Zeitlos

Kommentar

Tays Jennifer Köper-Kelemen

Autorin: Tays Jennifer Köper-Kelemen

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Größe allein zählt nicht. Inhalte, Konzepte und Ideen sind Schlagworte, die über Wohl und Wehe eines Modegeschäftes gehen. Dies umso mehr, als dass die Konkurrenz nicht schläft und obendrein die gleichen Produkte verkauft. Nimmt man den Online-Handel dazu, zur Not auch günstiger. Was aber macht einen guten Händler eigentlich aus, was sind gute Konzepte und welche Ideen sind wirklich innovativ? Kann Gamification eine passende Antwort sein, sind es exklusive Marken oder bringt KI den entscheidenden Punktgewinn? Alles möglich, entscheidend ist eben nicht nur das Was, sondern auch das Wie. Wenn die Fläche zum Point of Entertainment werden soll, dass sollte das konsequent umgesetzt werden. Mit den passenden Angeboten und so, dass die Kunden den Sinn des Ladens nicht vergessen, nämlich dort Bekleidung kaufen zu können. Gleiches gilt auch für die Auswahl des Sortimentes und der Marken. In sich stimmig, sollten sie im besten Falle die Kundschaft nicht im wahrsten Wortsinn umgarnen, sich wohlfühlen lassen und Sicherheit geben, die richtige Bekleidung kaufen zu können, die Preise inklusive. Auch mit der KI lassen sich viele schlaue Dinge anfangen, wenn sie dazu eingesetzt wird, die Kundinnen und Kunden so glücklich zu machen, dass sie gerne wiederkommen, statt sie zu manipulieren. Es kommt eben auf den Geschäftszweck des Handelsunternehmens an.

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Im Grunde sind das aber nur Platzhalter für eine ganz wesentliche kaufmännische Pflicht, die schon immer gegolten hat, egal ob großer Filialbetrieb wie P&C oder GALERIA Kaufhof oder die kleine Boutique um die Ecke. „Kenne deinen Kunden!“ Wer am Bedarf vorbei im Laden Ware anhäuft, die zu oft nicht gefällt, im digitalen Überangebot als konturenloses Me too untergeht oder dem die Kunden ausgehen, weil sie sich auf der Großfläche verloren vorkommen oder umgekehrt Kunden den Laden fluchtartig verlassen, weil sie sich von Verkäufern plötzlich umzingelt wähnen, hat vielleicht den zweiten Satz vergessen, der da heißt: „Und handle auch danach.“ Wenn ich auf die vielen Probleme im Handel sehe, ist es natürlich ein Leichtes zu urteilen, was falsch gemacht wurde. Ungleich schwieriger aber ist es, vorher die richtigen Antworten zu finden. Und da liegt vielleicht die Ursache so mancher Fehlentwicklung, denn zu den richtigen Antworten gehören auch die richtigen Fragen. Auch daran hat sich in guter alter Kaufmannspflicht nichts geändert.