Philipp Johann Thimm – „The Red Door“

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Zu den prominentesten Arbeiten zählen zweifellos die Werke, Stücke und Alben, die in Zusammenarbeit mit Sascha Ring alias Apparat entstanden sind. Philipp Johann Thimm ©Nico Wöhrle
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Mit „The Red Door“ veröffentlicht Philipp Johann Thimm sein zweites Soloalbum. Dabei ist er eigentlich alles andere als ein Solokünstler. Der Berliner Produzent, Musiker und Multi-Instrumentalist blickt auf eine beeindruckende Liste von Projekten, Aufführungen, Tourneen und Veröffentlichungen zurück, gemeinsam mit zahlreichen herausragenden Kolleginnen und Kollegen.

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Philipp Johann Thimm ist ein Familienmensch.  ©Nico Wöhrle

Zu den prominentesten Arbeiten zählen zweifellos die Werke, Stücke und Alben, die in Zusammenarbeit mit Sascha Ring alias Apparat entstanden sind. Doch dazu später mehr.

Zunächst zur roten Tür. Was bedeutet sie? Markiert sie den Eintritt in ein neues künstlerisches Stadium? Lädt sie dazu ein, bislang verschlossene Räume zu betreten? Oder steht sie sinnbildlich für eine neue Welt? Sicher ist: Die Welt von Philipp Johann Thimm ist bevölkert; dicht, lebendig, gemeinschaftlich. In nahezu allen Projekten, an denen er beteiligt ist, geht es um Nähe, Vertrauen und eine große Wahlfamilie. Mit ihm auf Tour zu gehen heißt, in jeder Stadt auf Freundinnen, Weggefährtinnen und musikalische Partnerinnen und Partner zu treffen. Dieses Netzwerk begleitet ihn seit frühen Tagen, etwa als Mitglied der Band ABBY, in Ensembles, mit Bands – und es prägt auch die Arbeit und die Geschichte von „The Red Door“.

Philipp Johann Thimm stieß als Teil der erweiterten Streicherbesetzung zu Apparats Album-Tour von „The Devil’s Walk“ (Mute Records) und stand als Cellist mit Christoph Mäcki Hamann auf europäischen Bühnen. Inzwischen ist er Sascha Rings Co-Autor und Mitproduzent, mitverantwortlich für Alben wie „LP5“ und „Hum Of Maybe“ sowie für zahlreiche Arbeiten im Bereich Film und Theater. Für „LP5“ gab es sogar eine Grammy-Nominierung. Es folgten Projekte für ARD, WDR, Deutschlandfunk, Deutsches Theater, Berliner Ensemble und Hörspielproduktionen mit Judith Lorentz. Die Liste ließe sich fortsetzen. So komplex Thimms Hintergrund ist, so klar wirkt das Album in seiner Essenz. Der Schlüssel liegt im erweiterten Familienbegriff.

Philipp Johann Thimm ist ein Familienmensch – als Vater, als klassisch ausgebildeter Cellist, vor allem aber im künstlerischen Miteinander. Er ist Teamplayer, Mitdenker, Mitgestalter. Musik bedeutet für ihn Zusammenarbeit: gemeinsam schreiben, produzieren, erleben. In der Apparat-Band übernimmt er längst leitende Aufgaben, arrangiert und strukturiert vielschichtige Kompositionen. Dieses Prinzip setzt sich auf seinem Soloalbum fort – zahlreiche Gäste finden hier selbstverständlich zusammen.

Veröffentlichung: 26. Mai 2026

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Iceage – „For Love of Grace & the Hereafter“

Seit über 18 Jahren und 5 Studioalben beschäftigen sich Iceage mit dem Thema des Zusammenbruchs. ©Alva Le Febvre

Dieses Album ist frei von Affektiertheit oder Vorgaben – es gibt keine Palette kuratierter Einflüsse oder einen gesuchten Sound. Es ist die Summe aller Inspirationen, offen geteilt im Namen des Spielens und der Freude am Spielen.

Seit über 18 Jahren und 5 Studioalben beschäftigen sich Iceage – Sänger Elias Rønnenfelt, Gitarrist Johan Suurballe Wieth, Schlagzeuger Dan Kjær Nielsen, Gitarrist Casper Morilla Fernandez und Bassist Jakob Tvilling Pless – mit dem Thema des Zusammenbruchs. Es ist eine Art zu spielen, zu singen und Songs zu schreiben, bei der man fast auseinanderfällt und sich gleichzeitig wieder zusammenrafft – ein Taumeln durch das Leben in Liedern, das man im Vorbeigehen einfängt.

„For Love of Grace & the Hereafter“ wurde letztes Jahr im Silence Studio aufgenommen, einem bescheidenen Haus im ländlichen Schweden nahe der norwegischen Grenze. Vor zwölf Jahren nahmen sie dort ihr 2014er-Album „Plowing Into the Field of Love“ auf; es ist kein Zufall, dass dies das einzige Mal war, dass sie in ein Studio zurückgekehrt sind, um eine Platte aufzunehmen. Die Band wollte dieselbe intensive Energie einfangen.

„Die Songs mussten unmittelbar, drängend, roh und schnell sein, sagt Rønnenfelt. „Wir wollten versuchen, jegliches unnötige Gewicht abzuwerfen. Das Einfangen von Energieausbrüchen ist das, was uns am meisten begeistert.“

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„For Love of Grace & the Hereafter“ ist strahlend und energiegeladen. Es ist sowohl unterhaltsam als auch ernst wie eh und je und wächst und strahlt durch die Liebe. Über sechs Alben hinweg haben Iceage Erlösung gefunden, insbesondere durch die Wirren der wahren Liebe, sowohl der romantischen als auch der brüderlichen. Für die Band hat alles auf diesen Moment hingesteuert: einen gemeinschaftlichen, kathartischen Zusammenbruch und einen Moment, in dem sich der Kreis schließt und Zufriedenheit und Chaos in Klarheit nebeneinander bestehen können.

Veröffentlichung: 29. Mai 2026 

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Boards of Canada – „Inferno“

Während einige aus der Left-Field-Elektronik-Szene ein schrullig-charismatisches öffentliches Profil pflegen, haben sich Boards of Canada ihren Kultstatus allein durch ihre Alben verdient.  ©Peter Iain Campbell

13 Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung ist „Inferno“ das lang erwartete fünfte Studioalbum von Boards of Canada – dem Duo Michael Sandison und Marcus Eoin – und enthält 18 neue Titel.

Wir leben in einer Zeit der Überpräsenz. Zu viele Künstler geben ihre geheimnisvolle Aura bewusst auf und stellen ihr öffentliches Image in den Vordergrund, während die Musik erst an zweiter Stelle kommt. Entgegen dem Zeitgeist bleiben Boards of Canada ein Rätsel. Selten fotografiert, kaum interviewt und in den letzten 30 Jahren nur eine Handvoll mal live aufgetreten, lassen Boards of Canada die Musik für sich selbst sprechen.

Während einige aus der Left-Field-Elektronik-Szene ein schrullig-charismatisches öffentliches Profil pflegen, haben sich Boards of Canada ihren Kultstatus allein durch ihre Alben verdient – durch die wunderschöne, geheimnisvolle Musik und das wunderschöne, geheimnisvolle Artwork, das sie umgibt. Sie haben kein Image, stattdessen besitzen ihre Klänge die einzigartige Kraft, Bilder im Kopf des Zuhörers zu erwecken. Wie auf dem bahnbrechenden Album „Music Has the Right to Children“ (1998) – das in der Liste des Pitchfork-Magazins der besten Alben der 1990er-Jahre aufgeführt wurde – entwickelt, haben Boards of Canadas charakteristischer Stil aus verstimmten Synthesizern und verschwommenen Texturen die elegische Qualität verblasster Familienfotos, fleckiger Super-8-Filme, abgenutzter Kassetten und geliebter Schallplatten, die so oft abgespielt wurden, dass die Wiedergabe von Kratzern und Oberflächenrauschen durchzogen ist. Es ist eine Ästhetik, die enorm einflussreich war, zahlreiche direkte Nachahmer hervorgebracht, ein ganzes Genre namens Hauntology geprägt und Mainstream-Künstler beeinflusst hat, die selbst so einflussreich sind wie Radiohead, deren Frontmann Thom Yorke Boards of Canada als wichtige Inspiration während ihrer experimentellen „Kid A“/„Amnesiac“-Ära bezeichnet.

Die Klangpalette von Boards of Canada hat sogar Einzug in die Popmusik gehalten – über weitverbreitete Audio-Software wie Reason und Logic, die Kits enthalten, welche die von ihnen geprägten, analog erzeugten, schwankenden, verstimmten Klänge digital simulieren und diese manchmal nach bestimmten Boards-of-Canada-Stücken wie „Roygbiv“ benennen. Ihre Songs wurden auch direkt von Cloud-Rap- und Trap-Künstlern wie $uicideboy$, Lil B, Travis Scott, Clams Casino, Yung Lean und Lil Peep sowie von der Ambient-R&B-Sängerin Solange gesampelt. Indirekt und direkt haben Boards of Canada dazu beigetragen, den Sound von Chart-Pop und Rap-Radio seltsamer und unheimlicher zu machen.

„Inferno“ wird als limitierte Sonderausgabe auf rotem, durchscheinendem 2LP-Vinyl in einer dreifach gefalteten Hülle mit 16-seitigem Booklet, als Standard-2LP-Vinyl in Schwarz sowie als CD und in digitalen Formaten erhältlich sein.

Am 22. Mai 2026 finden in Tokio, Berlin (Silent Green), Barcelona, London, Glasgow, New York und Los Angeles weltweite Album-Premieren statt, die „Inferno Sessions“. Anlässlich der weltweiten Veröffentlichung am 28. Mai 2026 werden zudem in lokalen Plattenläden Listening-Partys veranstaltet.

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beats international

Birgit und Sven-Erik ©beats international

Das 2002 gegründete Unternehmen beats international wurde von Birgit Peter und Sven-Erik Stephan gegründet. Mittlerweile hat sich beats international zu einer gefragten PR-Agentur für Musik entwickelt und ist bekannt für Glaubwürdigkeit und Authentizität. Weitere Infos gibt es hier.