Konsum vielfach auch als Kompensation von Unzufriedenheit in anderen Lebensbereichen diente, so zeigen Studien, dass der Konsument in den Lockdown-Phasen erkannt hat, dass er auch mit weniger Konsum zurechtkommt beziehungsweise er zukünftig mehr auf höhere Qualität beim Einkauf setzt. Das bedeutet, dass die Geschäftsmodelle, wie sie zum Beispiel bei Sneakern vorherrschen (mit den digitalen Möglichkeiten, den Konsum anzuheizen), nicht mehr zu dem im Zuge von Nachhaltigkeit bewussteren Konsum passen. Es entsteht ein Dilemma. Erfolg wird sich zukünftig nicht mehr ausschließlich in Umsatz messen lassen. Wie sind diese Widersprüche in neuen Geschäftsmodellen zu vereinbaren? Man denkt in der Sportbranche an Verleihmodelle und Reparatursysteme, die auch teilweise schon weitergedacht wurden. Das dürfte aber erst der Anfang dieser Entwicklung sein.

Es entsteht ein Dilemma

In der Phase von Homeoffice und Lockdown suchten viele Menschen die Bewegung in der Natur. So haben die Segmente Running und Outdoor im Sporthandel starken Auftrieb erhalten. Der Konsument spürte: Das tut mir gut. Visionäre in der Tourismusbranche sagen voraus, dass in Zukunft Einsamkeit und Stille das Luxusgut sein werden und diejenigen Ressorts profitieren, die sich noch nicht dem Massentourismus verschrieben haben.

Bewegung und Gesundheit sind eng miteinander verknüpft. Noch hat der Sporthändler diese Trumpfkarte nicht ausgespielt. Auch hier bieten sich viele Möglichkeiten, sich neu zu positionieren und das Sportprodukt mit vielfältigen Dienstleistungen anzureichern. Unabhängig davon, ob ein Händler auch einen eigenen Online-Shop hat, kann er relativ einfach digital aufrüsten, indem er über die sozialen Medien das „Produkt Sport“ emotional inszeniert. Das Marketinginstrument Storytelling eignet sich ideal, um im Zusammenspiel von Bild und Text zu sportlicher Bewegung zu motivieren. Es ist Bewegung im Sportmarkt. Aber Herausforderungen und Spiel sind wesentliche Bestandteile einer jeden Weiterentwicklung. Leben ist Bewegung.