Einzelhandel
Künstliche Intelligenz kann den europäischen Einzelhandel durch Umsatzwachstum, Margenverbesserung und Produktivitätsgewinne erheblich voranbringen. Zu diesem Ergebnis kommt der Report „Rewiring Retail in Europe: The AI Imperative“ von McKinsey & Company und EuroCommerce, der auf einer Befragung von 36 europäischen Handelsführungskräften und einer umfassenden Marktanalyse aus dem ersten Quartal 2026 basiert.
Demnach könnten Händler durch eine unternehmensweite KI-Transformation ein EBITDA-Potenzial von vier bis zehn Prozentpunkten erschließen – in Summe 240 bis 320 Milliarden Euro über die nächsten fünf Jahre. Das größte ungenutzte Potenzial liegt laut Studie in kaufmännischen Bereichen wie Einkauf und Portfolio-Management, wohin jedoch nur 15 Prozent der KI-Investitionen fließen.
Mode- und Beauty-Händler könnten Margenzuwächse von acht bis zehn Prozentpunkten realisieren. Paradoxerweise berichten neun von zehn Unternehmen zwar, KI einzusetzen, verzeichnen aber keine messbare Ergebniswirkung. Mehr als 80 Prozent befinden sich noch in einem frühen Adoptionsstadium. „Die entscheidende Skalierungshürde ist nicht die Technologie: Change-Management, veraltete Workflows und eine fragmentierte Datenbasis bremsen die Implementierungsgeschwindigkeit“, sagt Holger Harreis, Senior Partner bei McKinsey & Company.


