Interessenvertretung
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer fordert eine strategische Neuausrichtung der europäischen Wirtschaftssicherheit. In einem Impulspapier skizziert die Organisation Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz, ohne die Offenheit der Märkte einzuschränken. „Wirtschaftssicherheit heißt nicht Abschottung, sondern kluge Risikosteuerung“, sagt Volker Treier, Außenwirtschaftschef der DIHK. „Europa muss seine Abhängigkeiten gezielt reduzieren.“ Im Zentrum stehen internationale Partnerschaften und Handelsabkommen. Diese sollen Lieferketten diversifizieren und Risiken verringern. „Die EU muss ihre Handelsagenda vorantreiben und strategische Kooperationen gezielt ausbauen“, sagt Treier.
Zugleich sieht die DIHK Defizite bei den Standortbedingungen. Bürokratie, hohe Energiekosten und langsame Verfahren bremsen Investitionen. Laut DIHK berichten 85 Prozent der Unternehmen von Problemen bei der Diversifizierung. „Resilienz entsteht nicht per Verordnung, sondern durch wettbewerbsfähige Standorte“, sagt Treier. Staatliche Eingriffe bewertet die DIHK kritisch. „Eingriffe dürfen nicht zum Regelfall werden“, sagt Treier. Auch zusätzliche Kontrollinstrumente sieht die Organisation skeptisch.

