Bilanz
Ein Jahr nach Inkrafttreten des EU-US-Zolldeals fällt die Bilanz der deutschen Wirtschaft aus Sicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) ernüchternd aus, wie Außenwirtschaftschef Volker Treier mitteilt. Die US-Zölle sind für die meisten Waren auf 15 Prozent gedeckelt, viele US-Importe sind in der EU zollfrei. „Das schafft zumindest ein Mindestmaß an Planungssicherheit. Sein eigentliches Ziel hat der Deal jedoch verfehlt: Die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen sind nicht wirklich stabil“, sagt Treier. Unternehmen müssten weiterhin mit neuen Zolldrohungen, bürokratischen Hürden und Rechtsunsicherheit rechnen.
Treier fordert, dass die EU Vorwürfe gegen das deutsche Gesundheitssystem sowie Anschuldigungen zu angeblichen Überkapazitäten zurückweist und auf die Einhaltung der Vereinbarung von Turnberry pocht. Der Deal sei ein Weckruf: Europa müsse seine wirtschaftliche Resilienz stärken und Abhängigkeiten im Digitalbereich abbauen, so Treier. Zudem sollten die Abkommen mit Indonesien und Australien zügig ratifiziert und Verhandlungen mit Malaysia, Thailand und den Philippinen vorangetrieben werden.

