Escape Clothing: Insolvenz in Eigenverwaltung

Screenshot ©TIMEZONE

23.01.2019

Leo Textil Holding GmbH dreht Geldhahn zu

Die Escape Clothing GmbH mit Sitz im oberbayerischen Brannenburg hat vor dem Amtsgericht Rosenheim einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Wie die Brannenburger mitteilen, soll durch diesen Schritt „die positive operative Geschäftsentwicklung des Spezialisten für Jeans und Denim-Hosen mit den Marken Timezone und Orwell auf der Finanzierungsseite neu geordnet und nachhaltig abgesichert werden“. Der Antrag erfolgte, nachdem der 100-Prozent-Eigentümer Leo Textil Holding GmbH erklärt habe, keine weiteren Mittel in Form von Gesellschafterdarlehen zur Verfügung stellen zu können. Der Alleingeschäftsführer Wolfgang Mosebach (CEO) führt die Geschäfte weiter. Zudem wurde Christian Stoffler von der Münchner Kanzlei Gerloff Liebler Rechtsanwälte zum Restrukturierungs-Geschäftsführer (CRO) bestellt. Überdies wurde Rechtsanwalt Axel W. Bierbach von der Münchner Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen zum vorläufigen Sachwalter berufen. „Die Geschäfte des Unternehmens mit rund 100 Beschäftigten laufen ohne Einschränkungen weiter“, betonen die Brannenburger. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens, maximal für drei Monate, Insolvenzgeld.

Escape Clothing hatte in den zurückliegenden Jahren viele Maßnahmen umgesetzt, um Flächensteuerung, Merchandising und Positionierung der Marke Timezone zu verbessern. Zudem wurde in die 2018 gekaufte Marke Orwell investiert. „Die aktuell positive Entwicklung von Umsatz und Orders zeigt, dass unsere Maßnahmen greifen“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Mosebach. „Timezone gewinnt im Handel und bei Endkunden an Boden, und auch der Neustart von Orwell verläuft zufriedenstellend. Für das abgelaufene Jahr 2018 gehen wir nach vorläufigen Berechnungen von einer Umsatzsteigerung bei Escape Clothing auf ca. 22,5 Millionen Euro nach 21,0 Mio. Euro im Jahr zuvor aus – und das in einem rückläufigen Modemarkt.“ Jetzt soll ein Geldgeber gefunden werden. „Im Vordergrund steht, zügig die Finanzierung des zukünftigen Geschäfts nachhaltig sicherzustellen. Dazu führen wir Gespräche sowohl mit Finanzierern als auch mit Investoren, die wir zügig zu einem Ergebnis führen wollen. Ich bin zuversichtlich, dass der Handel und andere Geschäftspartner das Unternehmen in dieser Übergangsphase unterstützen werden“, erklärt Stoffler.