Autor: Maximilian Fuchs
Denim hat viele Gesichter und fast jeder von uns hat Hosen, Shirts und Jacken aus dem All-Season-Material im Schrank. Doch da geht noch mehr: In dieser Story nehmen wir Sie mit auf die Reise eines besonderen Stoffes, der für Work- und Streetwear, jugendliche Rebellion und modische Ästhetik gleichermaßen steht.
Wohnen und Interieur
Der Bezug mit Denim bietet sich auch für Möbel an. Von der Couch über Sessel und Ottomane – es gibt inzwischen eine Vielzahl von hochwertigen Sitzgelegenheiten im Jeanslook, gemacht für schönes Wohnen, über alle Einrichtungsstile hinweg. Auch dekorative Items wie Teppiche, die aus geflochtenen oder gewebten Jeans-Streifen hergestellt sind, sorgen für lässige Behaglichkeit. Doch gibt es nicht nur fertige Produkte zu kaufen; Denim ist auch idealer Arbeitsstoff für Do-it-yourself-Projekte und durch seine Robustheit eignet er sich optimal fürs Upcycling. So kann die ausgemusterte Jacke zum Umspannungsstoff für den Lampenschirm oder Blumentopf im Wohnzimmer werden. Mit etwas Kreativität und Geschick lässt sich so leicht ein kostengünstiges Statement Piece fertigen. Oder, falls man eine gute Lösung für das heimische Podcast-Studio sucht: Denim eignet sich in Kombination mit Akustikpaneelen hervorragend, um einen schallgeschützten Raum herzustellen. Bei der Schalldämmung in Innenwänden übertrifft Denim-Dämmung konventionelle Materialien – und macht damit ausgemusterte Jeans, durch vollständige Rezyklierbarkeit, zum echten Gamechanger im nachhaltigen Bauwesen.
Schreibwaren
Die meisten Menschen mögen einfach die Haptik des Stoffes. Als Handschmeichler gern gegriffen ist es deshalb nur konsequent, dass es auch Notizbücher und Journale gibt, die mit dem Stoff umspannt sind. Jeder, der eine Leidenschaft für hochwertige Papiere und Verpackungen hat, wird bei dem handgeschöpften Papier des spanischen Brands Sheedo Studio schwach. Das texturierte und nachhaltige Papier wird aus Jeans-Abfall hergestellt und eignet sich für besondere Einladungen, Botschaften und hochwertige Packagings. Upcycling at its best!

Kunst und Design
Ein Künstler, der wohl wie kein anderer für Denim-Kunst steht, ist der Brite Ian Berry. Seit zwei Jahrzehnten arbeitet er ausschließlich mit Denim als „Farbe“ und hat in seiner Karriere unzählige Werke und wunderschöne Installationen auf den Weg gebracht, wie zuletzt den „Secret Garden“ im Garden Museum, London. Der niederländische Künstler und Designer Maarten Baas hat für G-STAR RAW unter dem Motto „More or Less“ einen ganzen 15 Meter langen Privatjet mit recyceltem Denim verkleidet – ausgestellt zur Milan Design Week 2023. Laut dem Künstler verbindet die Arbeit zwei Gegensätze: den Jet als Symbol für Luxus und Konsum und Denim als wiederverwertetes Material. Baas wollte damit laut Beschreibung die Spannung zwischen „more“ und „less“, also Überfluss und Reduktion, sichtbar machen.
Zwei Jahre später legte G-STAR RAW nach, mit einer beeindruckenden Skulptur, die mit dem niederländischen Künstlerduo Darwin, Sinke & van Tongeren entstand. Ein 3,5 Meter großer Gorilla, bei dem jeder Muskel 3D-gedruckt und mit handgenähter Denim-Haut bedeckt ist. Das Werk entstand in fast zwei Jahren mit über 700 Stunden Näharbeit und wurde 2025 präsentiert. Es wurden 3.000 Meter Faden und 56 Quadratmeter Stoff eingesetzt. Die Skulptur ist heute permanent im Art Zoo Museum in Amsterdam ausgestellt.




