Mission 2021 erfüllt

BENVENUTO.

„Trotz aller Widrigkeit haben wir bei gut 90 Prozent aller bisherigen Kunden eine Relevanz im Sortiment und werden diese wiederum ausbauen.“ Markus Kamsteeg, Brand Director BENVENUTO. alle Bilder ©BENVENUTO.

Autor: Markus Oess
Kein ganzes Jahr ist nach dem Neustart von BENVENUTO. unter der neuen Konstellation vergangen. Brand Manager Markus Kamsteeg ist zufrieden mit dem bislang Erreichten. Jetzt gelte es, die Position zu festigen und gezielt auszubauen. Seine Ansage gegenüber FT ist alles andere als missverständlich: „Wir sind sicher, dass wir nach wenigen Saisons den Nachweis erbracht haben werden, dass wir ein Lieferant sind, mit dem der Handel sehr gutes Geld verdienen kann.“

 „Wir haben die Erwartungen erfüllt und haben auf unsere Arbeit ein gutes Feedback bekommen.“  Markus Kamsteeg, Brand Director BENVENUTO. ©privat

„Wir werden dieses Jahr unsere Ziele erreichen“, sagt Markus Kamsteeg, Brand Director von BENVENUTO., gegenüber FT. Sicher hätte sich auch Kamsteeg wie alle ruhigere Zeiten für den Neustart gewünscht, zumal die Aussichten hinsichtlich der weiteren Corona-Infektionslage kaum berechenbar sind und auch nicht abzusehen ist, wie stark Omikron durch die Wucht der hohen Zahl das Gesundheitssystem belasten wird, aber der Wagen rollt. Kamsteeg und sein Team sind erst im März dieses Jahres wieder operativ gestartet. Trotz aller Widrigkeit haben wir bei gut 90 Prozent aller bisherigen Kunden eine Relevanz im Sortiment und werden diese wiederum ausbauen. Wir haben es geschafft, mit unserer Frühjahr/Sommer-Kollektion in die Order zu gehen. Wir haben die Erwartungen erfüllt und haben auf unsere Arbeit ein gutes Feedback bekommen. Ich kann sagen, dass es uns im Team, etwas unbescheiden, stolz macht, dass wir glaubhaft machen konnten, wofür wir stehen und wohin wir mit BENVENUTO. wollen. Ora o mai più. Now or never. Unser Claim für Frühjahr/Sommer 2022“, führt Kamsteeg weiter aus.

In der zurückliegenden Order Frühjahr/Sommer 2022 hatte Kamsteeg eine E-Bike-Aktion angeboten. „Die wurde im Handel sehr gut angenommen. Die Themen Mobilität und die Modernität des Designs der Bikes wie auch der einhergehende Zeitgeist passen überzeugend zu unserer Idee. Unsere Fachhandelspartner empfinden dies genauso und nutzen die Chance, aufmerksamkeitsstark am PoS inszenieren zu können. Dies in perfekter Abstimmung zu unserer Kollektion und unserem neuen NOS-Programm. Darüber und darauf freuen wir uns“, sagt Kamsteeg und zeigt sich zufrieden mit der Bilanz. Alles in allem hat der Manager 105 Inszenierungen in Österreich, den Niederlanden, Belgien, Italien, vor allem aber in Deutschland festzurren können. Das Programm beinhaltet neben den Bikes und Accessoires wie Helm oder Fahrradschloss eine Sneaker-Suit-Kapsel mit Anzug, Hemdjackets, Jackets, Mänteln und Pufferwesten aus hochinnovativen Materialien.

Daran will Kamsteeg für die kommende Saison anknüpfen. Das Konzept, mit dem Lifestyle und Fashion miteinander verwoben werden, soll fortgeführt und weiterentwickelt werden. „Es wird wieder eine Kapsel geben, die diese Idee trägt und die wir zur Inszenierung im Handel anbieten werden. Dies wird unserer Ansicht nach immer wichtiger“, kündigt Kamsteeg an. Außerdem soll das Segment Mäntel/Jacken ausgebaut werden, teils auch als Hybridlösungen. „Auch dies wird eine Weiterentwicklung unserer modernen Handschrift tragen. Mit sicheren Schnitten und innovativen Materialien. Funktionale Mode. Modern. Und dies demokratisch mit einem größtmöglichen Passformradius. Auch ohne Idealmaße soll unsere Mode passen“, sagt Kamsteeg.

Inzwischen ist auch der Außendienst in Deutschland wieder komplett. Die Agentur Steinmann-Reumann betreut mit ihrem Showroom im Hamburger Modezentrum künftig den Norden der Republik. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Andreas Reumann. Auch in Belgien haben wir mit Mathieu Albertyn einen neuen Ansprechpartner in der Agentur Fashion Studio, Antwerpen. Darüber hinaus werden wir mit Arthur Wojan wiederum den russischen Markt betreuen. Wir wollen unsere Position in unseren Märkten weiter und wieder festigen“, sagt Kamsteeg zu den Fortschritten im Wholesale. Natürlich spüre auch seine Marke die angespannte Beschaffungssituation. Die Lieferkettenproblematik klinge zwar langsam ab, jedoch sei der Bottle-Neck-Effekt nachhaltig spürbar und werde uns bis ins nächste Jahr begleiten. „Steigende Preise im Rohstoff-, Produktions- und Logistikbereich werden wir durch unsere leane Struktur weitestgehend kompensieren können. Weiterhin werden wir in attraktiven Eckverkaufspreislagen agieren. Dies haben wir bereits mit der letzten Saison unter Beweis stellen können“, betont Kamsteeg und verweist auf einen „starken Investor, der mit dem hervorragenden Netzwerk in der Beschaffung für die Produktionsprozesse und die logistische Dienstleistung ein Garant“ sei. „In dieser Konstellation, mit einer Kalkulation, die sehr wettbewerbsfähig ist, sind wir sicher, dass wir nach wenigen Saisons den Nachweis erbracht haben werden, dass wir ein Lieferant sind, mit dem der Handel sehr gutes Geld verdienen kann.“

Hintergrund

Im Frühjahr dieses Jahres stand fest: Es wird mit der Marke BENVENUTO. weitergehen. Noch Ende März 2021 nahm die Benvenuto GmbH operativ ihre Arbeit auf. Markus Kamsteeg, ehemals Exportchef des Hammer Menswearlabels BENVENUTO., verantwortet seither als Brand Director die Marke. Michael Kaiser und Stefan Kaiser haben die kompletten Markenrechte und den Lagerbestand aufgekauft und die Benvenuto GmbH gegründet. Hinter den beiden Brüdern verbirgt sich die Kaiser Bekleidungs-GmbH, ein Private-Label-Anbieter im Segment Menswear mit Sitz in Kleinheubach, der weltweit produzieren lässt. Auch die Agenturen, die den größten Teil des einstigen BENVENUTO.-Umsatzes hereingeholt haben, blieben an Bord. Christian Fritz steuert als verantwortlicher Produktmanager das Design der Kollektionen. Fritz arbeitete für BALDESSARINI und unter anderem bei der zu P&C, Düsseldorf, gehörenden Marke MCNEAL.