Branchenkrise
Die Fashion- und Lifestyle-Branche im deutschsprachigen Raum steckt laut einer aktuellen Studie von Roland Berger in einer strukturellen Krise nicht in einem zyklischen Tief. Für die „CFO Pulse Survey 2026: Beyond the Catwalk“ befragte die Münchner Strategieberatung im April 2026 insgesamt 35 Finanzverantwortliche führender Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 83 Prozent der CFOs erwarten demnach 2026 keine wesentliche Umsatzerholung, ebenso viele nennen die anhaltende Konjunkturschwäche als größte Herausforderung – ein Plus von zehn Prozentpunkten gegenüber 2025. Geopolitische Instabilität erreicht mit 71 Prozent einen Höchstwert. Auch das Premium-Segment ist betroffen: 60 Prozent der CFOs erwarten dort eine Verschlechterung, im Luxusbereich sind es 43 Prozent.
Liquiditätsplanung und Performance-Programme stehen mit je 63 Prozent der Nennungen an der Spitze der CFO-Agenda. 86 Prozent der Unternehmen setzen bereits Restrukturierungsprogramme um, 92 Prozent sehen messbare Effekte auf Ergebnis und Profitabilität. 20 Prozent der Unternehmen haben in den vergangenen 24 Monaten Geschäftsbereiche, Standorte oder Marken geschlossen oder befinden sich im Wind-down. „Die Branche steckt nicht in einer vorübergehenden Delle, sondern in einer strukturellen Krise„, konstatiert Benjamin Rassler, Partner bei Roland Berger.

