„Wir verkaufen keine Atombomben“

Store-Check

bungalow in Stuttgart: Spaß an der Mode, Stil bei der Kleidung

Autor: Markus Oess

„Der Name bungalow soll ein modernes Zuhause signalisieren, ein Zuhause für gute, klassische Mode für die Kunden und für zeitlosen, geraden Geschmack“, sagt Firmen-Chef Uwe Maier. bungalow ist in der Stuttgarter Modeszene ein Synonym für eine zeitlose Mischung aus Klassik, High Fashion und Sportswear. Und dennoch, findet Maier, ohne Spaß an der Arbeit ist der Job nicht erfolgreich zu machen.

Uwe Maier, Inhaber bungalow (Bild: bungalow)

Klassisch und edel, ja. Aber kein Fasching. Auf die schlichte Formel bringt Uwe Maier das Konzept, mit dem er bungalow Stuttgart 2006 an den Start gebracht hatte. Damals mietete der gebürtige Schwabe seinen Laden mitten in der Stuttgarter Innenstadt an. Auf zwei Etagen stehen rund 320 Quadratmeter Verkaufsfläche zur Verfügung. Ganz in der Nähe der großen internationalen Marken wie LOUIS VUITTON, bald HERMÈS, bald WEMPE, RIMOWA, MONTBLANC gelegen, muss der exklusive Multibrandstore schon „entdeckt“ werden, denn eine schmale Gasse führt zu dem Geschäft, dessen Fensterfront in Laufrichtung ausgerichtet ist und auf den ersten Blick nicht auffällt. Inzwischen hängt über die gesamte Wegbreite ein großes Banner und bungalow ist eine feste Anlaufstelle für „wohlsituierte Geschäftsleute, die sich mit lässiger Attitüde ausgestattet für Mode interessieren und das Besondere suchen, ohne auffallen zu wollen“, wie Maier seine Stammkundschaft beschreibt. Rund 70 Prozent des Umsatzes macht Maier mit ihr.

Die Immobilie hatte Maier wegen der zentralen Lage und wegen der Architektur gereizt. „Die alten Lagerräume eines großen, alteingesessenen Haushaltswarengeschäftes sind einfach optimal. Ganz abgesehen davon ist die Miete lange nicht so irre hoch wie direkt an den hoch frequentierten Eins-a-Lagen. Zu uns kommen die Männer ganz bewusst, auch wenn immer noch hier und da welche eher zufällig auf uns stoßen.“ Als die Idee zur Selbstständigkeit konkreter wurde, stand Maier seit 15 Jahren auf der Payroll von HUGO BOSS, die Anfang der 2000er noch unter „Holys“ Multibrandstores betrieben wurde. Maier war verantwortlich für den Einkauf der Häuser in Stuttgart und München. Er leitete außerdem den Store in der schwäbischen Landeshauptstadt. Dann verschwanden die anderen Marken aus den Regalen, die Läden wurden auf HUGO BOSS getrimmt. Nach kurzer Zeit verlor Maier die Lust an seinem Job und verließ HUGO BOSS.

bungalow ist Zuhause für gute, klassische und zeitlose Mode

„Der Name bungalow soll ein modernes Zuhause signalisieren, ein Zuhause für gute, klassische Mode für die Kunden und für zeitlosen, geraden Geschmack“, erklärt Maier den Namen seines Ladens. Bungalow stehe für eine zeitlose Mischung aus Klassik, High Fashion und Sportswear. Neben Luxusmarken wie PRADA, MONCLER oder sacai führt bungalow exklusiv in Stuttgart TOM FORD, Berluti, SAINT LAURENT und LANVIN. Dazu kommen Labels wie KITSUNÉ, AMI, Acne Studios oder COMMON PROJECTS. Maier reist viel in die Modemetropolen weltweit. „Wir kaufen vorwiegend direkt in Showrooms, suchen aber dabei das Besondere. Ich lasse mich sehr gern von der Straße inspirieren“, sagt er. Auch die Pitti Uomo in Florenz steht auf dem Programm. Bei der Suche nach neuen Marken und Looks kommt es nicht auf den Klang der Labels an. „Hauptsache, es passt ins Gesamtkonzept“, betont Maier, der von seiner Reise nach Tokio die japanischen Marken nanamica, BATONER und sacai mitgebracht hat. „Ab kommendem Frühjahr verkaufen wir das New Yorker AIMÉ LEON DORE. Darauf freu ich mich schon. In den Staaten ist die Mode schon schwer angesagt. Sportswear, die mit Understatement spielt“, berichtet Maier. Einmal pro Jahr im Herbst bietet bungalow ein besonderes Highlight. Dann fliegt ein Schneider von TOM FORD ein und nimmt Maß. Eine lohnende Angelegenheit für beide Seiten. Diesmal kam der Schneider direkt von einer Visite aus Dubai. Ausgerechnet bei den sparsamen Schwaben hatte der Mann mehr zu tun als in den konsumfreudigen Vereinigten Arabischen Emiraten.

Auf klassische Werbung verzichtet Maier komplett

Im Jahr 2008 hat Maier angefangen, Womenswear zu verkaufen. Anfangs in einer Randlage, später im Laden in der Stiftstraße im ersten Stock. Schnell stieß das Geschäft im wahrsten Wortsinn an seine Grenzen. 2015 bot der Vermieter an, eine zusätzliche Fläche zwei Türen weiter anzumieten. Maier zögerte nicht lang und seither beherbergt die Stiftstraße einen Menswear- und einen Womenswear-Laden unter dem Namen bungalow. Rund 20 Menschen arbeiten im bungalow. Ein junges Team, wie Maier noch erklärt. Früher war es ihm wichtig, mit jüngeren Leuten zu arbeiten. Heute hat es sich eingebürgert, auch weil er in Kooperation mit der LDT Nagold Akademie für Modemanagement seine Mitarbeiter über ein Bachelorstudium ausbildet. Auf klassische Werbung verzichtet Maier komplett. „Im Grunde leben wir von Mundpropaganda. Wir sind aber auch stark bei Instagram unterwegs. Bilder sagen mehr als Worte und wir können schnell und aussagekräftig mit unseren Kunden kommunizieren“, meint Maier. Mode sei schließlich Ansichtssache. „Aber ich finde, wir sollten uns auch nicht zu wichtig nehmen. Wir verkaufen keine Atombomben, sondern Produkte, die Begehrlichkeiten wecken sollen. Ohne Spaß lässt sich der Job nicht machen.“

  • Aristoteles Onassis: „Ich wollte wenigstens einen Playboy im Laden haben", sagt bungalow-Chef Uwe Maier.
  • Im Erdgeschoss ist ...
  • ... die Sportswear untergebracht.
  • Schuhe, mal klassisch ...
  • ... mal sportlich.
  • Der Senakerboom ist ungebrochen.
  • Eigene Duftnote
  • Klassisches Schaufenster
  • Große Umkleiden zum Wohlfühlen
  • Der Aufgang zum Obergeschoss, dem ...
  • ... Wohnzimmer im Laden.
  • Der Kunde soll sich zuhause fühlen.
  • Klassische Mode für ...
  • ... für Kunden mit zeitlosem Geschmack
  • Zurückhaltende Präsentation ...
  • ... in einem warmen Ambiente.
  • Typische Accessoires für den Mann
  • Meyer zeigt auch Werke von lokalen Künstlern.