Erholung kommt schneller als erwartet

Italien

Das Wachstum war nach der Euphorie des ersten Halbjahres auch im dritten Quartal bedeutend. alle Bilder ©Milan Fashion Week - ETRO Man FS2022 Backstage

Autorin: Angela Cavalca
Der Aufschwung nach COVID hat sich schneller vollzogen als erwartet. Allerdings liegt die Mode immer noch unter dem Vorkrisenniveau.

In Italien kam 2021 der Aufschwung, den der Erfolg des Impfplans und die daraus resultierende Politik der progressiven Öffnung ermöglicht hatten, schneller als erwartet. Das Wachstum war nach der Euphorie des ersten Halbjahres auch im dritten Quartal bedeutend, was sowohl auf die Inlandsnachfrage als auch auf die Exporte zurückzuführen ist.

Von Januar bis Juli stiegen die Exporte um 16,4 Prozent auf insgesamt über 3,8 Milliarden Euro.

Die italienische Modeindustrie folgte ebenfalls der positiven Welle des Aufschwungs mit einem Umsatzwachstum von 19 Prozent in den ersten acht Monaten 2021 im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2020, sie gehörte jedoch nicht zu den dynamischsten Industriesektoren. Während sich einige Branchen bereits vollständig erholt haben und in einigen Fällen das Umsatzniveau vor der Krise übertrafen, liegt der Umsatz in der Modebranche immer noch um etwa 10 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Diese Dynamik spiegelt sich in der Exportleistung wider (plus 22 Prozent im Vergleich zu 2020 in den ersten sieben Monaten), aber das Niveau ist 9,3 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum 2019. Die negativen Auswirkungen des Brexits auf die italienischen Modeexporte sollten ebenfalls hervorgehoben werden. Betrachtet man die 40 wichtigsten Abnehmerländer, so verzeichneten 33 davon ein zweistelliges Wachstum der italienischen Modeexporte von Januar bis Juli 2021, sechs einstellige Zuwächse und nur ein Land verzeichnete einen Rückgang, nämlich Großbritannien (minus 11,2 Prozent).

Laut letzten Angaben des Studienzentrums Confindustria Moda für den italienischen Textil- und Modeverband SMI hat die Herrenmode 2021 eine positive Trendwende auf ausländischen Märkten erlebt. Die neuesten Daten des nationalen Instituts für Statistik (ISTAT) zeigen, dass von Januar bis Juli die Exporte um 16,4 Prozent auf insgesamt über 3,8 Milliarden Euro stiegen, während die Importe um 1,7 Prozent zunahmen. In Bezug auf den Einzelhandel ist festzustellen, dass sich sowohl die EU- als auch die Extra-EU-Länder als günstig für den Sektor erwiesen haben und ein Plus von 25,4 Prozent beziehungsweise 9,9 Prozent verzeichneten. Der erste Absatzmarkt für Herrenbekleidung aus Italien war im ersten Semester die Schweiz mit einer Zunahme von 16,6 Prozent, gefolgt von Deutschland (plus 24,8 Prozent auf 430 Millionen Euro) und Frankreich (plus 29,7 Prozent). Die Ausfuhren in die USA, den vierten Markt, wiesen eine positive Entwicklung auf (plus 5,6 Prozent), China belegte den fünften Platz, wo Herrenbekleidung um 81,3 Prozent gestiegen ist im Vergleich zum selben Zeitraum im Jahr 2020.

Prognosen angehoben

Die Europäische Kommission hatte gegen Ende 2021 ihre Prognosen für das Jahr 2022 angehoben. Der private Verbrauch soll in Europa und in den USA wachsen. Das Jahr 2022 wird daher auch für die italienische Mode ein Jahr des konsolidierten Wachstums sein, dessen Umsatz sich dem Vorkrisenniveau annähern kann, wenngleich er es vielleicht noch nicht ganz erreicht. Vorausgesetzt, die Impfkampagne verhindert, dass es zu Rückschlägen in der Öffnungspolitik kommt und das düstere Klima von 2020 wieder eintritt.