HUGO BOSS AG: „Strategische Neuausrichtung greift“

Mark Langer, HUGO BOSS AG (Bild: ©HUGO BOSS AG)

Die Digitalisierung hält in den Kollektionen und den Showrooms Einzug. Kehrt HUGO zur Berlin Fashion Week zurück?

Mark Langer dürfte heute Morgen gut gelaunt ins Büro gefahren sein. „Wir haben 2017 erreicht, was wir uns vorgenommen hatten“, sagt
 der Vorstandsvorsitzende der HUGO BOSS AG bei der Vorlage der Bilanz 2017. „In diesemJahr wollen wir unser Wachstumstempo erhöhen. Die neuen BOSS- und HUGO- Kollektionen kommen im Markt sehr gut an. Auch das Feedback auf die Präsentationen der BOSS Mens- und Womenswear in New York war sehr positiv. Unsere strategische Neuausrichtung greift. Damit sind wir auf dem richtigen Weg zu nachhaltigem und profitablem Wachstum“, sagt Langer. Dessen Vertragsverlängerung bis zum Dezember 2021 begründete Michel Perraudin, Aufsichtsratsvorsitzender der HUGO BOSS AG, gestern genau damit: „Mark Langer hat das Unternehmen wieder auf Wachstumskurs gebracht.“

Die Metzinger haben den Umsatz im Geschäftsjahr 2017 auf währungsbereinigter Basis um 3 Prozent auf 2,73 Milliarden Euro gesteigert. In der Berichtswährung fällt das Plus mit 1 Prozent magerer aus. Das operative Ergebnis lag mit 491 Millionen Euro wie prognostiziert auf dem Vorjahresniveau. Die Investitionen in die Repositionierung der Marken BOSS und HUGO und in die digitale Transformation haben Geld gekostet und auch der starke Euro belastet.

Zum Umsatzwachstum haben alle Regionen beigetragen.

Zum Umsatzwachstum haben alle Regionen beigetragen. In der Region Europa lief es aufgrund einer stärkeren lokalen Nachfrage und einem wieder anziehenden Geschäft mit Touristen um 2 Prozent besser. In Amerika stieg der Umsatz in lokaler Währung um 1 Prozent, wobei in Kanada und Lateinamerika die leicht rückläufigen Umsätze in den USA ausglichen. In Asien/Pazifik ging es dank des Aufschwungs im chinesischen Markt währungsbereinigt um 6 Prozent nach oben. Doch während der konzerneigene Einzelhandel währungsbereinigt um 5 Prozent wuchs (die Anzahl der konzerneigenen freistehenden Einzelhandelsgeschäfte ist um drei auf 439 gesunken) hat der Großhandel währungsbereinigt 2 Prozent verloren. Hier machten sich unter anderem die selektivere Distribution im US-amerikanischen Markt sowie vereinzelte Übernahmen von Shop-in-Shops bemerkbar. Die Erlöse mit Lizenzen stiegen dank höherer Einnahmen für Düfte um 14 Prozent. Nach Marken verzeichnete BOSS 3 Prozent Zuwachs und profitierte vom zweistelligen Umsatzanstieg im Athleisure-Angebot. HUGO packte 5 Prozent drauf. Hier schob der starke Ausbau der Casaulwear mit zweistelligen Wachstumsraten das Geschäft an.

Nach Aussagen des Managements soll HUGO auch eng mit Berlin verbunden werden. Neben einem eigenen Store in der Hauptstadt, sei man in Überlegungen, mit HUGO auch zur Berlin Fashion Week zurückzukehren.

Digitaler Showroom wird bis Ende des Jahres ausgerollt

Für das Jahr 2018 rechnet der Vorstand währungsbereinigt mit einer Beschleunigung des Umsatzwachstums im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Deutliche Impulse erwartet der Vorstand von der klaren Positionierung der Marken BOSS und HUGO, wobei die Sportswear weiter gestärkt wird. Auch die Digitalisierung nimm weiter Formen an. Marktseitig arbeitet das Unternehmen unter anderem an einen getrennten Internet-Auftritt mit Shops von BOSS und HUGO. Allerdings bleibt auch hugoboss.com aufgeschaltet. Zudem soll das Engagement auf den Marktplätzen (unter anderem ist man mit Zalando in Gesprächen über ein Concessions-Modell) und beim E-Commerce der Wholesale-Partner systematisch optimiert werden. Schließlich wird der digitale Showroom der jetzt in Berlin getestet wurde, bis Ende des Jahres komplett ausgerollt. Auch die Tests mit der digitalen Kollektionsentwicklung und der ersten Kapsel (Menswear, 5 Looks) verlaufen vielversprechend, sodass das Projekt weiterverfolgt wird. Von der ersten Idee bis zum Teil auf der Fläche würde sich der Prozess von 12 bis 14 Monaten auf 6 Monate reduzieren, sagt Vertriebsvorstand Bernd Hake gegenüber FT.

Geografisch sollen alle Regionen zum Wachstum beitragen. Für den eigenen Einzelhandel geht das Unternehmen von einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. „Das Großhandelsgeschäft sollte auf Wachstumskurs zurückkehren“, heißt es dazu aus Metzingen. Das operativen Ergebnis (EBITDA vor Sondereffekten) soll innerhalb einer Spanne von minus 2 Prozent bis plus 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegen.

Außerdem plant die HUGO BOSS AG einen eigenen Flagship-Store direkt am Hugo-Boss-Platz in Metzingen.