Das Wie entscheidet

Kommentar

Eva Westhoff ©Privat

Autorin: Eva Westhoff

Zum 19. März lädt IGEDO EXHIBITIONS zur dritten Runde der CIRCULAR ROOMS nach Düsseldorf ein, dem halbjährlich stattfindenden Konferenz- und Networking-Format, das die Veranstalter vor einem Jahr aus der Taufe hoben. Die Plattform möchte Akteuren der Modebranche Gelegenheit bieten, sich für die Zukunft zu rüsten – und die ist grün, zumindest grüner, als es sich manch einer ausmalen mag.

WERBUNG

Das EU-Lieferkettengesetz wurde zuletzt abgeschwächt. Trump hat Treibhausgase kurzerhand für unproblematisch erklärt und damit den Klimaschutz in den USA quasi kassiert. Das neue Heizungsgesetz der Bundesregierung wird selbst von Heizungsbauern kritisiert, die sich zuvor noch schwer genervt von Robert Habeck zeigten – man könnte meinen, es gäbe nur Rückschritte. Und die gibt es, in gravierendem Ausmaß, mit fettem ökologischen Fußabdruck. Auf der anderen Seite nimmt Transformation vielfach Fahrt auf: Im Februar hat die Europäische Kommission im Rahmen der Ökodesign-Verordnung (ESPR) der Vernichtung unverkaufter Kleidung mit neuen Vorgaben einen Riegel vorgeschoben. Bereits im September wurde im EU-Parlament die Richtlinie zur Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) verabschiedet: Hersteller, die Textilien in der EU in Verkehr bringen, müssen künftig die Kosten für deren Sammlung, Sortierung und Recycling tragen.

WERBUNG

Wie kann Kreislaufwirtschaft auch ökonomisch funktionieren, bergen neue Rahmenbedingungen und Nachhaltigkeitsvorschriften vielleicht sogar Wettbewerbsvorteile? Was bedeutet eine verbesserte Ressourceneffizienz im Einzelfall und wie lässt sie sich herbeiführen? Neue Erfordernisse im Rahmen des europäischen Green Deal oder der Ökodesign-Verordnung wie der digitale Produktpass (DPP), dessen Einführung ab 2027 schrittweise erfolgt, stellen Unternehmen vor viele Fragen. Veranstaltungen wie die CIRCULAR ROOMS können dabei helfen, sich der Komplexität des Themas zu stellen. Laut IGEDO EXHIBITIONS liegt der Fokus der Konferenz auf den Schnittstellen zwischen „IT-Tools, Datenaustausch, Regulierung und Change Management“. Zur anstehenden Veranstaltung sind Speaker geladen wie Andreas Schneider, CEO der Global Textile Scheme Initiative, die einen neuen Datenaustauschstandard entwickelt hat. Weitere Referenten sind unter anderem Vertreter der Europäischen Kommission und Andrea Homann von hessnatur. Moderieren wird Dr. Monika Hauck, Gründerin und CEO der REPAIR REBELS. Unter der Überschrift „Circular Business Models“ soll es um praxisnahe Strategien für Recommerce, Rental, Repair, aber beispielsweise auch für materialbasierte Ansätze und effektives Lifecycle Management gehen.

Am 30. März jährt sich der internationale „Zero Waste Day“. Kein Abfall – Zukunftsmusik im Textilsektor, auch weil bislang eine hinreichende Infrastruktur für hochwertiges Textilrecycling fehlt. Kein Grund, Transformation nicht anzugehen. Angesichts fortschreitender Regulierung wird sich Nachhaltigkeit zunehmend auch ökonomisch auszahlen.