Auf die Mischung kommt es an

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„Die Revolution ist inhaltlicher geworden." Marie-Luise Patzelt (erste von rechts) mit dem SEEK-Team ©SEEK
Autor: Andreas Grüter

Hat die Abgrenzung von Streetwear zu Casualwear und Urbanwear noch Bestand oder leben die Segmente anno 2020 vor allem von ihrem Mix? Und wie sieht es dabei mit dem Thema Nachhaltigkeit aus? Wir haben SEEK Sales & Marketing Managerin Marie-Luise Patzelt gefragt.

FT: Was macht Street- und Urbanwear im Jahr 2020 für dich aus? Wo sind die stilistischen und inhaltlichen Grenzen zur Casualwear?
Marie-Luise Patzelt: „Die Grenzen zwischen Street-, Urban-, und Casualwear verschwimmen von Saison zu Saison immer mehr. Dies neu und überraschend zu kombinieren, und den Zeitgeist auf einer Fläche zu präsentieren, ist unser Job – und quasi der Ursprung der SEEK. Um eine Baggy zu tragen, muss man kein Hip Hop hören. Eine Gore-Tex Jacke wird nicht nur bei schwierigen Wetterbedingungen in den Bergen getragen. Eine gute Jeans und ein hochwertiger Kaschmirpullover haben in vielen Büros weltweit den Anzug ersetzt. Diese Möglichkeiten und Unbefangenheit machen Spaß. Hier passt der Werbeclaim von dem Schokoriegel Twixx: It’s all in the mix. Es gibt keine Grenzen.    Bereits zu Beginn der SEEK haben wir die klassischen Barbour Jacken neben Nike’s Camo Pack präsentiert. Ich denke, man kann selbstbewusst sagen, dass ist das Mix SEEKs Erfolgsrezept. Wir sind super stolz darauf, dem Handel auch in den jeweils ähnlichen Segmenten und Produktkategorien eine große und spannende Auswahl anbieten zu können und den Einkäufer so zu inspirieren. Im Januar zeigen wir DIE Chino der Traditionsmarke Hiltl neben dem von Workwear inspirierten UK-Label Universal Works. Der langjährige SEEKer Sandqvist mit skandinavischem und nachhaltigem Design steht bei uns neben dem japanischen Taschenhersteller Porter-Yoshida & Co. Die Outdoor Experten von Gramicci präsentieren sich zum ersten Mal in der Arena neben den unfassbar erfolgreichen Comeback-, Outdoor- und Sportsweabrands, wie Napapijri, Columbia und Helly Hansen. Ob man ein Brand nun Street-, Urban- oder Casualwear zuordnet ist jedem selbst überlassen – dem Einkäufer sowie auch dem Endkonsumenten, der diese Freiheit schon lange lebt.

Streetwear, mit kleinen Labels und handbedruckten Shirts gestartet, hat ihren Weg in den Massenmarkt längst gefunden. Was ist deiner Meinung nach von der Revolution der Anfangsjahre geblieben?
„Die Revolution ist inhaltlicher geworden. Keineswegs leiser und keineswegs weniger präsent. Im Januar 2020 wird mehr als ein Drittel unseres Portfolios aus sustainable Brands bestehen. Dies ist die größte und wichtigste Revolution. Und auch hier sehen wir den Weg in den Massenmarkt, auch wenn es noch dauert. Inzwischen sehen wir ‚V’s (von VEJA) auf Sneakern fast so oft wie ein Nike Swoosh, drei adidas Streifen oder ein ‚N‘ für New Balance. Mit Veja haben wir diese nachhaltige Revolution bereits vor 15 Jahren begonnen. Kings of Indigo hat die Denim Szene nachhaltig revolutioniert und Toni Tonaer ist eine Leuchtfigur. Mit der ersten sustainable Linie von Hummel HIVE auf der SEEK nimmt sich nun auch die Sportswearbranche dem Thema ‚responsible Future‘ an.“

Ihr setzt zur kommenden Messeauflage verstärkt auf das Thema Nachhaltigkeit. Sind deiner Meinung nach Streetwear-Labels näher dran am Sujet?
„Für ein klares Ja oder Nein ist der Begriff ‚Streetwear‘ nicht eindeutig interpretier- und greifbar genug. Die Idee beziehungsweise der Begriff ‚Streetwear‘ entstand ja ursprünglich daraus, dass der Trend auf der Straße entsteht und von Brands für den breiteren Markt übersetzt wird. Diese Übersetzung sehen wir heute in diversen Segmenten. Was auf den Straßen passiert, sehen wir auch bei uns auf der SEEK. Wir übersetzen ‚Fridays For Future‘ in der Arena im Januar 2020 in ‚Fashion For Future‘!  Uns ist bewusst, dass die Modeindustrie zu den größten Verschmutzern der Erde gehört. Wir sehen uns in der Pflicht etwas zu tun. In der kommenden Saison initieren  wir erstmalig Table Talks und Diskussionen zum Thema Nachhaltigkeit mitunter anderem sustainyourstyle, Sandqvists Sustainability Manager Hendrik Lindholm, Lee, Zalando, Gannis Sustainability Consultant, Tretorns Creative Director Frederik Ekström, Kings of Indigos Gründer Tony Tonnaer, Merz b. Schwanens Kreativdirektorin Gitta Plotnicki. Meet the sustainable SEEKers!“

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PROGRESSIVE CONTEMPORARY FASHION TRADE SHOW

14. JANUAR 2019 10:00 – 19:00
15. JANUAR 2019 10:00 – 19:00
16. JANUAR 2019 10:00 – 17:00

ARENA BERLIN
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