Lieferkette
Die Bio-Textilmarke Cotonea verliert zwei langjährige Lieferanten von Bio-Baumwolle. Partnerkooperativen in Kirgistan und Uganda haben ihre GOTS-Zertifizierung aufgegeben, teilt das Unternehmen mit. Grund seien die verschärften Anforderungen der EU-Bio-Verordnung, die seit 2022 auch Baumwolle umfasst, sowie strengere GOTS-Richtlinien. Für Kleinbauern seien die zusätzlichen Kontrollen und Dokumentationspflichten personell und wirtschaftlich nicht mehr leistbar.
Laut Cotonea müssten Kooperativen inzwischen bis zu 35 Prozent ihres erzielbaren Verkaufspreises für Zertifizierungen aufwenden, bisher rund 15 Prozent des konventionellen Verkaufspreises. Eine Studie des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau (FiBL) vom Dezember 2024 sieht 1,8 bis 2 Millionen Kleinbauern in Drittländern betroffen. Cotonea zahlte seinen Partnern bislang einen um rund 25 Prozent über dem Weltmarkt liegenden Preis. „Gut gemeint, doch nicht zu Ende gedacht“, sagt Roland Stelzer, Geschäftsführer von Gebr. Elmer & Zweifel und Gründer von Cotonea.
Die beiden Kooperativen arbeiten weiter nach Bio-Kriterien, ihre Ware ist jedoch nicht mehr zertifiziert. Cotonea sucht neue Partner. Die Vorräte an zertifizierter Bio-Baumwolle reichen für die Haustextilien noch etwa zwei Jahre.
