Discounter: Niedrigpreise auf Kosten der Arbeiter

©Clean Clothes Campaign

Lohnkosten

Ein aktueller Bericht von Public Eye und Clean Clothes Campaign zeigt die Preispolitik der Modebranche. Demnach werden Standard-Baumwoll-T-Shirts oft für nur 2–3 US-Dollar pro Stück eingekauft, teilweise sogar unter 1 US-Dollar. Trotz Nachhaltigkeitsversprechen drücken Marken die Preise weiter, obwohl die Inflation den Wert eines T-Shirts in 25 Jahren halbiert hat. 61 Prozent der in die EU importierten Baumwoll-T-Shirts stammen laut Studie aus Bangladesch, wo der durchschnittliche Importpreis 2025 bei nur 2,06 US-Dollar lag. Marken verhandeln mit festen Zielpreisen und nutzen die hohe Konkurrenz unter Lieferanten aus, um Bedingungen durchzusetzen, die keine verantwortungsvolle Produktion zulassen. Arbeitsbedingungen leiden als Erstes – durch Einsparungen bei Sicherheit oder Zwangsüberstunden zu Armutslöhnen.

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„Ununterbrochen niedrige Einkaufspreise sind das organisierende Prinzip der heutigen Textilindustrie“, sagt David Hachfeld von Public Eye. Die Studie zeige, dass selbst große Abnehmer wie Inditex (Zara), Primark und H&M ihre Einkaufspreise nicht an die Inflation angepasst hätten. Kalpona Akter vom Bangladesh Garment and Industrial Workers Federation moniert: „Die Mode-Marken, die sich mit Menschenrechtsrichtlinien brüsten, tragen durch ihre Niedrigpreisstrategie aktiv zur Aufrechterhaltung von Armutslöhnen bei.“