Nachgefragt
Sinkende Kaufkraft und wirtschaftliche Unsicherheit beeinflussen das Konsumverhalten in Deutschland spürbar. Das zeigt der Consumer Trends Report 2026 des Capgemini Research Institute. Knapp die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher gönnt sich gezielt kleine Alltagsbelohnungen, um finanziell bedingten Stress auszugleichen. Gleichzeitig wird bei notwendigen Ausgaben stärker auf den Preis geachtet. Preistransparenz gewinnt dabei deutlich an Bedeutung. 82 Prozent der deutschen Konsumenten wechseln die Marke, wenn ein Konkurrenzprodukt dauerhaft günstiger ist. Besonders sensibel reagieren Verbraucher auf sogenannte Shrinkflation: Rund die Hälfte meidet Marken, wenn Packungsgrößen oder Qualität reduziert werden, ohne dies klar zu kommunizieren. Versteckte Preiserhöhungen werden mehrheitlich als unfair empfunden.
Zur besseren Ausgabenkontrolle kaufen viele Verbraucher kleinere Mengen ein. Während international häufiger zu günstigeren Alternativprodukten gegriffen wird, bleibt in Deutschland das Vertrauen in etablierte Marken in qualitätsrelevanten Produktgruppen hoch. Parallel verändert Künstliche Intelligenz das Einkaufserlebnis. 2025 nutzte jeder sechste Deutsche KI-basierte Shopping-Tools, mehr als ein Viertel kann sich deren künftigen Einsatz vorstellen. Die Zahlungsbereitschaft bleibt jedoch gering. Zugleich erwarten Verbraucher Transparenz, Kontrolle über Daten und eine klare Kennzeichnung KI-gestützter Empfehlungen. Händler stehen damit vor der Aufgabe, digitale Effizienz mit persönlicher Beratung zu verbinden.

