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Der Textilsektor verursacht als einer der weltweit größten Industriezweige jährlich rund 92 Millionen Tonnen Abfall sowie erhebliche Treibhausgasemissionen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert deshalb das Projekt „Eco-Shoring“, das auf eine kundenorientierte, regionale und umweltfreundlichere Kleidungsproduktion abzielt, heißt es in einer Mitteilung. Im Zentrum steht eine Alternative zur industriellen Massenproduktion. Kleidung wird nicht auf Vorrat gefertigt, sondern bedarfsgerecht für Kundinnen und Kunden in Deutschland produziert. Digitale Avatare ermöglichen eine virtuelle Anprobe und eine passgenaue Herstellung. So sollen Retouren, Abfälle und lange Transportwege reduziert werden. Umgesetzt wird das Projekt von der Firma Assyst in Zusammenarbeit mit den Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung (DITF).
„Die Textilbranche hat einen enormen Hebel für den Klimaschutz“, sagt Alexander Bonde, Generalsekretär der DBU. Digitale und automatisierte Prozesse könnten Produktivität und Nachhaltigkeit zugleich erhöhen. Nach Berechnungen des Projektkonsortiums lässt sich der CO₂-Fußabdruck von Bekleidung gegenüber Fast Fashion um bis zu 98 Prozent senken, insbesondere durch geringere Überproduktion und regionale Fertigung. Im Rahmen von Eco-Shoring entwickelten die DITF Simulationsmodelle und eine digitale Demonstrator-Plattform, die Ökobilanzierung, Produktentwicklung und Produktionsszenarien verbindet. Projektleiter Dr. Martin Lades erklärt: „Die Demonstratoren sind die Brücke zwischen Forschung und Anwendung.“ Die DBU förderte die Vorhaben mit rund 920.000 Euro.
