BTE-Umfrage: Die gleichen Probleme

Bild: Pexels

Autor: Markus Oess

Aufschwung geht anders. Nach einer aktuellen repräsentativen BTE-Umfrage von Januar/Februar dieses Jahres hatten 43 Prozent der teilnehmenden Unternehmen 2016 mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen. 18 Prozent konnten das Niveau wenigstens halten und nur 40 Prozent legten beim Umsatz zu. Immerhin, waren bei 20 Prozent sogar mehr als drei Prozent drin. Zum Vergleich, die Europäische Zentralbank strebt eine Inflation von zwei Prozent an. Folglich sieht es bei den Erträgen auch nicht besser aus: 41 Prozent der befragten Firmen erzielten gegenüber dem Vorjahr weniger Gewinn. 23 Prozent haben wenigstens nicht auch noch Gewinn abgegeben und bei 35 Prozent war sogar am Jahresende sogar mehr in der Kasse.

Zu schaffen machen dem Textilhandel vor allem höhere Abschriften und Kosten. So hätten sich die Preissenkungen im letzten Jahr bei 42 Prozent der Umfrageteilnehmer erhöht und nur bei 20 Prozent verringert. Bei den übrigen 38 Prozent ist diesbezüglich keine Änderung eingetreten. Auch bei den Kosten gab es ein ähnliches Bild: 35 Prozent melden Steigerungen, 24 Prozent Effizienzgewinne und bei 41 Prozent blieb es unverändert. Und während die Kundenzahl bei 69 Prozent der Umfrageteilnehmer sank, stieg der Durchschnittsbon bei 53 Prozent.

Zudem wurden die Händler nach den größten Problemen im Handel auf einer Skala von 1 (kein Problem) bis 10 (sehr großes Problem) befragt. Das Ergebnis:

  1. anhaltende Rabattschlachten (9,0)
  2. Wettbewerbsdruck durch Online-Anbieter (7,8),
  3. rückläufige Kundenfrequenz (7,7),
  4. zunehmender Wettbewerb durch die eigenen Lieferanten – online und stationär (7,1)
  5. unzureichende Warensteuerung im Saisonverlauf (5,9)
  6. Umsatzverluste bei bislang marktstarken Lieferanten (5,8)
  7. Bindung und Gewinnung guter Mitarbeiter (5,7)
  8. Entwicklung der Personalkosten (5,6)
  9. zunehmender stationärer Wettbewerb durch vertikale Unternehmen (5,3)
  10. Entwicklung der Energiekosten (5,3)

Positives brachte die Umfrage aber auch zutage: „Imageproblemen aufgrund der in den letzten Jahren immer wieder kritisierten Produktionsbedingungen in einigen asiatischen Fabriken sieht sich der Modehandel dagegen derzeit kaum ausgesetzt. Denn die überwiegende Mehrheit registrierte keine (60 Prozent) oder nur vereinzelte (33 Prozent) diesbezügliche Kundenfragen. Lediglich sieben Prozent berichten über ein verstärktes und anhaltendes Kundeninteresse an diesem Thema.“ Für das laufende Jahr spricht der Verband zudem von „eher zuversichtlich Erwartungen“: 39 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem Umsatzplus, 40 Prozent mit einem Pari und 21 Prozent mit einem Rückgang.