Rock ’n‘ Roll auf nackten Sohlen

Der normale Mann

„Ich lasse beim Einkauf gerne mal die Kreditkarte glühen" Philipp Hochmair / Foto: ©Thomas Sabo

Autor: Andreas Grüter

Schauspieler, Musiker, Buchautor, Lebenskünstler – Philipp Hochmair lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken. Der Österreicher lebt seine vielen Talente mit Leidenschaft und Konsequenz aus – auf der Bühne, vor der Kamera und im ganz normalen Alltag. Wir haben mit dem selbst ernannten „Kunstsoldaten“ und „Luftgeist“ über Rückzugsorte, Filmoutfits, Bäckereibesuche und die kleinen Dinge des Lebens gesprochen. Viel Vergnügen beim Lesen!

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„Ich integriere oft Kostüme vom Dreh in meinen privaten Alltag“ Philipp Hochmair ©Luis Trenker/Carolina Porsche

FASHION TODAY: Was inspiriert dich modisch?
Philipp Hochmair: „Menschen. Und natürlich die Straße. Ich mag es, wenn Kleidung etwas über jemanden erzählt, ohne dass man gleich alles über ihn weiß. Außerdem inspirieren mich Musik, Theater und die verschiedenen Figuren, die ich spielen darf.“

Sind Trends ein Thema für dich?
„Ich nehme Trends natürlich wahr, aber mein erster Impuls ist es, ihnen nicht hinterherzurennen.“  

Bist du markenbewusst?
„Nicht im klassischen Sinn. Mir ist wichtiger, ob etwas gut gemacht ist und sich richtig anfühlt. Gutes, feines Handwerk weiß ich sehr zu schätzen. Ein schönes Stück darf gerne eine Geschichte haben.“

Online shoppen oder durch die Läden ziehen?
„Durch die Läden ziehen. Anprobieren, anfassen, Menschen beobachten und dabei vielleicht zufällig etwas finden – das gehört für mich zum Shoppen dazu.“

Ein ganz normaler Dienstagvormittag, du musst nur kurz zum Bäcker: Greifst du blind nach dem extravaganten Hawaiihemd oder versuchst du, unerkannt im grauen Kapuzenpullover unterzutauchen?
„Ich geh gerne entspannt und unerkannt zum Bäcker.“

 Gab es schon mal ein Kostüm aus einer deiner Rollen, das dich so begeistert hat, dass du es am liebsten auch im echten Alltag getragen hättest?
„Es ist schon oft passiert, dass ich der Produktion nach dem Dreh ein Kostüm abgekauft und in meinen Alltag integriert habe.“ 

Du gehst auf Reisen. Wohin gehts und findet man dich eher im Hotel oder doch in der Hütte am Strand?
„Ich bin immer unterwegs und dort, wohin ein Stück oder eine Rolle mich trägt. Oft bin ich dann in meiner Flut und suche deshalb privat die Ebbe als Ausgleich und um wieder zur Ruhe zu kommen und Energie zu tanken. Eine Hütte am Strand ist für mich in der Regel entspannter als ein Hotel.“

 Was muss immer mit in den Koffer?
„Kopfhörer, kurze Hose und gute Zigarren.“  

Das perfekte Outfit für den Abend?
„Ein guter Anzug und mein Schmuck von Thomas Sabo. Ich mag es, wenn Eleganz auf Rock ’n‘ Roll trifft.“

Lieber im maßgeschneiderten Designer-Anzug beim Opernball tanzen oder im staubigen Backstage-Shirt eine Rock-Platte aufnehmen?
„Ich nehme das Backstage-Shirt – und ziehe den Designer-Anzug danach an.“ 

Barfuß oder Schuhwerk?
„Barfuß und zu gegebenem Anlass auch mal Schuhwerk.“

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Große Bühne oder kleines Theater?
„Der Wechsel von Groß auf Klein und umgekehrt macht ein Schauspielerleben aufregend.“ 

Kreditkarte glühen lassen oder vor dem Kauf dreimal drüber schlafen?
„Ich lass gerne mal glühen.“ 

 Deine Biografie heißt „Hochmair, wo bist du?“. Wenn wir jetzt in deine Manteltaschen schauen würden: Was würden wir dort finden, das uns verrät, wo du gerade steckst?
„Meinen Zimmerschlüssel, Handy, Kopfhörer und eine Zigarre, die ich gerade im örtlichen Tabakladen entdeckt habe.“

„Ich integriere oft Kostüme vom Dreh in meinen privaten Alltag“ Philipp Hochmair ©Luis Trenker/Carolina Porsche

Mein größter modischer Fehlkauf war …
„In meinen Augen gibt es keine Fehlkäufe. Jedes Kleidungsstück findet eine passende Gelegenheit.“

 Das Teuerste, was ich mir je spontan gekauft habe, war …
„… eine Vivienne-Westwood-Jeansjacke.“

 Ohne dieses Accessoire verlasse ich nicht das Haus.
„Meine Ringe und Fahrradschlüssel.“

Wenn ich eine Modemarke wäre, wäre mein Name …
„Hochmairs hautfarbene Hosenanzüge.“

Der am schlechtesten gekleidete Charakter, den ich je spielen musste.
„Reinhard Heydrich in seiner akkuraten SS-Uniform in ,Die Wannseekonferenz‘.“ 

Welches Outfit spiegelt deinen Musikgeschmack wider?
„Wenn ich mich nur auf eines beschränken müsste, dann mein Kostüm bei meinem Stück ,Jedermann Reloaded‘, sprich goldfarbenes Jackett, Ketten, Camouflage-Hose und Stiefel als Ausdruck für Ravekultur und Industrial Sounds.“ 

Ein stilistisches No-Go?
„… gibt es für mich nicht.“ 

Deine modischen Guilty Pleasures?
„Modische Guilty Pleasures habe ich keine.“