Deutsche Luxusmarken: Mode kann international kaum punkten

"Deutscher Luxus ist technisch geprägt. Mode bleibt weiterhin international zurück." Bild: ©pixabay

Immerhin: Nischen-Marken sind auf dem Vormarsch

„Bei der Gewinnung der ‚Luxus-Zielgruppe von morgen’ besteht Nachholbedarf. Das ‚Markenerlebnis’ ist zum wichtigsten Zukunftsthema aufgestiegen, gefolgt von Nachhaltigkeit. Verbesserungspotenzial existiert in allen Belangen. Deutscher Luxus ist technisch geprägt. Mode bleibt weiterhin international zurück.“  Das sind Kernaussagen des inzwischen siebten Auflage der Studie „Die deutschen Luxusmarken“ (Ausgabe 2018) der Münchener Markenberatung BIESALSKI & COMPANY (B&C) und der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner (W&P).

Dabei fällt das Ergebnis für die Fashion doch recht ernüchternd aus, aber es zeichnet sich ein leichter Silberstreifen am Himmel ab: „Das Mode-Establishment der 90er und 2000er Jahre mit Marken wie Bogner, Escada oder Strenesse hat weitgehend ausgedient. Gleichzeitig tut sich am deutschen Mode-Horizont etwas Neues auf. Mit Dorothee Schumacher steigt ein Vertreter aus dem gebeutelten Modesegment als Newcomer in die Top 30 auf. Iris von Arnim und Talbot Runhof klettern nach oben. Die Nischen-Marken sind auf dem Vormarsch – ob Fokussierung auf Kaschmir, Haute Couture, puristisch oder verspielt.“  Unterm Strich kommen die Berater zu dem Urteil, dass es Zeit zum Umdenken sei. „Traditionelle Gewohnheiten werden durch den Übergang zur Generation X, Y und Z zunehmend auf den Kopf gestellt“, sagt der Initiator der Studie und Managing Partner bei B&C, Alexander Biesalski. Die Deutschen Luxusmarken müssten jetzt dem einhergehenden Wertewandel und den Bedürfnisveränderungen gerecht werden. Für Johannes Spannagl, Studienautor und Managing Partner bei W&P, ist dabei die größte Herausforderung, Bestehendes und Neues sowie Tradition und Transformation in Einklang zu bringen. Dass dieser Spagat möglich sei, zeigten Marken aus der Schmuckbranche oder der Unterhaltungselektronik.