JOOP! geht mit stabilen Abverkäufen in die kommende Orderrunde. Gregor Langerspacher, Head of Design JOOP! MEN, beschreibt die Lage als belastbar – auch mit Blick auf die internationalen Märkte. Inhaltlich bleibe der Fokus auf Heritage und sportlicher Tradition. Modeseitig zeichnet sich für Langerspacher eine klare Bewegung ab: Der Look werde wieder angezogener, Passformen moderat weiter, aber kontrolliert und schlank. Gleichzeitig gewännen Hemden wieder an Relevanz, nicht nur als klassisches Business-Piece, sondern auch als technisches Layering-Element.
„Im Moment läuft es vergleichsweise gut. Die Abverkäufe sind stabil, mit deutlichen Zuwächsen in Osteuropa, wo wir zweistellig zulegen. Auch Kanada entwickelt sich sehr positiv, insgesamt können wir zufrieden sein“, sagt Gregor Langerspacher, Head of Design JOOP! MEN. Die Pre-Collection spiele weiterhin eine zentrale Rolle. „Sie macht rund 25 Prozent der Gesamtproduktion aus. Inhaltlich ist sie klar thematisch geführt. Bei JOOP! MEN steht sie unter dem Leitmotiv ,The System of Chess‘, bei JOOP! JEANS unter ,The Rowing Club‘, beide mit klaren Referenzen an Heritage und sportliche Tradition.“
In der Menswear gehe es für Herbst/Winter 2026/2027 wieder stärker um Haltung und Klarheit. „Die Mode wird insgesamt wieder angezogener. Passformen werden moderat weiter, bleiben aber kontrolliert und schlank. Grafische Strukturen, Checks und Mikro-Dessins spielen eine wichtige Rolle, ergänzt durch moderne 3-D-Jerseyqualitäten und Materialmixe.“ Authentische Oberflächen und Wertigkeit stünden dabei im Zentrum: „Authentische Materialien wie Velours, Leder und lederartige Optiken sind zentral, sowohl bei Outerwear als auch bei Sakko- und Jackenlösungen.“
Oversizing bleibe bewusst außen vor. „Oversizing ist kein Thema, stattdessen geht es um Volumen mit Präzision.“ Gerade im Businessbereich sieht Langerspacher wieder mehr Nachfrage nach klaren Formen: „Hemden gewinnen wieder an Bedeutung – als klassisches Business-Piece ebenso wie als technisches oder strukturiertes Element im Layering.“ Dazu gehörten „Button-down-Kragen, Tech-Shirts und hybride Qualitäten“ als Brücke zwischen Business und Casual. Denim bleibe kontrolliert, „clean und modern, ohne extreme Waschungen, mit Fokus auf Authentizität und Details.“
Besonders deutlich wird der formellere Shift in der JOOP!-MEN-Pre-Collection: „Hier rücken Anzüge wieder stärker in den Fokus. Der Look wird klassischer und formeller, Hemd und Krawatte kommen zurück.“ Gleichzeitig bleibe die Konstruktion leicht: „Die Teile sind leicht konstruiert, häufig in soften Jerseyqualitäten.“ Langerspacher sieht auch neue Tailoring-Impulse: „Doppelreiher sind präsent, ebenso New-Tailoring-Ansätze mit mehr Bewegungsfreiheit.“ Farblich dominierten tonale Grau-, Blau- und Brauntöne. „Winterbraun – von Beige bis Marone – gewinnt klar an Bedeutung.“
Die Main Collection arbeite dagegen ruhiger und erdiger. „Sie ist ruhiger und erdiger angelegt. Warme, pudrige Farben sorgen für Ausgleich in einem unruhigen Umfeld.“ Outerwear bleibe ein Wachstumsthema: „Outerwear wird weiter ausgebaut, mit klaren Silhouetten, leichter Wattierung und funktionalen Details.“ Und es werde winterhärter: „Die Kollektion reagiert auf spätere Wintereinbrüche mit abgestuften Kältezonen – von Übergang bis Winterkälte, inklusive Pufferjacken.“ Wolle, Flanell, Cord und strukturierte Strickqualitäten sollen den Look tragen.
Heritage
Bei JOOP! JEANS wird Heritage sportlicher interpretiert. „JOOP! JEANS übersetzt das Heritage-Thema sportiver. Preppy-Elemente, Club-Referenzen und Teamspirit stehen im Mittelpunkt.“ Dazu kommen „Jerseys, Strick-Overshirts, Tracksuits und Worker-inspirierte Overjackets“, mit bequemerer Silhouette – „aber nicht beliebig“.
Für den Handel sieht Langerspacher klare Anforderungen: „Der Handel erwartet klar definierte Packages, verlässliches Replenishment und zugleich starke Einzelteile zur Profilierung auf der Fläche.“ Das Umfeld bleibe ein Drahtseilakt: „Das Spannungsfeld zwischen Einkaufsrisiko, Lagerhaltung und Vorleistung bleibt bestehen, bietet aber auch Chancen.“Unterm Strich gehe es wieder stärker um Marke, Qualität und Key Pieces. „Der Fokus verschiebt sich sichtbar zurück auf Marke, Qualität und Key Pieces. Basics bleiben wichtig, doch Differenzierung entsteht über Silhouette, Materialität und klare Looks.“
Die kommende Order beschreibt er als ambitioniert. „Sie wird anspruchsvoll. Aufgrund der stabilen Abverkäufe gehen wir davon aus, mit JOOP! gut durch die Order zu kommen.“ Und er ordnet auch die Dynamik zwischen den Segmenten ein: „Menswear reagiert weiterhin langsamer auf Trends als Womenswear. Themen wie weitere Hosenformen setzen sich verzögert durch – auch wenn sie seit Jahren diskutiert werden.“
Keylooks
Drei Fragen an Gregor Langerspacher
FASHION TODAY: Herr Langerspacher, wer ist der typische JOOP!-Endkunde, was will er und was nicht?
Gregor Langerspacher: „Der typische JOOP!-Endkunde weiß, was ihm steht. Er ist selbstbewusst, stilsicher, will gut aussehen, ohne sich zu verkleiden – modern, klar, hochwertig. Passform und Qualität sind für ihn kein Nice-to-have, sondern Standard. Seine Kleidung muss im echten Leben funktionieren: im Job, danach beim Dinner, am Wochenende. Ihm ist seine Wirkung nach außen wichtig, ohne sie zu überhöhen. Was er nicht will: Trends, die zu laut sind, Effekthascherei oder Kompromisse bei Material und Schnitt.“
Wie führen Sie den „Nachwuchs an die Marke heran bezüglich Looks und Preisen?
„Wir führen den Nachwuchs über Relevanz an die Marke heran und schaffen den Einstieg über smarte, leicht kombinierbare Looks wie Denim, Jersey und Knitwear sowie moderne Business-Alternativen. Pieces, die im Alltag funktionieren, aber klar nach JOOP! aussehen: lässig, aber nicht nachlässig.
Marketing, vor allem auf den Social Channels wie Instagram und TikTok, ist dabei ein Schlüsselpunkt: echte Stylings, klare Silhouetten, Haltung statt Werbung. Preislich schaffen wir bewusste Einstiegspunkte. Das ist auch immer ein klarer USP von JOOP!, ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis zu haben. Wir sprechen den Nachwuchs dabei nicht über Rabatte, sondern über Relevanz an. Und über ein Produkt, hinter dem eine starke und relevante 360-Grad-Lifestylemarke steht.“
Was sind Ihre drei Key Looks in dieser Saison?
„Für JOOP! ist das Easy Casual: Lammnappa Aviator Jacket mit Lammfellkragen, kombiniert mit einem soften strukturierten Baumwollstricker mit Ressortpolokragen, Techflanellhose und typischen JOOP! Accessoires. Chessboard Bag und Loafer mit Metallkoppelschließe. Alles in der Trendfarbe Chocolate Brown.
Der zweite Look ist klassisch mit Anzug und Krawatte. Ein moderner Klassiker, neu interpretiert: Doppelreiher aus 98 Prozent Wolle und 2 Prozent Elastan. Elegant und schmal geschnitten und zeigt ein neues softes Tailoring vor allem im Schulterbereich, der ultrasoft und leicht konstruiert ist. Hose mit Bundfalte und moderater Weite. Modische Kombination mit Streifenhemd und einer tonal gehaltenen Krawatte. The Comeback of new Classic! Weitergehend kombiniert mit einem Zweireiher-Mantel mit sportiven Taschendetails und einer leichten Taillierung. Dazu Derby-Schnürschuhe.
Bei JOOP! JEANS ist es ein Denim-Outfit. Es besteht aus Jeansshirt mit Press Buttons und Denim in heller 90s-Waschung und leichtem Elastananteil für höheren Tragekomfort, kombiniert mit einem gebondeten Zipper-Overshirt im gecheckten Felted-Wool-Look. Feincord-Basecap und Weekender Bag runden den Look ab.“
Zermatt-Luxus trifft auf Highland-Preppy

JOOP! JEANS MEN verknüpft Schottland-Preppy mit Tartans, Cord, flanellierten Oberflächen und Denim als Basis. Key sind Shirt Jackets, Stepp-Overshirts, Fake Fur, Leder, 2-in-1-Sakkos und Sets.
JOOP! WOMEN bleibt bei „Zermatt – Wrapped in Luxury“: All-in-White, Neutrals, „Knitwear Deluxe“ und Fur Feeling. JOOP! JEANS WOMEN zitiert LA Street Style: „90s Post Grunge meets Glam“ mit Tartan, Cord, Bombern, Star Artworks und Denim-Silhouetten von Pleated bis Barrel Leg.











