Chemikalien
Labortests im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) haben bei 15 von 18 untersuchten Shein-Produkten Schadstoffe oder auffällige chemische Rückstände nachgewiesen, teilt die Organisation mit. Knapp 40 Prozent der Artikel verstoßen demnach gegen geltende EU-Chemikalienvorschriften. In einem Damenstiefel wurde die zulässige Höchstmenge des Weichmachers DEHP um das 179-fache überschritten, in einer Jugend-Kapuzenjacke ein PFAS-Stoff mehr als 12.000-fach über dem Grenzwert. Bei den auf PFAS untersuchten Produkten überschritten 75 Prozent die EU-Grenzwerte.
Untersucht wurden im Mai und Juni 2026 vom Bremer Umweltinstitut insgesamt 18 Produkte auf PFAS, Phthalate, Schwermetalle, Formaldehyd und weitere Stoffe. Die DUH fordert Shein per Unterlassungsantrag auf, die betroffenen Produkte von der Plattform zu nehmen. „Die Kleidung von Shein ist ein giftiger Chemiecocktail mit Ansage“, sagt DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. Sie fordert von Bundesumweltminister Carsten Schneider ein Textilgesetz, das Herstellerbeiträge an Umweltkriterien knüpft. Die EU-Kommission hatte bereits im Februar 2026 ein Verfahren gegen Shein nach dem Digital Services Act eingeleitet.

