Für Väter und Söhne

PREMIUM

„Auch Männer brauchen Mode." Anita Tillmann ©Boris Kralj

Autorin: Tays Jennifer Köper-Kelemen

Vom 14. bis zum 16. Januar 2020 findet die Edition Herbst/Winter 2020/21 der PREMIUM in Berlin statt. Neben Womenswear präsentiert sich mit Brands wie FIL NOIR und DRYKORN auch Menswear auf den Ausstellungsflächen. Fashion Today hat Anita Tillmann, Chefin der PREMIUM GROUP, nach dem aktuellen Zeitgeist in der Männermode befragt.

Die Orderrunde für die Saison Herbst/Winter 2020/21 steht an, die PREMIUM öffnet vom 14. bis zum 16. Januar 2020 erneut ihre Pforten an der STATION-Berlin. Auf den Ausstellungsflächen können sich die Besucher neben Womenswear auch einen Eindruck über neue Menswear-Kollektionen verschaffen. Zur kommenden Edition warten unter anderem Brands wie DISTRETTO12, RH45 und BERTONI auf. Anita Tillmann, Chefin der PREMIUM GROUP, hat Fashion Today drei Fragen über den aktuellen Zeitgeist in der Männermode beantwortet.

FT: Die Bedeutung von Menswear hat weltweit zugelegt. Welche unterschiedlichen Einflüsse halten Sie in der neuen Menswear derzeit für besonders wichtig und prägend?
Anita Tillmann: „Der größte und wichtigste Einfluss ist: Auch Männer brauchen Mode. Der zweite wichtige Einfluss ist das Thema Nachhaltigkeit. Das führt insgesamt dazu, dass es wieder zurück zu Qualität statt Quantität geht – Marken auf der PREMIUM wie zum Beispiel JOOP!, OFFICINE CREATIVE, FIL NOIR, PEUTEREY, strellson, DRYKORN, DIGEL, BALDESSARINI, ROY ROBSON und viele mehr.
Auch Basics spielen wieder eine größere Rolle. Die zeitlosen Designs zeigen bei uns auf der SEEK unter anderem Oliver Spencer, Universal Works., Merz b. Schwanen, VEJA, SANDQVIST, CROSSLEY, Felisi, G.H. BASS, HILTL, BEN SHERMAN, R.M. Williams und ANDERSON’S. Die Grenzen zwischen Menswear und Womenswear verschwimmen im Street- und Sportswearbereich – und zwar von LOUIS VUITTON bis Nike. Es geht um casual, unisex und zeitlose Designs. Auch dieses Verschwimmen der Geschlechterrollen ist sicherlich Teil der wachsenden Bedeutung von Menswear. Einer unserer Lieblingsstores ,GOODHOOD‘ in London präsentiert diesen Unisex-Trend sehr klar.“

Welcher Zeitgeist, welche gesellschaftliche Veränderung steckt Ihrer Meinung nach dahinter?
„Das hat mehrere Gründe. Durch Internet und Social Media werden alle überall auf der Welt mit den gleichen Trends versorgt. Alle hören die gleiche Musik, sehen dieselben Videos und tragen die gleichen Looks. Das führt auch dazu, dass Väter und Söhne sich modisch auf Augenhöhe begegnen, dieselben Sneaker, Poloshirts und Chinos tragen. Das funktioniert zum Beispiel bei GANT sehr gut.
Das Thema Nachhaltigkeit ist bei der Jugend ein weiterer Einfluss des ,Weniger ist mehr‘- und ,Qualität statt Quantität‘-Trends. Wenn man in ein neues Teil investiert, muss es eben DAS weiße T-Shirt von Merz b. Schwanen, der nachhaltige und funktionale Regenmantel von TRETORN beziehungsweise ECOALF oder der langlebige Stiefel von Blundstone sein. Diese Saison besteht ein Drittel des SEEK-Portfolios aus nachhaltigen Brands. Auf der PREMIUM passiert diesbezüglich auch sehr viel. MEYER Hosen stellt bis Ende des Jahres seine Produktion um und präsentiert ein neues/altes Produkt.“

In welche Richtung steuert Ihrer Ansicht nach Menswear, das Bedürfnis männlicher Konsumenten?
„Wir stehen noch ganz am Anfang der Nachhaltigkeitsrevolution. Wir sind gespannt, was hier noch kommt, welche neuen Marken und neuen Produktionswege, Packaging- und Logistikprozesse entstehen und welche großen Unternehmen sich des Themas annehmen werden beziehungsweise annehmen werden müssen. Jeder Schritt in die richtige Richtung zählt. Wir werden auf beiden Messen jeweils einen vollen Tag Talks, Diskussionsrunden und Experten sprechen lassen. Sie kennen meine Meinung: 1 + 1 = 11. Es geht um Wissenstransfer, neue Kontakte und Optionen für die Zukunft. Wir alle sind davon betroffen, auch wir als Messe- und Eventveranstalter, und wir nehmen das sehr ernst.“

PREMIUM
IMMER EINEN TREND VORAUS – FIRST COME, FIRST SEE

Luckenwalder Str. 4-6
10963 Berlin

Öffnungszeiten:
14. Januar 2020, 10–19 Uhr
15. Januar 2020, 10–19 Uhr
16. Januar 2020, 10–17 Uhr