Die Sache mit dem Schlitz-Shirt

Der normale Mann

„Ich freue mich immer, wenn sich Leute über ihre Kleidung Gedanken machen, bevor sie das Haus verlassen.“ ©Florian Geiger

Autor: Andreas Grüter

Matthias Westerweller aka Weller liebt gute Musik – und das Auflegen. Seit über 30 Jahren steht der Frankfurter hinter den Plattentellern und hat dabei Clubs wie das Robert Johnson, das Cooky’s und den Nordisk Club bespielt. Einen ruhigeren Weller-Sound gibt es im Rahmen seiner Radio-Show „Hello Mellow Fellow“, die beim mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Internetradio ByteFM läuft. Seit 2023 betreibt er zudem das Hoppigaloppi, einen Plattenladen und mehr auf der unteren Berger Straße am Merianplatz in Frankfurt am Main. www.instagram.com/hoppigaloppi.recordstore/

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Ich habe zwar generell ein gewisses Faible für weiße Schuhe, aber aktuell bleiben sie eher im Schuhschrank.“ Matthias Westerweller ©Diana Djeddi

FASHION TODAY: Ist Mode ein Thema für dich?
Matthias Westerweller: „Ja, auf jeden Fall – auch wenn ich mich in der Modewelt eigentlich gar nicht besonders gut auskenne. Du wirst mich also eher nicht auf den Fashion Weeks in Paris und Mailand treffen. Ich freue mich aber immer, wenn sich Leute über ihre Kleidung Gedanken machen, bevor sie das Haus verlassen.“

Woher nimmst du deine stilistischen Inspirationen?
„Ich bediene mich eigentlich überall. Früher waren es vor allem Bücher über Jugend- und Subkulturen, Plattencover und Jazzfotografien. Heute sind natürlich auch diverse Social-Media-Kanäle dazugekommen. Außerdem beobachte ich gerne Leute auf der Straße, insbesondere ihre modischen Vorlieben.“ 

Trends interessieren mich …
„… nicht wirklich. Sie langweilen mich eher, vor allem, wenn sie zu Uniformen werden und plötzlich alle gleich herumlaufen …“

Hast du ein Outfit für besondere Anlässe?
„Durchaus, allerdings nicht nur eines. Wenn ich auf Firmenevents oder Hochzeiten auflege, ziehe ich mich nicht zu freakig an, sondern werfe mich, falls gewünscht, auch mal in den dunkelblauen Anzug oder in den geliehenen Smoking.“

Du wirst als DJ für einen Weekender gebucht. Was landet in deinem Koffer?
„Mit Sicherheit das eine oder andere Paar Schuhe. Immer dabei sind Wallabees von Clarks.“

Wo kaufst du deine Klamotten ein und wie viel Geld gibst du im Durchschnitt pro Monat dafür aus?
„Mal hier, mal dort. Gerne auch auf Reisen, in anderen Städten und anderen Ländern. Es gibt Monate, in denen ich gar kein Geld für Kleidung ausgebe. Daher kann ich die Frage nach meinen durchschnittlichen Ausgaben nicht wirklich beantworten. Diesen Monat habe ich mir allerdings ein leichtes Strickpolo einer dänischen Marke zu einem guten Kurs gegönnt.“

Immer noch aktuell: das Schlitz Beer Shirt aus den 90s. ©Weller

Kaufst du Secondhand?
„Ich war früher ziemlich regelmäßig in Secondhand-Läden unterwegs und auch heute schau ich immer mal wieder in Läden rein. Auf Plattformen wie Vinted habe ich mich bisher noch nicht umgeschaut. Am liebsten entdecke ich einfach zufällig im Vorbeigehen etwas Tolles. Wo das passiert, ist mir eigentlich egal.“

Welches ist das älteste Kleidungsstück in deinem Schrank, das du immer noch trägst?
„Oh, da gibt es einige. Manchmal entdecke ich nach vielen Jahren des Nichttragens Kleidungsstücke wieder und kombiniere sie neu. Darunter ist zum Beispiel ein über 30 Jahre altes RED-WING-Schuhmodell, das es heute gar nicht mehr gibt und das inzwischen auch ziemlich runtergerockt ist. Dann gibt es da noch ein T-Shirt der amerikanischen Schlitz-Brauerei, das ich irgendwann in den 1990ern geschenkt bekommen habe, und eine karierte Holzfällerjacke, die vermutlich aus den 1970er-Jahren stammt. Der Jacke habe ich schon Ellbogenflicken spendiert, weil der Stoff so durchgewetzt war.“

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„Ich bin ein hoffnungsloser Clarks-Fanboy.“ ©Weller

Kaufst du nach Marken?
„Ja und nein. Ich bin ja, wie gesagt, ein hoffnungsloser Clarks-Fanboy …“

Dein Must-have im Kleiderschrank?
„Auf jeden Fall ein Paar Wallabees. Aber auch meine rosa Cordjacke von HiDDEN ACES, die ich im tollen RAIMAR-BRADT-Shop in Fürth gekauft habe.“

Welches Outfit spiegelt deinen Musikgeschmack wider?
„Anything that goes with a pair of Wallabees! Ich mag 90ies-Hip-Hop und jamaikanische Musik, und in beiden Kulturen spielten beziehungsweise spielen diese bequemen Schuhe eine große Rolle. In meinen Outfits bringe ich auch immer gerne kleine Zitate und Reminiszenzen an frühere Stile, die ich getragen habe oder mag, unter – gerne auch durch einen Stilmix gebrochen.“

Wie wichtig ist Design für dich?
„Sehr wichtig. Ich mag schöne Dinge.“

Masse oder Klasse?
„Klasse.“

Sneaker oder Lederschuhe?
„Lederschuhe.“

Schlüssel, Portemonnaie, Smartphone: Wohin damit, wenn du im Sommer ohne Jacke unterwegs bist?
„Meistens stecke ich sie einfach in die Hosentaschen, manchmal in einen Stoffbeutel und manchmal in die Tasche meiner Partnerin. Ich selbst habe ungern eine Tasche dabei, es sei denn, sie dient einem wichtigen Zweck. Hip Bags oder Shoulder Bags? Das bin ich nicht wirklich, obwohl sie ohne Frage äußerst praktisch sind. Aber wer weiß …“

Was ist praktisch, was modisch und was ein No-Go in deiner Alltagsgarderobe?
„Sehr praktisch ist meine große olivgrüne Umhängetasche, die vom Frankfurter Künstler und Musiker Andi Diefenbach/openhouse gestaltet und aus recyceltem Material hergestellt wurde. In die passt wirklich alles rein. Modisch finde ich die Farbkombinationen, die ich mitunter trage –andere würden dazu auch gewagt sagen. Ein absolutes No-Go ist eine Jogginghose.“

Deine modischen und musikalischen Guilty Pleasures?
„Ich habe generell ein gewisses Faible für weiße Schuhe. Allerdings trage ich sie nicht mehr allzu häufig. Ich habe aber noch einige Paar im Schrank stehen, darunter auch weiße Wallabees. Meine Weiße-Schuhe-Phase ist aktuell ziemlich vorbei. Musikalische Guilty Pleasures gibt es bei mir nicht.“